Skip to main content

Full text of "Über den Begriff der Pflanzenart und seine Anwendung"

See other formats


1 



\ 





■^ 



\- 



/ 



\ 



\ 



\ 



\ 



t 



¥ 



j 



\ 



I 






-' 



\ 



> 



t 



■"^ 



■ ^ \^ 





m 




^ 



i 



f 



f- 



\ 



s 



/ 



U 



e b e r 



» 



#«s 








im 





eine Aiiwen 




EU 



o 




4t 



1- 



\ 



I- * 






■j; 



•tt 



\ 



' . 



i 



. ■*> 



>ji 






^ 



■v 



^1 



V o n 



B r 




o 




an 11 




aco 





er n 




ar 





:-:i'- 



1 



Hl 



5 



bt ' 



t 



- / 



Pro 



f 



e s s o r zu 



E r f n r t 



V 



■:* 



\ 



^. . 



^*^- 



\ 



"F-i 



\ 



^ "^ *A- "-TJ^^3^^i '^Ifc \ -4^-nH^' - q ^^^?7^^^^^ 




-ÖT 



r T^ 




r 



\ 



"i* 




T 




u r t 



V 



> 



i 



F 



r i e 



d 3f i 



€ h Wilhelm Otto 



_ ■ 



i 



1 8 3 4 



^»<, 



^^' 



«* /*• 



^y 



^t 



V 



jr 



>i. 



< H 



-* X* I^H 



- u.H 





ik 



\ 








•-<- 



I 



\ 



r 



% 



( 



\. 



s 



r 



I 
i 



t 





11» 



/ 



/ 



/ 



- 1 



r 



\ 




/ 



j 




'x 




xrry Sean€./S6e. 




y 



I ■ ' 



^Vn 




* 



•j 'Ji-:--h\f^^% Urn irdtv Library, 



^'vi -ny 'i^S^orf 



<** 



w-, , ... ^ 



I 



/ 



-V 






/ 



.»* 



N 



/ 



/ 



•f ^ 



7, 



V 




y- 




■_- _L ^i 



r 



k I 



\ 



M 



U 



'm. 



/ 




) 



n 

/ 



\ 



Herrn 



i 



i 



« \ 



Dr 




Bart 





Müter des KÖ7ii^L Preufs. rothen Adler -Ordens dritter Classe mit 
der Schi 




Professor der Cfiemie und Physik, Hofrathe 



Dl- 



i 




y 



rector der Koni ^L Preufs. Akademie gemeinnütziger 



Wi 



ssen- 




/ 



-' 



r 

schuften zu Erfurt und mehrer gelehrten Gesellschaften 

*' Mitrede, 






K 



r 



dem 



Ho ch verdienten 



I 



Q- 



V 



\ 



\ 



r 



zur Feier 



/ 




r 

eines fnnfzigjälirigen 





U 




e 




fes 




es 



f 



\ 



m 



it aufrichtiger Verehrun 





überreicht 






V 



'o o n e in i 




e n 



F r e u n 




e n 



\ 



X 



/ 



f x' 



/ 



% 



^ 



\ 



V 



i^ 



I 





^ 



/4 





-*-■ 




-^ 



^ 



t 



> 




/ 



f 




\ 



\*^ \L 



r- 



I 



/ 



\ 



i 



-' -■ 



\ 



y 



• • 



l 



\ 



\ 



^ 



{ 






i 



\! 



I 



-j 



/ 



' . 



> 



; 



^ 



^ 






4 



> 



f 



^ 



/' 






j ■ 4 -^ j ■ 



A 





J^ 



V 



/ 




^>^ 



.fe^ 





\ 




J 

i 




I. 



/ 



\ 



■•;^f 



1 



1 






J 



\ 

^f 



\ 



V 



o 



r 



r 



e 




e. 



j 



»■ 







■ 



-s 




och immer widerstre 



sich oft die Meinungen, was . man rni 



i 



"v 




Pflanzenreiche in bestimmten 



Fällen für Art imd Ausartung zu neh- 



men 



hab 



und 




ist es nicht nur 



in rein Wissenschaft! 



sondern auch für die Anwendung der Pilanzenlmnde 

e.~ sehr wün- 



eher Hinsicht, 

auf andere Wissenschaf ten , besonders auf Pharmal^olog 



enswerth, dafs darin gröfsere üebereinstimmung herrschend werde, 



Sieht man 



sich 'um diese zu bewirken 



nach den Ursachen um 



welche lüerin Verschiedenheit der Meinungen veranlassen, so 



schei- 



3ieii sie nicht mir darin zu liefen 



b 



dafs man zu viel Werth 



f 



g r 

ob achtun e:en in der f 



denkt 




und 



Herb 



b 



und 



zu 



wenig daran 



tande 



Zweifel 



b 



die Abstammung von 



o 




Pflanzen durch die Ero;ebnisse bei fortgesetzter Cultur zu heben , son- 



■- 



- y 



^ ' 



/ 



\ 



1 

-J 



m 



\ 



{ 



j 






3. 

i 



c_ 



h ^ 



--■ 



s 




«? 




r 

r 



-' ■Ji ^u . 



,r»ti 










/ 




y 



l 



VI 



X 



I 

■■ 

i 

r 
( 

r. 



V 



] 



/ 



> 



>l 






/ 



J 

dem auch da 



dafs man zu seh 



d 



rieht 



i^ 



Weg zu suchen , auf- welchem 



die 



:grifFe von Art und d 



ver- 



chiedenen Ausartungen in einzelnen Fällen eenüsrend airo-ewendet 



^fc5 



fe 



tJ 



den i 



b 



\ 



Was 



eiiiifre 



gswerthe Schriftsteller, wie 



E h r Ii a r t , 



Pioth etc. hierüber f: 



füll den worde 



theil 



s 



eesast hab 
ist es den 



ist spätei 



Wissenschaft 



/ 



zu 'Wenig, angemessen. 



Ab 



theils imriclitlg 
L Zustande der 



\ 



r 

chriften ßndet man irrige Aeufs 



b 



\^^ 



U 



h 



auch 

r Au 



in den neuesten 



ö 



d übe 



r 



_ ■. 

die Mittel , sie zu erkennen. So li 



erden 



es z. B. nicht gebilligt 



wenn man mit ausgearteten Pflanzen die Vorstellung Ver- 

f 



hunden wissen will, dafs sie jederzeit, oder doch mit weni^- Au 



nahmen, eine Nei 



o^^^^ö 



besäfs 



zu gehen. 



Es siebt 



1 

n , m die ursprüngliche Form zurück 

r 

fei eine grofse Anzahl von Gewi 



von Gewächsen 
velche durch Ausartung in ihren Formen und in andern Elpcnschaf 



V 



H 
t 



^ 



^ 




,■» 



A 



Jft 



,■ t 



l 



#■ • 



-/^ 



t 



/ 



« 



"> r 



/ 



/ 



/ 



i 



s 



/ 



len 



ander 



nicht die 



to 



ö 



Nei 



& 



g zeigen, 



[lle O 



K^ 



der Stammart wieder vollständig anzunehmen. 

von CheUdonium laciniatum, läfst sich sop^ar 



Von manchen , w^ie 



behaupt 



dafs ihnen 



eher eine Anlage zu 



Theil Geworden 



ist, sich noch w^eiter von d 



er 



Stammart zu entfernen. 



Es- 



d 



t>eständ 



b 



wie sie 




ja auch haiipt; 
e Schriftsteller 



i nur die 



nennen , 



eiche 



\ 






/ 



\ 



/ 



* i 



**• 



i 



\ 



dersprechende Meinungen über ihre Natur veranlassen; denn da 



wo 



Ausarti 



lg .r\eigung zeigt, 



ihre f 



Bildung w^ieder her 



zustellen 



kann nur in so fern noch ein Widersi 



als 



man zu 



eifeln 



ch 



h 



dafs die 



ob 



Statt finden. 



Olli 



inen richtig war 



( 



/ 



^' 



\ 



y 



■^ 



z' 



I 



/ 



, i 



U 




voix, darauf Ansp 



machen zu wollen 



fi 



jed 



Fall alle 



\ 



-^ 



^ 




«^ 



I 



\ 



VII 



Da Ausartung In der Regel nur durch Elnwlrliung 



aufs er e 



fl 



Statt findet, so hat man 



auch gelehrt 



liehe Pfl 



Form aus der 



■ I 

für Varietäten nehmen, wenn 
Verscliiedenheit des Standorts 



d 



r. 

y ni an dürfe ahn» 
Verschiedenheit der 



•Märlich, war 



D 



wegen hahe man z. B. den Manunculus fluviatilis für eine Aus- 



I 



ai tung des R. aquatiUs zu nehmen* 



Man hätte indessen kaum 



ein besseres Beispiel wählen Können, um die Trüglichkei^ solcher 

■ 

Schlüsse darzuthun; denn der, M. flumatilis 




ist nicht nur 



/ 



so Vv'^esenilich von 





j 



yerschieden , dafs man jetzt Kaum 



noch einen bewährten Schriftsteller anführen kann, welcher an 



dem 



\ 







% 




I 



y. 



f 




-^ 



.'■ 




4 



i-J 



'1 



' . - 



'--* 



'^*: 



1-1 



s 



^ 




■' j 









} 









■ 

-1, 

■ 
' i- 



[ 



t 

L 
I 



I 

specifischen Unterschiede dieser Ranunkeln zweifelte, sondern erste- 
rer behält auch seine Form völlig bei, wenn er zu andern Was- 



ser - Ranunkeln in 
vielmehr die vers 



ruhig fliefsende "W 
chiedene Bildung di 



geräth 



Es sp 



PH 



anzen 



daf 



Lcht daher 
dafs auch 



die Organisation der wahren Arten sich nach dem Standorte richte. 



an welcl 



sie 



sich 



g 



und dafs es eben desweg 



nicht 



m 



s 



\ 






'4 



'r-C 

'*-J 

'*1 



c-\ 



V f 



t 

t 



zulässig sey 5 ^ allein 



aus dem Verhältnisse der Form zum 



orte zu ermitteln, ob eine Pflanze eine eigenthümliche Art sey 



t 



;an d- 
oder 



;^ 



^-h.\ 



t 



/ 



ZU 



den 



Ausartungen gehöre, oder dafs doch die Unterschiede ahn 



licher Pfl 



weJcl 



man vom 



Ötando 



ableiten zu 1 



'^j 
s* 



i 



• 

glaubt, sehr unbedeutend seyn müssen 



wenii man dieselb 



b 



r 



f. 



I 



J 



klich zu einer Ar 
Den schwierige 



zählen wilL, ' 

■ . f 

Weff, auf welchem man zur Ausmittelung 



1 

von Art und Abart p-elanp-en tnnn/ etwas' mehr zu bahnen . macht 



irt gelangen 

den vorzüglichsten Zweck d 



* *- 



Schrift 



sie ist aber fem da 















^ 



hi 



( 



r 

I 



r-i: 



»4 



r 

I 



\ 



^ ,n 






J ' 



T. 



tj- 



r- 



.%- 






, , >*■ 



;^N^. 






^' 



■ *-'J 



v^ 



A 




^ 



V 






»i.. _ 




I 






* ^^^^ j_ 



vxii 



y 



Schwierigkeiten gehoben zu' haben. 



Zu BeiSV)i€l6n sind vorzugsweise 



solche Gewächse gewählt worden, welche mir durch vieij ährige Cul- 



tiii 



D 



lieh bei 



und welche durcl 



an che 



he , die hie 




>-i 



um so 



eh 



'» 



r 



Da2:e£ren sind nivinche bekanntere und unhezweifelte yeränderunaen. 



z. B. _ c 



:I 



r 

der sogenannten plant ae acaules 



caulescente 



und 



olche , über welche ich keine eigene 



L ■ 

fahrung hatte, 



wie di 



le 



varletas pendula , gänzlich 



gen worden 



Die 



Zahl eigener 



\ 



Beobachtungen hätte ich leicht zu vermehren vermocht, allem f 




g 



ZAveck hielt ich 



el 



f 



ir 



hinre 



Sollt 



e 



1 

man die noch vorhandenen Materialien ebenfalls mitgetheilt wiin- 



t 




..., so mögen sie 



«inen Nachtrag bild 



f 



Erfurtj im September 



1834 



X 



) 



II er* Verfasser. 



F 



f 



> 



-i 



X 



\ 



r 



1 



\ 






* 1 



\ 



\ 



N 



* 



\ 



> 





^ , 



/ 




■_fc- --j_ 



■ -VlB- - 



-lÄ.- -T^ TT" 






F ' 





■ l. 



X 




K - 



\ 



■'. 



'% , 







L h 1 r 



U'-~' E."-- ■ 



'- -I 






F :| 



f 



■-. 



k 



^ 



^ 



- ^1 



-1 V 



>A 





I 







'■ 



\i 



k,l 



l'^i 



*l 



14 




Ü e b e r 



^ 1 



x' 




den BegiijBf der Pflanzenart und geine Anwendung. 



1 



^.. 






-'B 



i* 






\ 



^- 



l-' 



\ 



. -I-I 



>. 




1 



1 



u 




iiter Art begreift die Logik die SiimMie der Individuen 



•\velcbe in ge- 



wiaaen Merkmalen übereinstimmen, während sie in der Galtung diejenigen 



Arten ^-ereinigt wissen will, welchen gewisse gemeinsehaftliebe 



Charaktere 



' ■> I 



\} 



l 






^U 









.■■■l 



\ 



r 

f 



t 



^"^ 



zukommen. 



r 

Diese Begriffe liegen auch 



fi 



dex organischen Weeen zu 



Giunde , allein da bei ihrer Anwendung auf dieeelben es wegen der ringe- 



dem Alter, der Jahreszeit, dem St 



dem 



^1 



Äusartun 



wmigen 



fähig sind, 



r ^_ 

unbestimmt bleibt, "W-as 



Art lind 






au betrachten sey, so bedarf 



wei 



um diese Begriffe auf organische Geschöpfe und 

_ \ 



namen 



Pflanzen anwenden zu können. Diese Bestimmungen müssen aber 



:;h auf 

beson- 



ders bei den 



ommnen Gewächs 



von welchen man annehmen darf, 



----■ 



dar* sie sjich gegenwärtig nicht mehr ursprünglich erzeugen 



) 



ohne Ziveifel 



■\ 



1 



lJ- -: 



^ 



\ 



1*. 



I 






■'^ 



♦ >■ 



V. 



/ 



\ 



\ 



o?- 












'- d 



V 






^1P» 



' -I 



V 

I 






■> h| 



^ 






(-1 






> _^ 



.-' 






r^v. 



•r 



j'-* 




1 



' 



SS.. ;?;*^sä; 



' - -^- T' \ 





1 



V 




\ 



l 



• l 



t 



\ 



\ 



\ 



r 



i . 



^ y 



H I 



. 1 



\ 



/ 



f 






N 



/ 



O 



hauptsächlich von ihrer Abstammung hergenommen werden , da vielfältige 



\ 



Erfahrung gdehrt hat, dafs durch die Fortpflanzung mittelst der Saamen und 

\ ■ r 

Keime keine -wesentliche Verschiedenheit entsteht, dafs die untej gewissen 
Verhältnissen eintretenden Veränderungen vielmehr nach allgemeinen Regeln 
erfolgen, und dafs viele Aiisartungen unter andern Umständen wieder zur 

^ 

frühern Form zurückkehren. 



\ 



W^ären wir mit der Abstammung der Pflanzen so bekannt, dafs wir von 

4 
j 

allen die Stammregister bis zur ersten Generation hinauf besäfsen, oder uns 
auf irgend eine Weise davon in Kenntnifs setzen könnten, und düi-ften wir 
annehmen, dafs von jeder Pflanzenart ursprünglich nur die. zur Fortpflanzung 
möalich mindeste Anzahl der Individuen (also eins oder bei Geschlechtstren- 
nung zwei) existirt hätte, welche von allen übrigen durch bestimmte Cha- 



War 



Wir 



SU befolgeh haben: 



i-y 



h 

'^ ,,Man vereinige alle diejenigen Individuen in eine Art, welche 
,5 von den iirsprüngliclien Staniniältern durch Saamen oder Keime bxs 



"^ 



s 



,,auf die neueste Zeit erzeugt worden sind." 

Allein zu der x\nnahme, dafs von jeder Art ur 



mi 



deste Anzahl der Individuen existirt habe, ist kein hinlänglicher Grund vor- 
banden; wir müssen vielmehr, \venn war die Entstehung mancher krypto- 

^- 

r 

:hse beobachten, wahrscheinlich finden, dafs auch die voll- 



ewa 



1 

kommnern Pflanzenarten, welche der höher organisirten Erde entsprofsten, 
sogleich in einer gröfseren oder geringeren Anzahl von Individuen entstanden, 
imd zwar um so mehr^ da hierbei ihre Bestimmung um so eher erreicht 

r 

werden konnte. Es ist nämlich nicht wohl zu bestreiten , dafs gegeuAvärtig 

L 

noch viele unvollkommene Gewächse durch generatio aequivoca hervorgehen, 

_ - 

d. h* dafs sie sich von selbst überall da erzeugen, wo die dazu nöthigen 
Bedingungen eintreten, in welchem Falle sie dann nicht in einzelnen Indi- 
viduen , sondern zuweilen in einer grofsen Anzahl derselben hervorgehen. 

F 

Wir dürfen daher auch annehmen, dafs früher die vollkommnern Gewächs« 



# N 



* 

i 



i 

t 






/ 




I 




1 



^ 



\ 



/ 




■% ' 



^ 



■^ 



\ 







?' - • \ 



f 



y 



1- 





_ ^ _ ^— -— 1 



■ - 



■*^ 




El 



f 



\ 



/ 



3 



\ 







\ 



! 

'-( 

I j 

J 

v-l 



'S 



■^■; 



f 



liberal! tla in derselben Gestalt sich erzeugten, wo dieselben Bedingungen zu 
ihrer Entstehung vorhanden -vvaren. In dieser Vorausset^^ung raufs der oben 



1 

I 
1' ■ 



- n .1 



/ 



gegebenen Regel noch folgender Zusatz gemaeht werden: 

- ' ,,Man vereinige auch diejenigen Individuen in eine, Art, von 

welchen man annehmen darf, tlafs sie wegen völliger Uebereinstimr 



• 9 



<>i 



' ■! 



/ 



M mnuff in 



o 



ihrer Organisation unter denselben Umständen erzeugt 






»r 



miissen 






'- 



So wenig zu bezweifeln ist, dafs 



die&e Regeln bei Aufstellung der 

r 

Uten, so lassen sie sich doch nur 

in so weit befolgen, als wir nach den bekannt gewordenen Thatsachen mit 



wer 



m 



ehr oder weniger Wahrscheinlichkeit xiber die Abstammung und den Ursprung 



\ 






E 
f 



K 



y*- 




_, h 






■■-Ul 
h_ L 



r 

ier Pflanzen urtheilen dürfen. Diese Thatsachen beruhen aber fast allein auf 






der Beobachtung und der Wür 



der Charaktere, wodurch sich die 



\ 



zen 



Weich 



zwei Pflanzen 



bestimmten 



■ 

4 

von einander ab , und theilen sie dieselben bei def Fortpflan-zung ihren Nach- 



kommen unausbleiblich 



Wir 



sie für Arten zu er 






C'U\ 






';i'; 



'*A 



-1. 

■-> .] 

li 






■ 

t 

\ 

J 



/ 



kennen, und zwar um so mehr, je bleibender wir überhaupt dergleichen 



ennz 



gefunden haben, und je wichtiger sie uns deshalb im Allge- 




"-t.\ 



-^l\ 

■^.1 



\ 



^ 

meinen erscheinen. 



r 

Da indessen die Grenzen zwischen wichtigen und unwichtigen Unter*" 



V 



'1 1 



• - ^ . 

schieden nicht scharf zu ziehen sind , und da wir nicht einmal hinreichenden 



•s\ 



I 



\ 



I 



^ 



N 



Grund zu ^der Annahme haben ^ dafs die ursprünglich entstandenen Pflanzen 

\ 

sämmtlich durch wichtige Charaktere von einander verschieden gewesen 
seyen, da es vielmehr wahrscheinlich ist, dafsf bei denjenigen Pflanzen, 



N 




ji~ 



\ 



Welche unter 



ollkommen gleichen Verhältnissen. 



hervorgiengen , auch die Unterschiede gering ausgefallen seyn müssen, so 



^'i 

-'\, 



entspringt schon hieraus eine bedeutende Schwierigkeit, über das, was Art 



und Varietät 



sey , richtig 



zu urtheilen.' 



£s liegt daher 



hierin "auch eine 



Ursache, warum die Botaniker oft abweichender Meinung sind. 




' d^e 



/ 



■ r 



^ ^m 



''«. 



Einen Pflanzen, welche blofs durch geringfügige Kennzeichen sich von ein- 

1 * 



i 



1 



f f 



i t 



/ 



'-M 



> 



/ 



^^1 



\ 



/ 



>■ 






V 



\ 






l: --I 



n ' 




1 

'■•I 



^ 



^ ü 



^ 




i^'^ 



--- ^' 



( 



^. 



/ 



4 




» 
^ 

f 



r 




» 



I 



*l 



f. 



I . 






. ^ 



f 



^ y^ 



\ 



( 



\ 



I 



t 



ander unterscheiden, für Arten anerkennen, iveil sie ihren wahrscheinlichen 

. ■ - ' 

Ursprung beiiicksichtigen , während Andere, diesen wenig beachtend, darin 
nur Varietäten sehen. Indessen können niemals ursprüngliche Verschieden- 
heiten und solche, die durch Ausartung entstanden sind, unter den gemein* 
scliaftlichen Begriff der Varietäten zusammengefafst werden , wenn nicht voll- 
kommene Verwirrung der Begriffe entstehen soll. Da, wo es also wahr- 
^cheinlich ist, dafs wir niit einer ursprünglichen Verschiedenheit zn thun 
haben, sey sie von einer andern auch noch so wenig abweichend, müssen 

F 

wir sie entweder für eine Art erklären, oder wir haben uns nach einem 

I w 

I 

besondern Ausdrück umzusehen, womit man dies Verhältnifd bezeichnen 
könnte, wozu sich der einer Unterart am besten eignen möchte^ 

■ 

Eine zweite Schwierigkeit liegt darin, dafs die Pflanzen der Bastard- 



zeugung 



fähig sind. 



Zeugnisse seltner vorzukommen 



Zwar scheinen in der freien Natur dergleichen Er- 

, als Manche meinen, allein gänzlich zu 



H - _ 

leugnen sind sie nicht, besonders in einigen Gattungen, Man hat daher sich 
auch bei Festsetzung von Arten die Frage zu stellen, ob man nicht mit 

einem Bastarde zu thun habe, vor allem, wenn die fragliche Pflanze ai;s 
einem Garten stammt, . ^ 



E 



S 



■* 



•■\ 




. ' 



\ 



% 



< 



l. 



I r 



/ 



1 
I 




\ 



1 



\ \ 



i 



^ Drittens ^yird die Kenntnifs der wahren Pflanzenarten dadurch erschwert, 
dafs dieselben unter gewissen Umständen nicht nur gegenwärtig noch aus* 

L -r 

arten ,^ sondern von jeher unter besondem Verhältnissen sich verändert haben, 
und dafs diese Veränderungen zum Theil durch Saamen fortgepflanzt worden 
shid, und keine Neigung zeigen, wieder in die ursprüngliche Form zurück 



>. 



zu kehren. W 



Gewächse, die sich auf 



Weise verhalten 



Abarten nennen; Spielarten sind uns dagegen diejenigen Ausartungen, 

■ 

welche bei der Aussaat Neigung zeigen, ihre ursprüngliche F( 

wieder anzunehmen, entweder so, dafs sogleich bei der ersten Aussaat ein- 



i-ra 



welche der Stammart vollkommen 



oder 



wiederholter Aussaat die Charaktere der Ausartung allmählig 



oder schneller abgelegt wcrdei 



a 



Ab weich 



welche sich bei der Aus 



j_ I 



'■« 






^. 



\ 



\ 




\ 



^m ■*. 



-■^ 



x* 



^ 



/ 



£\ 



i 



I 



I 



\ 



■ j 



- / 



l 



\ 



f 



1 



\ 




•m 
I 
I 



I 






s 



-' 



f 



#* 

3 



Jl 



saat gar nicht oder 



doch nur in gewissem Boden erhalten, geben 



die Ab- 



V. 



! 



■ - 

■ ■ 
■ 
j 



Snderungeji 



y 



' t 



Es kann nicht für unzweckmäfsig gehalten werden, 



gut 



wie 



Name 



dem 






WO sich 



Formen in einander vei~laufen. 



m 



-4 



SU 



seyn 



allein wir glauben. 



kaum mit 



fr 

tM tliun habe, 
men, oder sh 
geführt ist , < 



Namen der Bastarde, sie mögen nun aus Gärten etam 



im 



ö 



Zusammenset 



o 



ö 



müssen 



en, kann man, wie dies bereits ein- 
der Benennungen der Aeltem bilden, 

' - 

ervon eine Ausnahme machen, welche 



Abstammung sind, oder 



i-mischung 



'-- - 



II 






h 

'"> . 

■_ 

■■-. 

1 
'n, 









n:>annichfalti2sten Jtormen 



wje 



^\ 



'■j 



"i'i. 



dies z. B* mit 



deren Benennung man füglich 



den Gärtnern überlassen kann* Abarten und selbst xner 






I 



xnösen auch ihre besondere Namen führen, doch muTs 

- 

Ständnisse zu besorgen sind, der Name der Art beigefü^ 



WO Miföver 



So nothwendig es scheint, diese EegriiFe im Allgemeinen festzus 



SO ist doch nicht zu leugnen, dafs in manctien Fällen 



--■ ^ 



"' "■" JM, - »1 



können , 



man 



einer Unterart, 



Zweifel entstehen 

/ - 

Abart oder einem 



Bastarde zu thun habe; sogar Spielarten, welche blofs unter gewissen Um- 
ständen in die ursprüngliche Form zurückgehen , können sich lange versteckt 
haken, "und für Abarten, ja selbst, für wahre Arten gelten. Wir werden 



I 



/ 



j 

I 






<!' 



"'b 






"-I 






\^ 






daher auch die Ausdrücke wechseln müssen , je nachdem sich durch neuere 

■ L 

Untei-suchungen ergiebt, dafs einer Verschiedenheit ein höherer oder niederer 



^ 



Rang zukömmt. So lange man hierüber in Zweifel ist, wird man jeder Ver- 
schiedenheit diejenige Stelle anweisen, für welche die meisten Gründe 

L ■ 

sprechen. 



■^. 



*t-j 



Wir wollen daher jetzt »uchen, die Wege, auf welchen man zur 

^ r 

Kenntnifs der wahren Arten , der Unterarten , der Abarten und der Spielarten, 



"^-l 




so >vie der Bastarde am ehesten gelangen kann, 



r\ 



/ 




/ 



|f/.i ■ /,/.'V../5m/^- 



g Ur .. * . ' ' 



/.- 



I^-: 



<i. 






} 



^ \ . ru 









*i^ y 



4 



.' 



J^- 



.^ 



-* 




'* 



1^^- 



tJr- 



^ , 



' ^- 






i^t 



Ü 



* 



r" 



A."- 






' - 



^, 



I 



1 






^^ 






kennen fcu leniene 



"f^-* 



V4.<**°'" 



i 




i ■ 






/ 



jL^'' 



■r. - 



^ 



/- 






y- 
^ 

■■w,. 



/ 



'"^. 






LA 



r.i I 



-■•**•' 



/» 



s 



'4- f 




I 
'••l^i 

'-f- 



■-'-.. 








> : f 



y 



\ 



* 
■v-i 



■' 







I. '" 




Iv^ 



■• 



■* I 



I" 



i. 



v 



l 



I 



^ 




i 




V 



/-^ 



\ 





^ 



\ 



j . 



/ 




/ 



i 



r 



•.- 



^ 



/ 



I I 



it 




.*;' 



w 




.J&-- 



r 



/ 



6 



\ 



I r 



\ 



Ohne Zweifel ist einer der vorzüglichsten die wiederholte Aussaat un^ 
die fortgesetste Cultur der Pflanzen unter verschiedenen Verhältnissen; denn 
wenn wir auch nicht folgern dürfen, dafs auf Verschiedenheiten, welche 
sich bei der Aussaat beständig erhalten, sich wahre Arten gründen lassen, 
so können wir doch diejenigen, ^velche dabei fmher oder später in ihren 
Charaktereai sich verändern', entweder als Abänderungen^ und Spielarten 



er- 



\ 



\itx\\\(i\\y .wenn die entstandene Abweichung bereits als Stammart bekannt 



j 



' 



ist, oder auch an ihnen die Gesetze der Ausartung näher kennen lenien 



weni 
kann 



die erhaltene Abweichung auf 



t3 

tammart 



werden 



1-- 



\ 



Die Cultur hat auf diese Weise schon eine Menge Ge\7ächs€ geliefert, 
V^'clche in der freien Natur nie in derselben Gestak und mit denselben Eigen- 
s/chaften begabt anget;i-Offen werden; von ihnen lassen sich die alkemeinen 

besten abstrahiren, nach welchen diese Ausartungen erfolgen, die 



'o 



am 



wi 



en 



\ 

Vei-änderun2;en , welch 



ö 



1 

doch erstrecken sie sich zum Theil nur auf intensive Charaktere, auf Farbe 



Gerach, Geschmack, ja' selbst auf 
Qualität der chemischen Bestandtheil 



verhältnifsmäfsige Quantität und die 
Sowohl bei diesen als bei jenen be* 



meiken wir, dafs sie sich bei der Aussaat entweder dauerhaft erhalten, oder 
mehr oder -vvehiger leicht, ihre frühere Gestaltung und Beschaffenheit wieder 
annehmen, und daher bald Abarten, bald blofs Spielarten und Abänderungen 
liefern. 



wohl 



als der Blüthen und Früchte, sind sehr häufig und bei der Aussaat theils 
veränderlich, theils beständig; auch treffen wir sie sowohl bei cultivirten 
als bei wild wachsenden Pflanzen an. Mannichfaltige Färbung dieser Theile 
liefern a. B. die neuerdings bekannt gewordenen Ausartungen der Beta Cida. 



Dürfen wir aber 
werden wir auch 



elim 



y 



die 



dafs diese durch Cultur hervorglengen , so 



'Ö 



IL 



/ 




i 



\ 




\ 



\ 



r 



j 



uJ 



.f. 





^ 



/ 




%. 



/ 



^ 




r^ I- . 







■ -I 

4. 



' '. 



r 

V 



X 



/ 



-\ 



( 






fr 



7 



\ 



I 

A 



t 



rosm Schrad. abweicht, blofs für hinreichend haken dürfen, um sie für Ab- 

arten zu erldären. 



Von den krankhaften Abänderungen der Farbe, 



welche 

r 

der Versilberungen und Vergoldungen bekannt sind, kann 
hier weniger die Rede seyn, wiewohl sich auch einige von diesen bei der 



eru 



"^ 



Aussaat erhalten. ' 

Als Beispiele von Pflanzen, welche sich hauptsächlich durch verschiedene 
Färbung der Deckblätter unterscheiden, können Salvia viridis und S. IJormi- 



nujii dienen» Bei jener, als Stamniar 



sind die Deckblätter grün 



bei 



dieser roth oder blau gefärbt, und diese Farben erhalten sich bei der Aussaat 

unverändert. Wie wenig aber dieser Unterschied geeignet sey, um darauf 
ein Paar besondere Arten- zu gründen, beweiset eine seit Kurzem aus Ar- 



mtniien 



minum 



ommene 



in 



Mi 



ize , welche 2wis( 

, r ^ 

Steht , indem sich 



viridis und S, Jlor- 
rbung nur sparsam 






«^' 



I 



«I 




: I 
I 



r 
I 



i 



N 



an den obern Deckblättern zeigt. 



r 



umen ko 



nmen häufig vor, doch sind 

■ ^ 

viele derselben so sehr geneigt, die ursprüngliche Farbe wieder anzunehmen, 
dafs dieselbe schon bei deiu blofsen Versetzen 3ich verändern kann, wie dies 



N. 



iU 




£ J 



\ 



.1 



\ 



\ 



I 

2. B. bei Rosa hicolor Jacq. häufig geschieht, welche dadurch leicht wieder 

i - 

zur i?. lutea jSIilL wird. Erhält sich die durch Ausartung veränderte Farbe 

dauerhafter, ■ so ist sie gewölinlicb mit andern kleinen Abweichungen ver- 



V 



bunden. Dies ist z. B. bei Bulhocapnos cavus der Fall, welcher sehr häufig 
in einer Abart mit weifsen Blumen vorkömmt, die einen niedrigem Wuchs 
besitzt, und auch in ihren ^übrigen Theilen lichter gefärbt ist Dafs dieser 

1 

sblumige Bulhocapnos für Abart gelten kann , schliefse ich daraus ^ weil 

L 

^ine allein gesetzte Pflanze desselben, die sich von selbst aussäete, hlofs 



wei 



weifsblumige Nachkommen erzeugte 
so gar selten Glicht in die weifsb 



Die rothblum 




Stammart 



eben 



umig 



da man f^st überall, wo 



jene vorkömmt, auch diese darunter findet. Ein ähnliches Verhältnifs scheint 
zwischen dem Dictamnus albus .mit rothen Blumen und dem mit weifsen 



fin 



dafs die 



/ 



W i 



/ 



.^ 



■ .■* 



f 



'7^ 



u. 



L 






, ^ 



^ 



/ ^ 



r*. 



\ 






* 



< I 



» . 



] 






i 



.?«*- 



V 



k 



\. 



■V 



X 






/ 






-^ 




jt 





8 



'v 



'^ 



i r* 



f" 



/■ -. 



^ 



A 



seltener entsteht. Einige sind zwar geneigt, den welföblühenden Diptam für 
eine eigene Art zu halten, weil er sich nicht nur bei der Aussaat In der 



Farbe treu bleibt, sondern weil sie auch in dem stärker und deutlicher 



g«. 



r 

flügelten Blattstiele ein sicheres Kennzeichen aufgefunden zu haben glauben. 



um ihn auch ohne Berücksichtigung der Farbe von dem rothblühenden, zvl 

L 
■ 1 

unterscheiden. Allein dieser Unterschied ist völlig ungegründet: ich besitze 

H 

au* den Rheingegenden ein Exemplar von dem einen und dem andern, wo- 
roa das mit weifsen Blumen ungleich weniger geflügelte Blattstiele zeigt, 
als das rothblühende. So viel mir bekannt, kömmt auch die weifsblüli ende 
Abart in Gesellschaft der rothblühenden vor. 



r ^ 





.f 





■*r 



? 



t 



:i^ 



■4' 



,1- 



\ ?. . V 






*V 



/ 



;- ■>, 



i 



\ 



\ \ 



1 






t 



i 



^ 



c 



1 






t r 



. / 



/ f 



-. 

- 

^on der A. a. coerulea gefunden , 



'rennung der Anagallis arvensis 
ilem man aufser der Fai^be no 



iler« 



Kennzeichen zu ihrer Unterscheidung als Arten aufgefunden haben wollte. 
Besonders legte man darauf einen vorzüglichen Werth, dafs die blauen 



\ 



if - Blumenblätter blofs einfach gekerbt sind, während die rothen einen drüsigen 

Rand besitzen. Nach neuern Beobachtungen sind nicht nur alle übrige Kenn- 

^. ^eichen, wodurch man A. phoenicea und coerulea unterscheiden trollte, 
fioaidern auch selbst das von den Blumenblättern hergenommene unbeständig;; 
man nehme indessen an, dafs letzteres unwandelbar sey, (wie ich es <!i^nvi 
selbst niemals veränderlich gefunden habe) so mochte ich dasselbe doch nicht 



um 



mi 



kleine Unterschiede bei der Ausartung eintreten , theils weil die verwandte 
A. cöllina Schoush. ebenfalls mit scharlachrothen und blauen Blumen ab- 



ändert. In wie weit sich die blaue Farbe der Blumen der A. arvensis bei 

i 

der Aussaat beständig erhält, habe ich noch nicht näher geprüft; nach 

. — , - 

Hegetschweiler rührt sie blofs vom verschiedenen Boden her; indessen 

zu beruhen, auch macht das 



blois vom ver 
scheint diese Angabe auf keinen Versuchen 



Öftere Vorkommen der -4. arvensis phoenicea und coeruZea auf demselben Acker 



dies wenig glaubhaft 



-' 



Von der A. coUina ist es mir dagegen sehr wahr- 



'-] 



. ■ 



y 



^ 



\ 



I 




-^ 



X \ 





. r' 




- -r- • -,?■ — -*— ». ^-' 





'-, 




1 

i -1 
t- 



/ 



/ 



\ 



X 



\ 



9 



4 



. 4- 
I ■ 

r 






4-. 



■V 



( 



i 

.<^cheinlich, clafs sie bei der Aussaat ihre Farben wecbselt; wenigstens lieferte 

- 

sehr sorgfältig von der einen Verschiedenlieit gesammelter Saame Pflanzen so- 

wohl mit rothen als blauen Blumen, und nur ein ganz besonderer Zufall 



würde hierbei eine Täuschuno; veranlafst haben können. 



D 



Anders verhält es 



eich mit der A. arvensis mit fleischfarbenen Blumen (A. carnea Schrau7u\ 



'-t 



welche ich häufig ausgesaet habe, ohne jemals eine Veränderung der Blumen 



färbe wahrzunehmen. 



./" 



/ 



Früchte kommen nicht selten in verschiedenen Farben ^ nieist mit mehr 



oder weniger 



Abweichung im 



Geschmacke verbunden , an Pflanzen vor 



J w 

welche sonst kaum weitere Unterschiede bemerken lassen. Auch scheint 



i^ 




.. [ - 






ft ■ 



it 






4 



i 



• i 



"*.i 



( 



^ 



c. < 



/ 



f 




/ 



J(^ 



I 



—I 



r 



\ 






i 



sich die verschiedene Färbung der Früchte im Allgemeinen bei der Aussaat 
in eben dem Grade zu erhalten als die der Blumen. Eine ähnliche Bemerkung 




aamen 



Im 



ememen 



und Spielarten liefern. 

mllie annehmen zu dürfen, dafs 

ändert bleiben , mehrfarbige aber 

- ■ 

Weilen steht auch die Farbe der Saamen mit der der Blumen im Verhältnifs, 



einfarbige Saamen bei der Aussaat unver- 
dabei nicht selten einfarbig werden. Zu- 



iß 



W. 



welcher mit weifsen Blum 



\ 



aamen 



ff 



Zu den Abweichungen hinsichtlich der Färbung der Blüthen kann man 
gewisser Mafsen das Gefülltseyn derselben zahlen, denn im Allgemeinen 



besteht dasselbe nicht, wie man häufig meint 



eer Organe der Blüthe zur 



Blume, sondern vielmehr, wie ich bereits an 

-■ 

einem andern Orte gezeigt habe, in der Zunahme der farbigen Blüthen- 
Substanz; daher -denn auch ungefärbte Blüthen sich nicht füllen können. 
Häufig zieht freilich diese Vermehrung der farbige 

blofs mit Vergröfserung der Blume (wie bei Vi 



urniim 



2 mag nun 
und vielen 



Synanthereen) öder mit Vervielfältigung der Blumenblätter (wie bei Rosen, 
Malven, Nelken) verbunden seyn, den Verlust oder die Verminderung der 

Staubfäden und zuweilen selbst das Schwixiden des Stempels nach sich; in 



\ 



der Verwandlung gewis- \ 



i 



< ,-5 . 



U 






\ 



t 



J 



> 




«i 



T 

4 



K^' 



V ' 



/ 



/ 




/ 



r 



.^^ 




t V 






L 







.>rf* 



/. V 



/ 



J 

/ 



w 



-■* 



/ 



l 



/'-l 



/ 



'' 



V 



r 










t 




/ 



/ ■ 



\ 



I 



/■ 



- ' 



\" 



s 



10 






andern Fällen blelten aber die Geschlechtstlieile 

■ 

sich die Blume verdonnelt und verdreifar.hr. wie 



Ikommen , 
Datura ß 



ungeachtet 
luosa. Die 



.1 






r 

V 



4 

Art der Füllung kann auch darin bestehen , dafs der Kelch und selbst die 
obern Stängelblätter sich färben, wie bei PnmuZa veriSy Tulipa Gesneriana, 



* 



^ 



>/ 






8 . 



1 



\ 



i^- 



f^-^ 



60 wie darin, dafs nectarführende Blumenblätter oft zugleich mit den Staub* 
faden die Gestalt der gefärbten Kelchblätter annehmen, wie bei Aqullema^ 
ndphimum, Ni^ella etc. Die Füllung der Blüthen hat übrigens kaum Veran- 
lassung zur Aufstellung eigener Arten gegeben, auch erhält sie sich bei der 
* / Aussaat nur selten sehr dauerhaft. 

- 

Sehr häufig ist die Erscheinung, dafs zwei Pflanzen sich nur durch 
verschiedenen ^ Ueberzug unterscheiden, dafs die eine z. B, behaart, die 

Zeigt sich die eine blofs mehr, die andere Aveni^er 



r'\^ 



f 



\ 






■f^nA. **» 



J 



■ ^ 



n 



-^ 








v»>> 



ff 



/ 



.« ■ ^ 



., :* 

^^^L 



*-■ 




\ 



y 



y 



l 



andere glatt erscheint. Zeigt sich die eine blofs 

behaart, so beruht der Unterschied nicht selten auf Täuschung, indem eine 

oder durch überflüssige Nahrung umfangreichere 
ler behaart gehalten wird , als eine dürftiger 



Blätter bekömmt 



für 



mm 



wem 



tD 



man 



y 

I 
^ 



tern der einen im 



■ 

fi 



^ 



ist, und dafs sie sicH bei der erstem nur weiter von einander entfernt 

- 

haben. * • 



y 



/ 



Es 5st übrigens kaum einö Art von Ueberzug, welcher nicht bei dieser 
oder jener Pflanze, an diesem oder jenem Organe Abänderungen unterworfen 
seyn könnte, . so beständig und charakteristisch er sich auch bei andern zei^-t. 
Sowohl der dichte Filz, als das zerstreute Haar, sowohl die zarte Wimper, 
als der dichte Stachel, sowohl die erhabene Drüse, als der oberflächliche 

Reif können durch ihr Daseyn oder ihre- Abwesenheit in manchen Fällen 

■ / * * ■ ■ ■ 

blofs Abänderungen und Spielarten, in andern Abarten bezeichnen, je nach- 



Leid 



er ist 



dem sie bei der Aussaat sich veränderlich oder beständig zeigen. 

von vielen dieser Verschiedenheiten noch nicht bekannt, wie sie sich bei 



\ 



der Aussaat verhalten, und da sie zum Theil ziemlich ausgezeichnet sind, so 

L 

tragen sie noch immer viel dazu bei, die Anzahl der Arten zu vergröfsern. 






r 



\ 



\ 

t 
I 

\ 



r 



f 



y 



f 



1 * 



/ ^ 



- » 



s 



I 

t 



I ■- 



\ 



t 
/ 



y 



\ 





J" ■*.— '^Ir 




^'^■»'^i.. It-J. . Wl^— 






>U,^ 




\ 



V 



^ 



■^ 



Auf der andern Seite hat aber auch das Mifstrauen , welches man deshalb in 



n ■ 

schied zwischen Gräsern mit gewimperten und ungewimperten Aehrchen sehr 



'■^.1 



I 



1. 



\ 




\- 



' '\ 



-\ 



11 



^ 






I 



dergleichen vom Ueberzug hergenommene Kennzeichen setzt, dazu beige- 



\ 



x 



\ 



tragen 



manche sich dadurch unterscheidende Arten aufzuheben, welche 



V 

füglich getrennt bleiben könnten. 



So schlägt man noch häufig den Unter- 




, -■> 



hoch an, während man Allium suhliirsutum und A. ciliare Red., welche sich 



v\ 



.'' 



schon durch die Art der Behaarung sehr gut unterscheiden, für dieselbe Art 






/' 



wxss 



v 



r' 



F- 



\ 



i - ^ 

So wie die verschiedenen Arten des Ueberzugs-^ da seyn oder fehlen 
Können, ohne deshalb eine 'specifische Verschiedenheit der Pflanzen zu be- 
dingen, eben so wenig ist der Mangel anderer Organe jederzeit hinreichend 



/ 



-H 



r ■■ 



■' 



I 
^"■'H 



"*l 



■'■< 



Darf man die durch Cultur ent- 



/ 



zur Begründung eines Artenunterschieds. 

standene Fragaria effiagellis üir keine besor 

auch auf das Daseyn oder die Abwesenheit der Ausläufer bei den Hieracien 



>_- 



SO kann man 



V- 



t.. 



mehr 



oder den Mangel von Zwiehelchen 



Auch 



a 



Stängel lilienartiger Gewächse 



darf man bei Unterscheidung der Arten nicht viel rechnen 



Dafs die Blume 



- 1 

: 1' 



f '"* 






- L 



' > . 



n 



■ --■! 

1 ■'■' 



\- 

» . 

f - 

_ ■ 



I 



fehl schlägt, ist in einigen Gattungen, wie bei Viola, RueUia etc. eine be- 

kannte Erscheinung; auch dürfen zwei Pflanzen, die sich allein durch die 



I . 



'^ ■ 



C-. 



i - ■■! 



).; 



t: 



vorhandene oder fehlenAe Blume unterscheiden , wenn sich auch dieser 



Unterschied bei der Aussaat erhält,^ nicht für 



X 



er- 



klärt werden. 



man vorgeschlagen . hat , 



Schw^erlich werden indessen viele geneigt^ seyn, dies, wie 



auf Campanula Speculum und hyhrida anzuwenden. 
Auch die Geschlechtstrennung oder die Vereinigung gewöhnlich getrennter 
Geschlechter, Avie sie nicht selten bei Weiden vorkömmt, ist zur Begründung 
von Ai-ten nicht hinreichend, und eben so wenig das Fehlschlagen des 



•^ r 



b' 






I 



- i 



^1 



% 



»1:. 



Ir -.i 



i 






■ 



/ 



1 
1 



Stempels oder der Staubfäden in einzelnen Blüthen , welches man so häufig 



i'k 



bei Gräsern bemerkt , die dami 
verlieren. 




oder auch aufserdem, häufig die (jx^mn^ 



2 



- 'i 



\ 



/ 



i ■ 



/ 



f 



\\. 



1 



"■' ^r 



■r. 



-*t, 
' V, 

r ' 

".L_ 



\ _ 

t-1 









> .. 



i::'^'' 



- ■■.! 



} 



I 



\ 



-*- -I 

'«I 



1 I 



V 



^ 

^ 



' 1 J 



^ 



\ 



\ 



ip. 'M 





' '' 









i 




t 




y 




4 

t 




l 






& 



L^^ J 



/. 



/ 



1-. 



>. 



^ 



#^ 






«'.xr 



& 



'^ 



^ 



! 



i 






I 






l r 

1 . 


1 K 

4 


' \ ' >, 






« 


.1** t 





*" 



0- 



/ 



^ - 



\ 



- ' 



12 



.^ 



/ 



■ j 

Pflanzen , welche sich blofs clurcli verschiedene Gröfse 



in allen oder 



vielen Theilen von einander unterscheiden, lassen sich nicht wohl als ver- 



\ 



vrofern dieselben ebenfalls durch üppigem Wuchs 



iommen. 
So giebt 



xra 



weil 



an den 



einem 



L 

,TTigonella coerulea Ser., welche ich Trißonella connata nenne, 

obern Blättern hier und da die Blättchen mehr oder weniger z 

appigen Blatt zusammen lA^achsen, obgleich an vielen andern das ungepaarte 

Blättchen so gut, wie bei Trigonella caerulea einen Stiel besitzt; allein so 

so kann deshalb Tr. connata doch nicht 

■ 

werden, theils weil derselbe aus der Erweiterun*' 



ausgezeichnet dieser Charakter 




achsthum und dem 



sammendr 



# 



erselben erklärlich ist, theils weil man ihn, bei Leguminosen 
schon zu den Mifsbildungen zählen kann, auf die keine Art gegründet 
werden darf. Ob man nach dieser Regel auch Flantago lanceolata und Fh 

aldssima Jacq. für blofse Abarten zu nehmen habe, will ich unentschieden 



^ 



wenn 



nur einzelne Organe, z. B. die Blätter, die Blumen, 
die Frucht etc. bei der einen Pflanze gröfser, bei der andern kleiner sind 
kann dies allein nicht berechtigen, sie für verschiedene Arten 



to 

^^^^ r 

Besser läfst sich zwar eine allgemeine Verschiedenheit in 



zu nehmen. 



der verhältnifs- 



m 



Gröfse gewisser Theile 



zur Untei'scheidung der Arten 



benutzen ; 



indessen 



uweil 



So kann 



man z. B. nach der 



y 



zum 



Myrtaceen , 



Convolvolaceen , den Solanaceen etc. Arten und selbst Gat- 



tungen unterscheiden, dagegen ist bei den Labiaten dies Verhältnifs häufiger 



Lusai'tung unterworfen. 

Abweichungen in der Zahl der Theile sind ebenfalls häufig, wobei 



\ 



die- 



/ 

selbe sowohl vermindert als vermehrt werden kann. Von Verminderung der 

IIa, welche 
durch die 



Zahl haben wir ein merkwürdiges Beispiel an Fragaria mono 
im Garten aus Saamen der Fr. vesca entstanden, 



^^ 




/ 



X 



1 






Y 



f 



's 



V 

\ 

I 



I 






' \ 



t 



l 



r 




UK^ 




c 



4 



u M 

^r . i 






\ *^ f. 



::^!r-i^ 



<• ■■ 



t-1 



f 




N 



X 



.'' 



X 



-5— - 



— u 




k- 



.N^ 




-\ 




^ 

4 



\ 



V 



\ 



^ 



I ■ 



I 
I 



■ 



13 



■ , - 



r 





■v 



Aussaat fortpflanzt. Oefter wird, besonders in Gärten, die ZaU der Blätter 

^ 

vcmielirt, so dafs z. B. Pflanzen mit gegenüberstehenden Blättern foUa tema \0Jk^. 



und quaterna beliommen , welclier Unterschied sich bei der Aussaat freilich 
nur selten sehr beständig erhält. Doch ist dies bei Zinnia verticülata Ajidr, 
der Fall , welche daher die Systematiker für eine gute Art auszugeben pflegen, 

r ~ _ 

tingeachtet schon ihre grofse Neigung zum monströsen Wächsthum , das sich 
selbst bis auf die Blüthe foxtpflanzt, sie sehr verdächtig macht. 



Es giebt 



Pfli 



inaen, bei welchen sich die Vermehrung der Theile haiiptsächlich in den 

' ■ ■ b ~ 

Biüthen und der Frucht zeigt. Hierher gehört z. B. Lycopersicum esculentwn 

Milh, -vTelches ohne Zweifel blofs für monströse Abart des Z#. cerasiforme 



■. 



Dun. mit vermehrter Zahl aller Blüthentheile betrachtet -werden mufs., 



\yo- 






« 



f -> 



e>^ . ^* 



/ 



V 



4 






I 



s 



t? 



I ■ . 

<r 
I 



) 



I 



-^1 



' V. 



1 

-1 _ 

' ^1 



V. 



von die Ovarien durch ihr 



amm 



die 



:gelm 



Frucht bilden. Etwas Aehnliches bemerkt man 



gefurchte 



JMelopei 



welcher sich der Stängel auch dadurch auszeichnet, dafs er nicht, wie 



bei 

von fünf, sondern von ungleich meh?: 
Gefäfsbündeln durchlaufen wird, eo dafs man auch den Stängel in gewisser 
Hinsicht als zusammengesetzt betrachten darf , so vv^ie er h^i JZinnia verticülata 



wo 



'i: 



J-i 



I ■ 
■ 



I 

r 

I ' ■ 



Hl 



■ I 



h 









'\. 



/ 



dafür gelten kann» 

Hiermit ist denn auch der Cc 

sonders dadurch unterscheidet, dafs 

wohnlich ist diese Form nur zufällig, doch finden 

w 

Schrad.y daC 



"^ 



Y 



welcher sich be- 



er mehr in die Breite gedehnt ist» Ge- 

vrir bei Sedum cristatum 



3 Sie a 



^ ± 

uch einiger Mafsen erblich y/erden kann. Die eigentliche 
.Varietas cristata ist nach Linne für die Blüthentheile dasjenige, was die Va- 



ß 



den Stängel ist; Celosia cristata liefert davon ein belianntes 



'/^ 



4 



f^ 



f ' 



I 



I 



t. 



i i 



^44U iM 



f^ 



f A 



f^' 



M 



^ -* 



Q^JT^ 



* * 



B 



lun 
des 



eispiel. Da man bei derselben nicht selten zugleich eine bedeutende Thei- 



r 






emei 




so führt uns dies auf die ungewöhnliche Veras tigung 



lens Lands, die sieh auch 



dem Geivä 



z. 



B. 



m 






^ 



i 



J^ 



s/H 




,/W 



■7 



I 



^ . 1 



I ' 

- V _ 

I !-•_ 

~ b I 

n _ I 

t: ."H 



L i 



t 



L' 



r-,1 

■v .1 



"Ü 



■f-l 



■<-s 



I 



> - 






'--, 



I 

Grasern vorfindet» Bei Triticum compositum hl sie sogar erblich; indessen 



•^f^pt^rffL^^ 



hat man schon seit längerer Zeit erkannt, dafs deshalb dies Gras ii eine ei^-eRe 
Art ausmachen könne. . . 



I 



^:^M 






i. ü 



* -I 



-- 



Ajh* 



\ 





k^ K 



^ 



1"^ 

^ 

*- 





f 




fi? 



i 




\ 



j 



--. 



V 



\ 



^- 



l 



\ 



t^- 



i 

i 











\ 



f' 

^ 

i 



> 
I- 



\ 



t 



i 



\ 



1 



1* 



\ 



t 



/ 



/ f 



y 



y 



14 



/K 



\^r 



i 



M '- 




'(^ 






ft--^ 



iA- 



/ 



\ ' 



*«' 




V 




d^ 



\ 



-V G 



i*^. 




•A 



« # 



<;' 











1- 



^. 



h 



J> 





fc 



J 















(^ 



4^ 






^ 



\ 



lA 



Mi 




r 




*. ^ 



y 






\ 



i 



>- 



> ^J 



r i' 



,-* 



^*^. 



\ 



■^f 



,"■* 



\. • 



I ' 




« 



%, 



v^ 



Vi 



1 _ xi> 



Verdickungen dieser und jener Theile kommen hauptsächlich bei eim^ren 
Arten Brassica und andern Küchengewächsen vor. Auch zeichnen sich mehre 
derselben durch Gedrungenheit des Wachsthums, durch Anhäufung der Blät* 
ter zur Kopfform etc. aus. Etwas Aehnliches sieht man bei mehren Sträuchen 
und Bäumen, "welche wegen ihrer sonderbar zusammrngehäuften Blätter zur 



/ 



.Zierde für Lvistgebüsche benutzt werden. Indessen scheinen die Systematiker 



ihnen ihre Stelle ziernlich richtig angewiesen zu haben. 



y 



Mehr Veranlassung zur Aufstellung eigener Arten hat dagegen 



die 



ver* 



änderte Gestalt der Blätter und anderer Organe gegeben. Häufig hat be- 
sonders die Varietas ladniata, welche bei verschiedenen Pflanzen zum Thell 



T»V 



.\>*^. 



■^ 1- 



auch andere Namen führt, dazu verleitet, wie sie denn selbst Linne in der 

■ ■ 

Vitis Zacz'mo^a , verkannte. In der. Gattung Sßmbucus ist diese Ausartung so 



gewöhnlich, dafs sowohl S. niara, als S. racemosa imd S. Ebuliis mit ganzen 



und zerschlitzten Blättern vorkommen. Von S. ladniata habe ich mehrmals 
Saamen atisgesäet und daraus Pflanzen erzogen, welche zum Theil die ur- 

sprüngliche Form der S. 



nigra w^ieder erlaugt hatten. 



Der Saame von S. 



i-j 



racemosa ladniata lieferte aber blofs Pflanzen mit ganzen Blättchen. 5. Ebuhis 

ladniata kömmt meines Wissens nur in Italien vor, allein der daher erhaltene 
Saame hat nicht gekeimt. Eine ähnliche Ausartung findet man bei manchen 

4 

Doldengewächsen. Bei Chelidonium ladniatum pflanzt sich das Zerschlitztseyn 

bis zu den Blumenblättern fort, und erhält sich auch bei der Aussagt, so 

dafs es füglich für Abart des CK, ntajus gelten kann. Ich habe aus dem 



Saamen desselben schon zweimal eine Pflanze mit noch weit mehr zer- 



schlitzten , und verunstalteten Blättern 



erzogen. 



Ein 



geringerer 



Grad der 



Varietas ladniata ist die V. indsa und querdfolia^ welche besonders bei mehren. 









? 



■ 

! 



■,l' 



t 
I 

V 
1 







%-. 







l 



V 







J 

t 



t: 



Holzpflanzen entsteht 



X 



< 



t 



1 






r\ 



t 



Eine andere häufige Veränderung der Form ist die Varietas crispa und 



huUata^^ welche nicht selten mit mehr oder vfeniger Zerschlitzung des Blatt- 



tandes verbunden ist. 



Je monströser dergleichen Blätter sind. 



desto mehr 



darf man schliefsen , dafs sie blofs Folge de^ Ausartung sind ; denn von Natur 



l 



i> 



.^ 



t 



V 



* / 



\ 



\ 



/ 



■ \ 




-■, 



1^ 



j 



\ ^- 



\ 



V 






-•^ 





5^. 








■* 






» 



/ 



> 

i 



f 





^L 



^ 



4^ 




^^ ^' 



V 



15 



\ 



I 



^ 



-«^ 



_ krause Blätter , wie 



Malva 



^t-' 



Es scheinen noch wenig Versuche angestellt zu seyn, in wie^ weit sich die 
krausen Formen bei der Aussaat erhalten, Einiere krause Münzen, die ich 

■.■■■-_ V , ■ / ■■■-■' 

selbst aussäete, haben die Blattform beibehalten, doch sind die ersten Blätter, 
welche auf die Kotyledonen folgen, noch nicht kraus, sondern diese Mifsbildung. 




y 



Jju^ 






* entwickelt sich 



immer mehr. Erstreckt sich 



ittr- 



das Krause auch auf den Stängel, so entsteht dadurch 
wovon Rohinia Pseiid-acacia tortuosa ein Beispiel giebL 



f 



Varielas 



M- 




1 



/C-4t^ ^ 



\ 




I 



/ 



t*' 



U 



X 






^ 4 



-v. 



41^ 



t 



\ 





r^ I 



Saanaen 



^'»■■^atr*'*'' 



\ 



\ 




>\ 




I . 



: I 



.---^ 



f»/*> 


f 


i , 


* 


* - 






J 






H i 




r 


i* 



/ 




ö 



waren 



anie, deren Zweige z^yar ebenfalls sämmtlich gekrümmt 

r" 

dem Grade, wie bei der Mutterpflanze; es scheint sich 



daher diese Form allmählig bei fortgesetzter Aussaat zu verlieren. Als eine 



\ 



krause Form, bei welcher die Mifsgestaltung blofs die Blume betroffen hat, 
läfst sich Veronica cristata betrachten^ Bei der Aussaat erhält sich diese Fonn 



t 



-. - .1 



---'■/ 



--. '.* 



ziemlich beständig, doch giebt es verschiedene Modificationen derselben, und 

^ _ L 

schon deshalb mufs man geneigt werden , sie nicht für eine besondere Art zu 

halten. 



\ 



' 




^^ 




,v 



Lhc^ 



« 



\ ' 






*^ 



ffk 







': 



v 



ft 



^\ 



• -I 



'"1 



-1 



-t 



7 



f 



V ^ 



■* - 



-i. 



I 



i 

1 

! 



r 

Wie sehr die Blätter nach dem verschiedenen Standorte bei derselben 

H 

Pflanze abändern können, davon liefert schon die gemeine Capsella Bursa 



pastoris 



Zwar 



< 



Verschiedenheiten eigene Arten zu sehen, desto öfter ist dies aber bei andern 
Pflanzen geschehen. Allein auch andere Einflüsse , vN^elche 

bei der Bildunp^ des Embrvo wirken 



zum 



f 
/ 



i 



■ r 



müssen 



\ 



' . 



veranlassen. Man erinnere sich nur man 



/ 



schon seit langer Zeit -wegen der Wandelbarkeit ihrer Form berühmt sind: 
die Veränderung erstreckt sich bei ihnen sowohl auf den Ueberzug, als auf 
die Gestalt der Blätter und der Blüthen, so wie auf die Farbe der letztern. 



f- 



Etwas Aehnliches bemerkt man bei mehren Gattungen der Ranunculaceen. 
So sähe ich in einem Garten, dem aufser der gemeinen gefüllten Päonie 
weiter keine Art dieser Gattung als Paeonia corallina Retz. zum Schmuck 
diente , aus dem l 



aamen 



'- ' 



/ 



« 



\ 



i 



■i 



■ 
^ I 

I r I 
1. 






i- '■ 



■ j 

L - 

i "'■-■ 

F V ■ 

Ir ''1 

' l 



i "-J 



i 



■ 

I 



i- ■ ■ 

- vi 



t- " - 'I 



■^-r.1 



-< 






-# 



I 



•1 - 



1 . 



T^-. 



*. 

t 



\ 



/ 



• - 



't- 



^■■\ 






L 

I 



V 



x 



( r' 



I -' 



vr' 






1 



K 



/ 



\ 






\ 



/ 



/ 



' -- 1 "x 






rl^l 



'. 



iiWr*t^ 



J 

1- 

> 




4 

t 






V 






\ 



\ 






1 



l 

I 



t 




/ 



'1 



-Ar- . 



_- I 

■ 



y 



y 



.• 



\ 



^ \ ^ 



** 



/ 



if 



1 




I 




-*' 



\ 



'r*- - ' I 



-^ ^Jl-r 



d ^ 




>-. 








\ 



\ 



t/JU 



if 



>^ 




-— 



16 



. %. 



schmalen Blättchen entstellen, \yelclie ri'^ch den Grundsätzen, die Einige bei 

' ' ' ^^ 

Aufstellung der Arten dieser Gattung befolgen , für eine eigene Art würde ee- 
nommen haben werden müssen. , Linne unterschied daher mit Recht die 



ifolia nnA tenuifolia oder ongustifolia ^ wenn auch manche von ihm 



dafür erkannte Pflanze seitdem als eigene 



Art aufgestellt 



worden ist. Wie 



man 



Weid 



^wie 



dem auch die 



nur sind wir leider! noch wenig belehrt, 

bei der Aussaat verhalten. Aber nicht nur. die Blätter, 

Blüthentheile, der Kelch, die Blume, die Staubfäden und in manchen Gat- 
langen vornehniirch die Frucht sind grofser Veränderung fähig. 

F — 

Eine der auffallendsten. Veränderungen in den Blüthen ist die Verwand- 
hing der unregelmäfsigen in die. regelmäfsige, wie sie bei Linaria, Orchis etc. 
bemerkt worden ist; indessen hat dieselbe zur Aufsto^llung eigener Arten kaum 
Veranlassung gegeben. Auch ungewöhnliche Metamorphosen der Pflanzen 



V ' 



haben nur selten einen Botaniker verleitet^ in einer auf diese Weise um^-e- 

änderten Gestalt, wenn sie sich auch bei der Aussaat erhielt, eine eigene 
Art zu suchen , indem die Regeln , nach welchen sich diese Veränderungen 
richten, schon früher, "V^enn auch nicht so klar als gegenwärtio- , erkannt 
wurden. So sind selbst die Hieracien mit röhrigen Blumen (Ilieracia cor. 
tubulosis)^ welche sich bei der Aussaat in ihrer ausgezeithneten Form unver- 

+■ 

ändert erhalten, doch kaum von einem gut unterrichteten Botaniker für eigene 
Arten gehalten \Yorden. Am meisten scheint noch die Verwandlung der 
Decken in Blätter zur unschicklichen Trennung von Arten Veranlassung ge* 
geben zu haben, wie davon Plantago hracteata Mönch, ein Beispiel liefert 
%yelche, wenn sich auch dieser Charakter bei der Aussaat ziemlich erliält 
doch schon wegen der Veränderlichkeit in der Ausbildung der blattförmigen 
Decken Mifstrauen gegen ihre specifische Verschiedenheit erregen mufs. Et- 



W'as Aehnliches findet bei mehren Arten der Gattung Centaurea Statt, an 



^velchen die Hüllblättchen oder Schuppen auf fettem Boden nicht selten da- 



4 



J 



>' I 



I- 



/■" 



\ 



. * -; 



/ 



<i> 



/ 



f ' 



\ 






1 



\ 



r 




» 






■> 



\ 



\ 



\ 
\ 



I 






\ 



t \ 






:4*Ui 





K 



N 






i 



I 



f 



17 



\ 




\, 



I 



i 



hin abändern, dafs sie an der Spitze in einen Dorn endigen / welcher dem 

L 

r 

Typus der Art nicht zukömmt. Dieser Dorn ist nämlich als eine verlängerte 
Blattrij^pe zu betrachten, und datier dieser Fall dem vorigen sehr ähnlich. 

■ H 

■ ' , L 

So habe ich ein Paarmal die Beobachtung gemacht, dafs die Saamen der 



Centaurea sptendens, von 



wild wächsenden Pflanzen 



ommen 



im Garten 



rr 



um Theil Individuen lieferten, bei welchen der rauschende Anhang der 



*' 



ruenr 



Hiillblättchen in einen Dorn auslief. Ueberhaupt sind die Hüllblattchen 

Arten dieser Gattung auch zn andern Veränderungen in ihrer Gestalt geneigt, 

und wenn dieses auch zum Theil Folge der Bastardzeugung ist, so zuöchten 

doch manche Formen blofs von Ausartung herrühren. 

> 

Die Dauer ist ebenfalls Veränderungen unterworfen, und auf sie allein 



man keinen Artenunterschied gründen , -vvie schon Triticum aestiviim 



y- 



bernum lehren, -welche von Linne getrennt 



enwärti 



emem 



für 



Abarten erkannt werden 



ewa 



Witterung 



:hse, die nach der Zeit der Aussaat, nach 

les Bodens etc. bald jährig, bald zweijährig 
aind 5 finden sich viele. Auch können Pflanzen , welche im ersten Jahre zur 
Blüthe gelangen, leicht für jährig gehalten werden, ob sie gleich ausdaxiernd 

eind. So ist es mit Oxdlis corniculala gegangen, welche Mehre durch eine 
jährige Wurzel von der ausdauernden O. stricta Jacq. glauben nnterschdden 
zu können. Dies ist aber nur in so weit wahr, 'als die gegen Kälte weit 

- 

r ' 

empfindlichere O. cornicülata die Winter in Deutschland, vielleicht mit Aus- 
r.ahme seines südlichsten Endes, kaum erträgt, und daher bei uns sich in der 

-- L 

Regel wie eine jährige Pflanze verhält. Wenn man ihr aber im Winter eine 
starke Bedecliung giebt, so hält sie so gut, v/ie O. stricta viele Jahre aus. 
Ueberhaupt kann man vor dem Fehler, in welchen Mehre verfallen , die Dauer 
einer Pflanze blofs nach der Bildung der AVurzel und dem Mangel an neuen 
Trieben zu bestimmen , nicht genug Avarnen. So kann z. B. Coris monspeliensis. 
leicht für ein Sommergewächs gehalten werden, wenn man blofs hieraixf Ftück- 

r 

sieht nimmt. Umgekehrt hat aber auch die Eigenschaft mancher jährigen Ge- 

J 

wachse, sich? >venn sie nicht durch Saamen tragen entliräftet sind, im Ge- 



/ 



\ 






/ 



« 
i 



i^ 



«1 




X 



1 .' 



/ 




f 



\ 



v 



>r 



' r 



* 



i 



..I 



\ 



> 



<^ 



* 



\ 



■1^ 



\ 





/ 



r 

L 





r 

i 



/ 



X 



f 



» 






V 









V 







/ 



'' 



_^- 




/ 



\ 



-- 



18 



wäclishause dvircliwmtern zu lassen, Veranlassung gegeben, darin eigene 

r 

Strauchartige Arten zu selien, wovon Datura Metel ein Beispiel liefert. 

Dafs man auch auf die verschiedene Blüthezeit und die Saamenreife nicht 



sicher hauen könne. 



um 



folgt schon daraus. 



man 



bald jährig, bald 



zwei 



seyn 



können. TV 



m- 



dessen zwei ähnliche Pflanzen an 
meinsam ist, immer regelmäfsig zu ga 

- 

man allerdings vermuthen, dafs sie m 



dem natürlichen Standorte, der ihnen ge- 



Man 



erst die Eigenheiten 
Studiren, ehe man 



■ 

Famil 



der Ausartung zu 



daran geht, über ihre Arten, Unterarten, Aborten und 



timmen 



einen sehr beständig ist, ändert in der andern leicht aufs Mannichfaltigste ab. 

Da die Prüfung der Beständigkeit der Charaktere durch wiederholte Aus- 
Saat für manche Gewächse, z. B. für Schmarotzerpflanzen, für Orchideen kaum 
ausführbar ist, und da überdies eine solche Prüfung oft zweifelhaft lafst, ob 



nait 



man 



mehr 



Kölreuter 



y 



glaubte ein solches in der Bastarderzeugung gefunden zu haben, und K night 

Kurzem vertheidigt. Man soll nach Ersterm alle In- 



hal dasselbe noch vor 
dividuen in eine Art ^ 



ö 



welch 



ommen 



männlicher und weiblicher 



hältnifsmäfsig eben so 



viel Saamen ansetzen, als- die Aeltern. Nach diesem 
HihUcus Manihot und H. vitifoUus für blofse Varietäten 



erklären zu Tonnen , da die daraus erzogenen Bastarde nicht im Gering 



an .Fruchtbarkeit verloren 



Datura ferox und Z>. Tatula m 



nach ihm verschiedene Arten aus, weil die erzeugten Bastarde nur weni^- 

■ L 

Saamen ansetzten , indem in einer Kapsel deren ungefähr SO bis 40 gefunden 
•wurden , während die Aeltern deren in einer Kapsel wohl gegen 800 enthalten. 



/ 



/ 



\ 



I 










O^ 














/ 



4 






19 



( 



/ 






y 



■■ 



- t 



Nach' den Ansichten der neuern 'Botaniker sind Hi 



Manihot und viti- 



ß 



SO 



Avesentlich verschieden, dafß 



man sie in zwei verschiedene Abr 



V 



werden müssen, so wurde man 



r _ 

Äixheben ^^nd in eine zu verbinden, und dann eine Differenz zu geben haben^ 
welche diese beiden Formen von allen übrigen unterschied. Kaum würde 
daher Jemand, wenn dieses gegründet wäre , es wagen dürfen, das Pflanzen- 
reich systematisch zu bearbeiten. Indessen^ ist allerdings zu vermuthen , dafs 



Kölreuter den PI. palmatus Cav. für 



H. vitifi 



nahm, da er von 



. - - -1 

der grofsen Aehnlichkeit spricht, "Welche diese beiden Pflanzen haben sollen; 



H 



und da man diesen H. palmatus ohnehin geneigt ist, nur für Abart des 

j __ 

IManihot zu halten, so ständen die Kölreut er'schen Versuche ganz in 



timraung 



mit den neuern Ansichten. Wenn daher auch hiervon 



\ 



enommen 



80 sind 



keine Einwendtmg gegen jenes Princip her^ 

seiner Anwendung, auch abgesehen von den bedeutenden Schwierigkeiten, 

Avelche dabei Statt finden, doch noch manche andere eintretende Fälle ent- 

Man sollte nämlich erstlich meinen, dafs, vreiin zvrei Arten vv^echsel- 




egen. 



die Fruchtbarkeit bei beiderlei daraus erzogenen 



seitig befruchtet würden, 

Bastarden dieselbe seyn müfste. Als aber Kölreuter die Narbe der Acjuilegia 

vuh^ciris mit dem Pollen der ^. canadensis befruchtete,, erhielt er lauter un» 



- j 



fruchtbare Bastarde , und dagegen , als er die Narbe der A. canadensis mit 
dem Pollen der A. (üMZi^arf^ sch-vvängerte, entstanden Bastarde, -vyelche in 



i 



>v 






•i 



/ 



4^ 



/ 



r ^ ■ ^ 

■ \ 



\ 



) 



\ 



\ 



% 



n 



f- 




7 



s 



! 



hohem Grade fruchtbar waren, so dafs die Kapseln gegen 40 Saamen ent- 
hielten.^ Es ist ferner zu vermuthen, dafs Datura S tramonium \md D. ferox. 




Wenn sie unter einander befruchtet würden, wegen ihrer grofsen Aehnlich- 
keit vollkommen fruchtbare Bastarde liefern möchten; wenn nun, nach 

Kölreuters Versuchen, Datura Tatula und D. ferox bei ihrer Begattung 
die Fruchtbarkeit ihren Erzeugnissen nicht im vollkommnen Grade mittheilen, 
die Bastarde von JD. Tatula und D. ßtramonium aber vollkommen fruchtbar 
sind so würde daraus folgen , dafs sowohl D. Tatula als D, ferox Varietäten * 

^ ' '■ "3* ' ^ , 



j 

1 



4 



Vf P 




f 



} 



S.'B^ 



.^ 



/ 



4 

4 



? 



|r/ 



** I 



\ ♦ 



w 




A 






f* 



i 



r" 



t 
\ 



* ' 



w 



». 





ri 



I 



1 



K 



) 



'V 



c 



^ 



qi -^ 



i 




?. 



t 



r 



■*»fc «^ , 



> 



M 




t 

i 





^y 



\ 




■'— -- 




V , ■* 



1^ HO^. 'K,'N_ 





i 



N 



/ 



E-"»- 





> 



\ 



b ^ 



\ 



y 



\ 



20 



# r> 



A- 



c 



y 



der jD. Stramonium seyn, dafs jedoch D. Tatula 



D.ß 



ausm 



9 



ommner Widersp 



swei ver- 

ixe. Hier 



^ 



I 

aus ersieht man liinreicliend , d''^^^ dieses Princip , bevor wir niclit eine un* 

h 

gleich gröfsere Anzahl von Thatsachen haben, und bevor nicht dadvirch er- 
wiesen ist, dafs wir vor jenen Widerspi-üchen vollkommen gesichert sind, 
im Allgemeinen zur Ausmittelung der Arten und Abarten unanwendbar bleibt; 

r 

nur in so weit scheint es benutzt werden zu dürfen, dafs man auf die voll* 
kommene Fruchtbarkeit eines Blendlings die Vermuthung gründen darf, seine 

Aeltern möchten sich blos als Abarten oder auch als Unterarten zu emander 

verhalten, und dafs man auf der andern Seite aus der vermiziderten oaer 
mangelnden Fi^uchtbarkeit eines Bastards den Schlufs ziehen darf, dafs die 
Aeltern desselben für Arten genommen werden müssen , wofern man über- 
zeugt seyn kann , dafs die Abnahme der Fruchtbarkeit wirklich in der Natur 
des Bastards liege, und nicht blofs wegen besonderer Verhältnisse, unter 

w 

welchen er yegetirtj zufallig hervorgieng^ 



I 

> 






I 



'i 




' » 



I 



\ 



^ 



Je weniger man die Bastardzeugiing wegen der vielen dabei Statt fin« 

denden Schwierigkeiten benutzt hat, nm zur Kehntnifs der wahren Arten 
tmd Abarten zu gelangen , desto häufiger pflegt man gegenwärtig eine andere 
Methode anzuwenden, um den Umfang der Arten zu bestimmen. Man prüft 

nämlich, ob sich nicht die Kennzeichen der einen Form in die einer andern 
allmählig verlaufen, indem die einen immer mehr verschwinden, und die 



andern dafür hervortreten. 



Allein so zwechmäfsig diese Methode 



zu seyn 



/ 



. * 



scheint, so hann man sich bei solchen Beobachtungen nicht nur leicht 
täuschen, sondern wenn auch dergleichen Uebergänge Statt finden, so ist 
doch die Folgerung, dafs zv^^ei bisher für Arten genommene Pflanzen, 



an 



welchen man sie beobachtet hat, fem 



nur eine ausm 



dürften. 



V 



^ 

iel zu voreilig, wofern nicht^ noch andere Gründe dafür sprechen. 



Ein 



machen 



Man ysrei 



dafs Prenanthes purpurea 



iß 



welche sich bei der Aussaat vollkommen in ihren Kenn 



I * 
j 



/ 



■jw^ r 



-V' 






\ 



■V 



. / 



f 
>* 



V 




> 






*-' 






/* 



.. r 




I 



I 



J 

t 



/ 



/ 



■»■ 










/ 



/ 



^ 



f 



/ 



N. ^ 



21 



/ 



V 



WO 



M 

orliommen 



näherungen der Form bemerken lassen. Ehe man sie aber defshalb in eine 
Art susammenfafstj ist erst zu untersuchen, ob diese Uebergangsfonnen 
lieimfähige Saamen in derselben Menge wie Prenanthes purpurea und tenui- 
folid ansetzen. Bemerkt man an ihnen eine verminderte oder gänzlich 



» ■ ■ ■ ' 

fehlende Fruchtbarkeit, so würde man füglich annehmen dürfen, dafs die- 

selben durch Bastarclzeugung entstanden seyen, und dafs man ihre Aeltern 




A 



L ■ 

zu nehmen habe. Findet sich dagegen 



daln 



vollkommen 

31endlinge gi 



.tbar sind , so würde man , da es 

ZU versuchen haben, ob dadurch. 



if, 



ander setzt, oder durch unmittelbare 
erzeugen lassen, welche vollkommen 



künstliche Befruchtung sich Bastarde 



Zwischenformen 



Wahrscheinlichk 



'^ 



•kommende Zwischenformen 
:xi entweder für zwei Untei 



dafs auch 
ven, und 



;b 



dafs sie beide 



ursprünglich existirt hätten, oder dafs der eine blofs in Folge der Ausartung 



aus dem andern 

linge aus jenen 



Wollte 



im 



beiden Pflanzen zu ziehen, so würde man von den ver 



schiedenen Zwischenformen , welche 



Saamen zu sammelx) 



und diesen im Garten auszusäen haben» Fände sich dabei, dafs jede dieser 



I - 



men sich in ihrer Gestalt erhielt , so würde man geneigt werd 



mu 



darin eben so viele Abarten zu erkennen, und Vr. 



!/< 



\ 



man 



diese Zwisehenformen bei 



/ 



Aussaat in die Gestalt der Pn purpur 



dafs 

4 

und 



iß 



■ö 



ö 



eweis 



iß 



diese Pflanzen 



Einwir 



dafs ein wahrer 
^, sondern dafs 
'orm ihrer Blät- 



L 

ter modificiren können, so dafs sie dana einander ähnlicher werden 



a 



In 



\ 



/v 



/ 



* _^ 



/ 



.f 



- 'i 



.A- %.\ 



^ 



- ^^■ 



,«■* 



*^ 



VV 



i. - 



'V V 



\. 



\ 



^ 



.Ar. 



,^ 



V. 



r 



t 



c/ 



''1. 



\ 



I 



/ 
* /7 



/ 



/ 



■ 7/ 



; \ 



f 



) 



^r 



\ » 



V 



T- 



1 



l 



\ 

I 

L 



\ 






\ 



-tl 



/ 



'^ 



n 

/ 



/ 



..» 






/ 



\ 



/ 



<'^ 




t 



\ 



x 



.t 



) 



f 







I 



I 



■\. 




■' 



,- * 



\ 



t 



I ^ 



^^ 



i 



\ 



y 



* . 



i 



/ 

L 
' J 

; ■ 






X 



\ 






V 



^ _ _, .. 







4 » 



.1 



% 



■ 



y 



,- 



& 



y 



I 



■\ 



/ 



f 




• ^ 



'— 



^Ow 



'v.:v 



nM^ 



."V 



■ rH. 




■"- — 





y 



22 



diesem Falle würde man wohl thun , sie wenigstens für Unterarten gelten 

%\x lassen, 

r 

Uebergänge kommen auch nicht selten von Salix fragilis und Russdiana 
Sm. vor, indessen möchte dabei nicht an Bastarde, vielleicht nicht einmal 

Verschiedenheiten, von örtlichen Einflüssen 
doch ist auch dieses noch näher zu unter- 



nn Abarten, sondern blofs an 
abhäufirend, zu, denken seyn, 



suchen. 
ativrnhens 



Mit mehr Sicherheit darf man w^ohl annehmen, dafs Epipactis 



ff 



weiter nichts als die Sonnenform der 



ifoUa 



eey , 



indem man die verschiedenen Abstufungen zwischen beiden von den 



^ sonnigen Plätzen bis in den schattigen Wald oft sehr gut verf9lgen kann. 
Es ist aber noch zu bemerken, dafs nicht nur der verschiedene Standort, 

■ i ' ■ ■ ' - - 

sondern auch das verschiedene Alter eine Pflanzenart in ihrem Ansehen sehr 
verändern kann, und dafs man daher auch die Uebergänge von dem jugend- 
lichen Zustande zu dem altern zu beobachten habe, wenn man nicht in den 

- 

Fehler verfallen will, Arten t wie Lawsoiiia spinosa, Adonis anomala et^, 

aufzustellen. / ^ . 



i 



Besondere Vorsicht ist nöthig. 



man 



lim 



zu prüfen , ob sie sich durch hinreichende 

Charaktere unterscheiden. Man kann hier eben so leicht verleitet werden, 
auf zufällige Verschiedenheiten besondere Arten zu gründen, als Pflanzen, 



welch 



sind, für blofse Varietäten zu neh- 



men , v/eil man keinen hinreichenden; Unterschied 
So sehen sich im Herbarium Epilobium Dodoiiaei 



wis 



emer 



Vilh und 



' assifolium 



y 



m 



welch 



! sie für Arten gelten lassen. Veratrum album und 

r 

Lobelianum sind im getrockneten Zustande kaum zu vmterscheiden , und 
gleichwohl haben diejenigen sicher Unrecht, welche sie blofs für Spielarten 
nehmen, sie scheinen selbst mehr als Abarten darzustellen. 

— w 

X ■ 

Aber auch bei lebenden Pflanzen hält es oft schwer, die wesentlichen 
Ünt-erschiede der Art aufzufinden, so dafs es manchen Beobachtenv dabei nicht 



~J 



/ 



f 



^ 







/ 



^ 




\ 





^^ - 



V 






ryy 



O 



f 



y- 



besser geht, als Linne, da er den Unterscliied zwisclien Menschen mid 



Affen aufsuchte. 



woll 



wenn man sie 



Fruchttragen in ihren Veränderungen genau beobachtet seyn 

von den ihnen ähnlichen unterscheiden will; sie können sich zur Zeit der 

Blüthe sehr ähnlich sehen, und doch vorher und nachher 



wes 



schiedenheiten zeigen. Nicht selten giebt auch die mifslungene Angabe des 



^ 



Artenunterschiecls Veranlassung, ein Paar gute Arten für eine und dieselbe 



zu halten* 

r 

ZU seyn, 

gcwifs liii 



Xvc 



immer 



\ 



r 

und in den Gärten, worin 



sie 



seit einer langen Reihe von Jahren cultivirt werden, diesen Unterschied 
beständig erhalten haben. Dieser Unterschied liegt aber nicht in den Drüsen 

beide daselbst damit versehen sind; auch 



em 



Wachsthum 



" l ■ I __ 

indem er an trocknen Orten niedrig genüg bleibt, während L. europaeus an 
feuchten mehr als Mannshöhe erreichen kann, wohl aber unter andern 



Charakteren durch die verschiedene 

■ 

des andern zerschlitzt sind, wiew 



We 



dürfte, bei welchem die untern Blätter an 
theilt wären. 



wie die Blätter des einen und 

r 
j 

'kein Lycopus europaeus vorkommen 

der Basis nicht fiederspaltig ge- 



\ 



\. 



Aus dem' bisher Vorgetragenen ergiebt sich, dafs man hauptsächlich dann 



m 



einer durch besondere Charaktere 



abweichenden Pflanze eine Ausartung 



vor sich zu haben, wird annehmen dürfen, wenn dieselbe durch Cultur 
entstand, oder ihre Unterscheidungszeichen nach den Regeln der Ausartimg 



erklärlich sind; 



werden sie mit 



monströser uns die Form 



erscheint, und je mehr wir in den verwandten 
Gattungen und Arten ähnliche Verhältnisse entdecken. Noch mehr Gewicht 



M 



wenn 



Stammart 



ge liefert 



und wenn in den örtlichen 



^ 



X 



jr 



/ 



f 



r 

1 



\ 



) 



\ 




m 



«1 




I 




I 








f 

r 



X 



/- 







■ 



•Kr 






/ 



■^- 




^ ^ 




'«»^ ■ 



il 



i 
I 



24 



y 



ri 



^ 




p j 



i *■ 



#* 



K 



\ 




^ 



f 



j' 



\ 



\ 



^ 
. % 



1 



I 9 



\ 



r-^ 



Verhäitniöseiij unter 




eie vegetirt, eich Gründe dafür nachweisen 



lassen 



.' 



\ 



fr 

Wenn zwei in 




freien Natur vorkommende Verschiedenheiten sich 
wie Abarten zu einander verhalten, so kann die Frage entstehen welche 



von beiden man für die Stammart zu nehmen habe ? 



Zur Lösung 



ö 



tva^r 



solchen Aufgabe allgemeine Regeln %m geben, ist mit vielen Schwieriglieiten 
verbunden , da hierüber: zu wenig Thatsachen vor uns liegen. Man scheint 
geneigt, haui^tsächlich diejenige Verschiedenheit für die Stammart zu er- 
Idären, welche am weitesten verbreitet ist; indessen ist dies zuweilen nicht 

sondern es kann auch bei manchen Pflanzen, be- 

fir zugenommenen Be- 



auszumi 



sonders bei solchen, die sich erst seit 



\ 



immer 



arbeitung des Bodens als Unkraut eingefunden haben, leicht das Gegentheil 

Statt finden. Mit mehr Recht darf man ir 
für Ausartung erklären, welche, sich den 



ememen 



Mifsgestalten nähern, wie die 



krausen, so wie überhaupt diejenigen, von welchen man weifs, dafs die 



eine sich jederzeit zur andern , wie die 



Form zur Stammform 



verhält, wie z. B. die Varietas ladniataj denn dafs eine Pflanze mit 



^^on 



Natur zerschlitzten Blättern eine Ab 

kaum ein Beispiel bekannt. Um so 



mit 



davon ist 



emeine 



wie man die Stammart 



wenn 



Scheidungszeichen der vorliegenden Pflanzen bald Kennzeichen der 
ait, bald die der Abart sind, wie z, B. die Behaarung, Es dürfte 
wohl der hiivxfigere Fall seyn, dafs die 



Stamm- 
nämlich 

« i 

mit Haaren oder überhaupt mit mehr 



Stammart 



zuweil 



auch das Gegentheil Statt 2u finden. So können Grannen und Dornen durch 
Cukur sowohl verdrängt werden, als dadurch entstehen. Beruht der Unter- 
schied zweier ähnlichen Pflanzen auf der Farbe der Blätter und der kraut- 



Tl 



öo hat man in der Regel diejeni 



KT 



Stammart 



SU erklären, bei welcher diese Th eile grün gefärbt sind, da die griine Farbe 

die am allgemeinsten verbreitete der Jtrautartigen Theile ist. Schwieri^rer igt 



i " 



/ 



f 



\ 






y 



\ 



I „ 



'» 





IL 




'l . ^ - -. fc ^^ ■— - 





\ 



^ 



y 






j - 



25 



j 



\ 



/ 



das^egen m dieser Hinsicht über die Farbe der Blüthen izu urtheilen ; docli 

lehrt die Erfahrung , dafs die ursprüngliche Farbe derselben in der freien Natur 

■ * ■ - . 

bei der iVusartunp; in der Regel eher blasser als dunkeler "werde, und dafs ins- 



weifse Farbe häufig Folge der Ausartung 



Da indessen bei 



cnltivirten Pflanzen Beispiele vom Gegentheil vorkommen, so wäre es w^ohl 

' ■ ■ \ - ^ • - - .■'''■' ^ ■ 

müglich , dafs dieser Fall zuweilen auch bei -wilden Pflanzen einträte. Hin- 
sichtlich der Veränderungen in den 



G^D 



chemi 



Geschmacks scheint die Regel gegeben wer 



'• 



Cultur im Allgemeinen die Säure, die Schärfe, die Bitterkeit 



mm 



die 



Pflanzen süfser und i 
Erfahrungen abgehen , 



mache etc. Da, wo uns dergleichen allgemeine 



h. ' 



müssen wir uns bei solchen Aufgaben hauptsächlich 



j 



Familie 



WOZU die Pflanze ge- 



tamm 



/ 



Dafs feine Pflanze 



wird besonders dann wahrschemhch, Avenn 



g 



der fr 



Natur entstand, 



Ö 



mann 



lieber Seite unfruchtb 



em 



b 



ömnit 



, und wenn die vermutheten Aeltern , deren Charaktere sie^ verbindet, 

■ 

sich in ihrer Nähe befinden. Da man indessen auch fruchtbare Bastarde durch 
Ktinst erzeugt hat, welche zum Theil eine ziemliche Anzahl von Saamen 
trugen, so kann allerdings sowohl die Bedingung des hohen Grades von Un- 



/■ 



liuchtbarkeit, als der geringen Menge der Individuen ^vegfallen. Auf jeden 

w 

Fall wird man aber, um die Entstehung mancher Pflanzen durch Bastard- 

I ^^ 

. \ 

aeiigung glaubhafter zu niaclaen, -^yoW tlmn , wenn man dieselbe Form durch 
künstliche Begattung der vermuthlicheh Aeltern hervor zu bringen sucht. Von 
den vielen Bastarden, welche man in neuern Zeiten in Deutschland entdeckt 
haben will, Ist kaum eine durch künstliche Nachbildung -wahrscheinlich 




r- 

e- 



macht worden, auch leidet es keinen Zweifel , dafs diese angeblichen Bastarde 

r 

grofsentheils auf Täuscliung beruhen , oder doch 410dl weiterer Untersuchung 

bedii 



irfen. 



4 



/" 



I 



/ 



/ 



/ 



\ 






*, 



/ 



y 



\ 



-■- 



O 



V. 



\ 



- \ 



x' 



r 



/- 



\ 



/■ 



-V 



i 




\ 



\ 




i 










j!" 



t 



■ 



1 

r 



f 



'y 



^ / 









^ 



i 



H 



/ 






i 



/ 



\ 



r' 



■ N« 



l 



A 



' . 



._:?'_ 






* - 



/ 



y 



26 



Vom BegriiF der Unterart, welcher, wenn seine Aufstellung ancli nicht 



für höchst nothwendig erkannt werden kann, doch 



vorzüglich 



geeignet 



j 



scheint, manche Differenzen Zwischen den Systematikern auezuKleichen. 
\yerden wir ehen deshalb vorzüglich da Gebrauch rnachen, wo die Ansichten 

L 

^ 

Über ähnliche Pflanzen, deren Unterschiede sich bei wiederholter Aussaat be- 
ständig erhalten, verschieden sind, indem die einen sie für Arten, die andern 

fr 

für blofse Abarten erklären, sobald wir hinreichenden Grund zu der Annahme 



-- 



haben, dafs jene Verschiedenheiten ursprünglich existirten. Dahin "gehört 
denn, dafs die Verschiedenheit der fraglichen Pflanzen nicht nach den Regeln 

I 

r 

der Ausartung oder durch Bastardzeugung erklärt werden kann, dafs sie auch 
nicht dur^h Cultur entstanden ist, sondern dafs sich ihr ursprünglicher Stand- 

ort nachweisen läfst. Auch wird man um so eher von diesem Ausdrucke 
Gebrauch machen können , wenn dergleichen Pflanzen in sehr verschiedenen 



\_ 



y 



I 



und entfernten Himmelsstrichen zu Hause sind, und wenn sich viele der- 



rmen 



} 



unterscheiden eeyn würden , allein 



r 

Avovon ziyar einzelne als Arten leicht zu 
wegen der Zwischenformen doch nicht 



' r ' 

wohl dafür erkannt werden können, indem man diese nicht für Abarten er- 

m 

l^lären kann. Von solchen Unterarten darf man auch erwarten , dafs sie mit 

r 

den Abarten den Charakter theilen , in den Bastarden , die sie liefern , ihre 

- . " ■ r 

Fruchtbarkeit vollkommen zu erhalten, oder doch wenig zu mindern, so dafs 
Äwar bei Begattung der unähnlichsten Glieder der m eine Gruppe zusammen- 
gefafsten Unterarten Bastarde mit verminderter Fruchtbarkeit entstehen, allein 



^ 



die ähnlicher gestalteten vollkommen fruchtbare Nachkommenschaft erzeugen« 



b 



Endlich hat man besonders auch dann Grund, nahe verwandte Pflanzen für 
Unterarten zu erkennen, wenn sie offenbar nach demselben Muster gebaut 
sind, aber gleichwohl keine unter ihnen eich füglich für die Stammart er- 
klären läfst. / * 

— ^ 

Ein Beispiel, wie die Begriffe von Abart und Unterart anzuwenden sind, 
mag Dictamnus albus geben. Wir haben schon gehört, dafs davon eine Ver- 
schiedenheit mit weifsen Blumen vorkömmt, und dieselbe für eine Abart er- 



'- 



\ 



■^ 
' 



V 





\ 



^, 






■- ■ 



^■l,. - _'..."'-- 



^ 



- t 



■ 



\_ 






27 



klärt, weil sie bei der Aussaat ihren Charakteren treu bleibt, weil sie nach 

L 

bekannten Regeln 



i 

der Ausartung erklärlich 



ist, und weil sie in Gesellschaft 



der Stammart D 



ß. purpureo vorkömmt. Aufserdem ist seit 



m 



dem 



offenbar nach demselben Muste 



baute Pflanze bekannt geworden , Avelche aus Davurien stammt. Sie erreicht 
eine bedeutend gröfsere Höhe, besitzt eine ansehnlichere Blüthenrispe , ihre 
Blättchen sind länglich," die Blumen noch gröfser, und die Früchtchen laufen 
in eine weit längere und spitzere Zackenspitze aus. Um die Pflanze für eine 



eigene Art zu erklären. 



Mehre 



dazu scheinen die ange- 



gebenen Unterschiede zu geringfügig; denn wenn sie auch nicht nach be- 



gewissem 



r 

Verhältnisse zu einander, indem fast alle Theile. der letztern nicht nur gröfser, 

auch mehr verlängert sind. Es scheint daher z^veckmäfsiger, sie als 



em 



Unterart aufzuführen, und z^yar um so mehr, weil ihr Vaterland Davurien 
so reich an eigenthümlichen Producten ist, und sie daselbst, so viel bekannt. 



nicht in Gesellschaft 



mmt, Ueberdies las- 



man 



s 



man sie 



r 

als Abarten betrachten -wollte, die eine für die Stammart änzu- 

■ \ _ 



nehmen hätte. 



K: 



ij'- 



d> 




Wir wollen übrigens 




ern zugehen, dafs in 



wenig 



estimmen , etwas 



"I 



4 
L 

nicht hinreichende Gründe anführen lassen , um uns zu 1 

für Art, Unterart, Abart oder blofse Ausartung zu erMären. Allein so lange 
es für unmöglich gehalten werden mufs, vollkommen sichere und bequeme 

zur Kenntnifs desjenigen gelangen kann. 



W' 



man 



o 



was ursprünglich existirte, und was blofs der Ausartung und der Bastard- 



werd 



4 

über das, 



\ 



was 



nungen der Botaniker 
auch getheilt bleiben. 



Mit der Festsetzung der Pflanzenarten, so wie der Unterarten, der Abarten 
und anderer Ausartmigen sucht der Mensch so gut ein Bedürfnifs seines Ver- 
Standes zu befriedigen . als mit der Aufstellung der Gattungen und der hohem 



■\ 



4 



L^-- 



\ 



- _■ 



'* 



I 




^^ 



I 




J 



\ 



N 



. ' 




\ 



< 







r 




V~ ■ PJ PJ^T.T'I 






A 



■» . '-- 







« 



/ 



/ 



; 



V 



- ' 



/ 



28 



y 



Abtlieilmigen. Sind die Ansichten , 'Vvie dieselbe ges da eh en'mufs, verschieden. 



Tverden 



Methoden 



Bei 





/ 



\i. 



■■- 1 



i>- 



\t . 



^■^ 



/ 



/^ 



V 



cier Mangelhaftigkeit unserer Kenntnisse kann keine Methode für die beste 

1r ■ , r ' 

ärt werden; es hat vielmehr die eine diese, die andere jene Vorzüf^e • und 

nur diejenige verdient Tadel, welche gegeii die Principien fehlt, die all^c- 

mein für richtig anerkannt werden sollten. 



wer 



chem man 



J 



I 



Pflanzen für eigene Arten erklärt, deren Unterschiede sich bei der Aussaat 

nicht erhalten, oder welche blofs durch Vermischung verschiedener Arten 



hervorgiengeh ; eben so wenig dasjenige, welches Pflanzen, deren erbliche 
Unterschiede hinreichend klar und wichtig sind, in eine Art vereinio-t. Auf 
der andern Seite kann aber auch diejenige Methode nicht gut gelieifsen 



werden, welche Unterarten, Abarten und 



S 



r 

ZU sehr ver- 



nimmt 



'N 



f — *-* 

.unterscheiden. Alle sich fortpflanzende Unterschiede, welche die Natur liefert, 

dem Naturforscher heilig seyn , nicht mir um des Systems Willen, 



müssen 



sondern auch deshalb, weil 



Abweichung 



n zuweilen über die 
Gesetze, nach welchen sich die Vegetation richtet, so wie über die Ver- 
breitun^ der Pflanzen, und selbst über manche geognostische Verhältnisse 



t> 



m 



Bei Befolgung der einen oder der andern Methode mufs ohne Zweifel 
eine gewisse Consequenz beobachtet werden, welche indessen oft schwieriger 
ZU erreichen ist, als man glauben sollte. Wer z. B. den rothstängeligen Rumex 
sanguineus blofs für Abart des Rumex nemorosus Schrad. nimmt, wird aucli 



» 



y 



I 



/ 



^^ 




fc 



«r t 



füglich in der Familie der Amarantaceen den Amarantus cauäatus mit grüner 
und rother Farbe, und in der Familie der Chenopodien das graue und roihe 
AUiplex hortense hlois für Abarten erklären können. Ob aber die Consequenz 



Dat 



ar ten 



1-— i»^«--. 



aufführe, ist eine ganz andere Frage, indem zwischen diesen Pflanzen nicht 



Ü 



^ 



Abw 



x - 



1 



Ö 



soijdern weil sich aucli 



■'-. 



'->-' 






/ 



-f.., ' 






wHL*'''^'' ^* *^' 



L 



%' 



i 



'"'.. 



s 



-■ ' 



X--Ä 



h- ■ 



L 



7 



..'■ 



f ,tf**Ö» 



/• 



ß 



-^ 




I 



f. 



M 






-?^ 



if 



-' 



t- 







/ 



*..^ 



\ 



/r 



■■*^ 



A 



.1 r-' 



^" ■ 



/ 



X 



-^ 



./ 




-=-■ 



\ 



/fr 



I n 



.^ 



fr 



\ 



/. 



\ 



(U. 






4 




— I 



- r- — ■■ 



L ^ 



L^l 




V 



"Vi 




I 

1 



/ 



^ 



.* 



\ 



29 



/ 



ein ähnlicher Unterschied zwischen D. ß 



ifi 



xrat mit 



noch etwas mehr Verschiedenheit der Bildung verbunden, wiederholt, und 



/ 



I 



y 



D 



ß 



Ein 



conse- 



. - 

quentes Verfahren scheint daher am besten noch dadurch erreicht werden ?.u 
können, dafs man für jede Pflanzenfamilie inshesondere die allgemeinen Re- 
geln zn entwerfen sucht, nach welchen ihre Arten, Unterarten und die ver- 



. I 



I 



i 



" ' r ' 

chiedenen Ausartungen am zweckraäfsi 

h 

Icn sind» ^ 



ö 



in Reihe und Glied zn ste]- 




L , 

J 

r 

Wir wollen jetzt noch durch Mittheilung einiger Bruchstücke Beispiele 

ZU liefern suchen, wie man nach unserm Dafürhalten zu verfahren habe, 

j - . ■ 

um die von der Natur gegebenen Unterschiede so treu und so angemessen 



I 



\ 



> 



wi^ möglich darzustellen* y' 



/' 



f 



/ 



y 



Gram 



In der ausgczeiclineten Familie der Gräser fehlt es nicht an verwandten 
Formen, welche zu verschiedenen Meinungen über ihre Abstammung Gele« 
genheit gegeben haben, indem Manche sie für Arten, Andere für Abarten 



und Spielarten halten. Wenn wir indessen die 



im 



- ■ ■ ' 

geln der Ausartung auf sie anwenden, und 



r 

zugleich dasjenige , was über 



u 



X 



die Charaktere der Unterarten und Abarten gesagt 
sichtigen, so ergiebt sich sehr bald, wofür 



vrur 



gehörig berück- 



man 



ehmen 



hi 



Manche d 

naus, welch 



blofs 



Abweichung in der Farbe 



Frucht, als an den Blüthen und den Blättern 



Sich verändern kann» Ilordeum 



■-. 



'5 



TV. wi 



man 



so \Te 



nig Neigung 




en 



von IL vulgare als besondere Art zu trennen, 



als 



LÜ 



dje 



Zca JVIays von der gelbfrüchtigen , wenn sich auch die 



Farbe der Früchte bei der 



twährend erhält. Eben so hat Juan 



> 



längst 



eingesehen, ^^^ As^roüu ^ 



t ^ 



Uo 



X 

V 

nicht wohl eine von Ä* 



\ X 







%Jfi' 






C^- 



w- 




J 






■* 




/ 



t.\\ 



f 



# 



it 



»►■ 



i^ 



1 



\! - 



t 






■K 



^ <: 



"U 



^ULM^^ 





S^"^ 




1 



V 



I 





^' 



/3 



4-1 



t 



l 



/ 



' J^.^%r> fe 







f:T 



Vb '•- 



■™^ 



'**a' 



■* v€ - ä^ 






9^ C»-- 4**' 



/dL r. 2r *^ z^-***^ 



•, 



^ C f 



■i ■ 



^a 



ß 



£4 



% 



V 



vrv-^ 






* ^ * ' 




/ 




if 







YA x^ 



(f 



r. 





x' 



iMfti^H* 



**"r-r 




^-^ 



Tr' 



^^*»c=-«r*^ 



/- 



\ 



1 




j/^f^ 




c€^. Ä' ^-^ 



^^fl'^^t 



\ 




^iÄ.^:*^ ^ 



>^ 



' --V 




'■^ 



n 

% 



r 



ft 



:t 



\ 

-^/^- 



^Wi^^Bfc 



^ 



' V 




w 

■-'.. 



^ 



d 



■t 






- T± 



/ 



^ A^ 



-*. 



7 



\ 



r 



C 



^^ 



m 



f 







^' 



\ 



j 



\ 



I 



\ 




t 



ß-^^ 



>% .c 



/ 



^ 

./ 



^ 



{ 



» -f' 



» 



t-^. 



f 



;* Vt 



;^ 



Jf **- 



_' 



? 



7 



c. 



/■" 



ä/ 



A' 



\ 



\ 




H 1 





- '1 



i 



'r 



— - - 



/ 





. _■ 





iA 




B 



30 



/ 



> 



\m 





\ 



-' 



cdpina Scop. versclncäene Art ausmachen lit^nne^ und dafs ein Gras mit 
graugrüaen Blättern nicht immer von einem mit grasgrünen der Art noch 



verschieden eey\ Wie die Gräser mit panachirten 




* 

eni sich verhalten. 



habe ich noch nicht näher untersucht. Roth erklärt die so veränderte Pha- 



laris arundinacea 



( 



welche man bei manchen Gräsern, z, B. be 

kann nicht berechtigen, darin mehr als eine Art zu erkennen. 



;. Verschiedenheit im Geruch, 

^ 

> Phleum asperum VüL bemerkt. 



Sehr oft haben Haare, welche 



dem 



n 



.\ 



\ 



/ 



-j 



■^ 







\ 



n 



■-sj' 



* - 



#. 



i: 



'-, 



>-^ 




v^j-' 



>,^ 



/ 



I 



..>■' 



r 



A 



H 









\ 






- ' 



bei dem andern, übrigens gleichgestalteten , aber fehlten , Veranlassung zu 



Aufstellung verschiedener Arten gegeben. 

B M 



M 



- 

von dem eben erwähntefi Phleum asperum ein Phleum annuum als ei^rene 
Art unterscheiden zu können, allein sicher nicht mit Ptecht, da der Unter- 

beruht. Aus ähnlichen 
eine von P. mjiguinaie 



schied blofa auf einigen hinzu gekommenen Wimpern 
Gründen kann auch Panicum ciliare Retz. nicht für 



- • 

verschiedene Art genommen 



wer 



es ist nicht einmal eine gute Abart, 



sondern eine bloFse Spielart, welche sich zwar in leichten trockenen Boden 

lange Zeit erhält, aber auf fettem nach einigen Jahren bei w^iederholter Aus- 

sangumale verwandelt. Ueberhaupt scheinen alle 



ommen 



diejenigen Gräser, welche sich blofs durch die verschiedene Behaarung 



au 



ö 



oramen 



diesen oder jenen Organen unterscheiden, 

■ r 

Panicum sangnhmle mit einander gemein haben , blofs ST)ielarten auszuma- 
dien* welche in Gärten nach Verschiedenheit der Cultur bald früher, bald 
später 

_^ 4. 

L 

in der Behaarung ab, und kommen 
sowohl mit glatten als behaarten Aehrchen von 
nach Verschiedenheit der 



rm des Panicum 



Auch viele Arten Bromus ändern 



Diese Behaarung ist aber 



mehr i\\z\^, bald m 



re 



^n bestehend. Im Allgemeinen erhält sich dieselbe bei. der Aussaat ungleich 



Wi 



beständiger, 

dafs sie wahrscheinlich sämmtHch für gute Abarten gelten können. So habe 

ich sowohl die glatte Abart des Bromus tectorum, welche in hiesiger Gegend 



< 



f 



\ 






I 



/ 






X 



0^ 




y 



r ' 



s 



4 



_Xj-.^^ 



i 






' ■- 



-Pf 



I 

I 



' .' 





^J 7 



:., -.,"^ 




/ 



/ 







t 
4 



■-X 



31 



■- 



y 



/- 



\ 



gemeinsten Gräser ist, "-als die bei uns nur spai-sam ah Gypsberg 



orkommencle behaarte, welche ich Br. murotum 



gegen zwölf Jahre 



in 




verschiedenem Boden ausgesäet und niemals eine Veränderung an 



der 



einen oder der andern hinsichtlich der Behaarung wahrgenommen. In Un* 



earn findet sich noch eine Abart des J5r. fecforwm, bei welcher eich di 



;> 



e 



Haare auf den Aehrchen nur wenig erheben, und auch diese bleibt sich bei 



'--j 



der Aussaat treu. Im Allgemeinen haben übrigens die unansehnlichen Ab- 

^ w ~ 

arten xon Bromus ein weit traurigeres Schicksal gehabt, als die artigen Spiel- 

r 

arten von Panicum sanguinale ^ indem man es für hinreichend zu halten 



pflegt , 

ändert« 



anzuführen, dafs die Art mit glatten und behaarten Äehrch 




ab- 



Nächst dem Ueberzug ist auch die Granne bei Gräsern ungemein verän- 

■ r 

derlich. Sehr viel cultivirte Grasarten, besonders aus den Gattungen Triti- 



mit begrannten und unbegrannten 



kann hierher auch 



:d pfl 

rmafs 



Man 



rmen von Setaria zählen, bei %?^c 



cheri die Hülle zu-weilen fast gänzlich schwindet» Denn die Granne darf 

X 

man im Allgemeinen für ein unvollkommnes Blatt, oder, wenn man lieber 

will^ für eine Blattrippe nehmen, welche aber, je weiter sie nach dero 



^ V 



Grunde zu entspringt, an ihrem untern Theile aus einem kleinern oder 

J" r 

grofsern Stücke der Blattscheide besteht. Die Hülle der Setarien läfst sich 



Menge erannenartieer unvollkommn 



so un- 



vollkommenen 

bestehe vielm< 



betrachten; Einige meinen zwar, dieselbe 



w 

ihr aus unfruchtbaren Blüthenstielen, allein dann würde sie 
sich, [wie Aira irvodlutrata beweiset, ganz anders ausnehmen. Eher könnte 

man sie noch der Hülle des Cynosurus vergleichen, und behaupten ^ dafs sie 
aus verkümmerten Aehrchen zusammengesetzt sey; da indessen dergleichen 

Blüthen ebenfalls für modificirte Blätter erklärt werden müssen , so lauft dies 
ziemlich auf eins hinaus. ' ' - 



d 



<- 



*' 



' b 



s, 



fS, 



L 



f ^-' 



* 



* ^ 



r 



/^ 




\ 



i 



X 



V.J 



i - 



m:4 



V- 







1 





i 



/ 



m 



i 



%iP 



' H 



J 



■\-- 



■ / 



\ 








*. I 



/ 







/ . 




•■; 




^|v^ 



ki 



^.■ 



^« 



\^ 



^^'^ ^tw^ 



I 



.1. 









'-'■ 








w 



l 



t ■■ 



Tl I 



X 



y 



\ 



\ 



t 



f''. 



-..t- 



4 






-* 



M 



^ 



y 



y 



--- 






X 



X 



/ 



y 



\ - 



\ 



32 



Ueber die merkwürdige VerSnderlichkeit der Granne bei Aha caiyophyl' 



einem 



( 



1825. 



45) 



1 



$ 



nach w^elchen sich die charakteristische A. caryophyJlea 

Aehrchen nur dann bildet, wenn 



ciem 



die Pflanze erst im zweiten Jahre zur Blüthe gelangt. Blühet sie schon 



im 



,JiM^ ersten > so entsteht dx^ Aiva 




Ho st. 9 bei welcher ,nur das 



Blüthchen in jeder Aehfe begrannt ist," 




ö 



den; südlichen Gegenden an, wo die Wärme die Blüthe beschleum>t, 



eine 



mehr 
auch 



sie gewöhnlich schmäl 



eben weil eine Pflanze um so eher 



zur Blüthe zu gelangen pflegt, je weniger sie in die Blätter treibt. Da es 



X 



indessen auch müglich ist, dafs eine Pflanze anfangs bei voller Nahrun 



Blatt treiben» und später b 



g ins 



ö 



zur Blüthe gelangen 



kann, so läfst sich auch eine breitblätterige Aifd capillaris denken, und eine 



solche *ist diejenige^ 



m 



Es ist übrigens 



möglich, dafs auch noch andere Ursachen existiren können, wodurch Aira 
caryophyllea zu A. capillaris wird. Die verwandte A. pulchella Willd, 

scheidet sich von A. caryophyllea tlieils durch die frühere Blütliezeit. 

sie j Anfangs April gesäet , sicher 



unter- 

indeni 



Anfangs Juli 



SO 



man 



X 



zur Blüthe gelangt , theils 
durch die bedeutende Kürze der Aehrchen und der darin enthaltenen Früchte 

an jeder Karyopse ausmessen kann, ob sie der A. 
caryophyllea oder der A, pulchella angehört. So unveränderlich sich aber auch 
diese Kennzeichen bei fortgesetzter Cultur erhalten, so scheinen sie doch 
unaureichend . um darauf eine eigene Art zu gründen, da das frühzeitigere 
Blühen und damit verbundene kleinere oder gröfsere Früchte, nicht selten 

F - ' 

- I " 

Folge der Ausartung sind; ich möchte daher nicht widersprechen , wenn 
Jemand die A^ pulchella 



W 



/ 



A 



■ 

Die A. capillaris kann dagegen nicht einmal eine Spielart derselben 



ausma- 



chen 



■ r 

B e r 1 1 o n i glaubt auf eine andere Weise zwischen A. caryophyllea und 
A. capülaris unterscheiden zu können; und nimmt an, dafs sowohl erstere 



aU letztere mit ein 



■d 



.men, ja dafs die 



V 



■. 



K 



I - 



f 



^ 



/ 



\ 



\ 



■VI 






\ 



\ 





^ 







s 

\ 



i 



33 



N 



t 



} 



I 






\ 



S. 



\ 



Grannen bel'^. capillans zuweilen gänzHch fehlen. Die Unterscliiede zwi-- 

r 

L 

sehen beiden sollen aber darin liegen, dafs A. capiUaris höher wächst, und 



eine stärker verästigte Kispe mit 
die (Linne'sclien) Kelche bei^. 



xn 



aber kleinern Blütben bringt 



clafs 



x" 



Kelche bei^. capiUaris an der Spitze benagt, bei ^. caryo^ 
phyllea länglich und spitz sind, und dafs die äufsere Blumenklappe bei A. 
capiUaris kurz zweispaltig, bei\^. caryophyllea zweiborstig ist. Ich habe 

r 

iele Mühe gegeben, diese Kennzeichen aufzusuchen , .allein das Resultat 



mir 



V 



vr 



clafs sie sämmtlich unhaltbar sind. Es 



wohl wahr 



dafs 



/f. caryopliyUea in der Kegel keine so weitläufige Kispe bildet als A* ccipiU 
loj^isy auch kann nian ja die A. capiUaris von niedrigerm Wuchs und mit ge- 

, - 



drängter Kispe, 



SaZzm. darstellt, für die Varietät der ,4. 



caryopliyUea mit eingrannigen Aehrchen nehmen, allein diese Kennzeichen so- 
wohl, als alle übrigen' von B er toi oni angegebenen leiden doch so viele Mo- 

diflcationen , dafs man in der That" die Gränzen zwischen beiden Arten' nicht 

A 

7.U aiehen vermag. Was insbesondere die kleinen Aehrchen betriff t^ wodurch 
> sich .4. capiUaris auszeichnen soll, so ist 

■ - 

eben weil sie wenio-ej ins Blatt treibt, auch im Allgemeinen et^ras kleinere 



es allerdings wahr, dafs dieselbe. 



Aehrchen bildet, allein die gröfsten Aehrchen der A* capiUaris sind doch den 



\ 



Meinsten der A. caryopliyUea wenigstens vollkommen gleich, auch scheinen 

auf welchen sie bei A. capiUaris zu stehen 



sie wegen 



der längern Stiele, 



pflegen, kleiner zu seyn, als sie wirklich sind. Unter der von B er toi oni 

L 

J 

L r 

erwähnten Abänderung der A. capttlaris mit z^Yei Grannen hat man vrohl ohne 
Zweifel A' pulchella TV. zu verstehen, welche sich allerdmgs durch kleinere 

Aehrchen auszeichnet, die ebenfalls auf verhältnifsmäfsig langen Stielen sitzen, 
aBein die wahre Natur dieser Pflanze hat B er toi oni offenbar verkannt. 

- ' - ■ . ■ ■ 

So leicht man indessen durch die Veränderlichkeit der Granne verleitet 



\ 



werden 



neue Arten aufzustellen. 



m 



ich dies doch nicht auf 



/ 



Bromus auriculatus Lei. ( 



) anwenden, und darin blofs 



■ * 7 ■ . 

eine Varietät des JBr. veluünus Sehr ad, mit geehrten und dreigrannigen Kelch- 

scheiden sehen. Denn 



wenn 



Unterechied zwis 



5 



^ 



^ 



i 



i 




\ 





>^i 




t: 



i 





\ 



/ 



f 



■v 



/ 



\ 



r ' 



v:.. 



■i 







ff- 






■ u, ■., 







/ 1 



i 



- -'---^- 



I 






/ 



/ 



■\ 



I ' 



/ 



t* 




■^ 



/ 



/ 



/ 



-y 




/ , 



/ 




\ 







^^^ 



-•« 





/ 



34 



^ 



I - 

allein in den oben erwähnten Charaktern bestände (was doch niclit zneef^ebcn 

werden kann), eo ist er so ausgezeichnet, und so wenig aus bekannten Er- 

scheinungen bei der Ausartung der Gräser erklärlich, dafs man schon deshalb 

'jener Vereinigung keinen Beifall zollen kann , weil sie beispiellos seyn würde. 

■ t 



man 



■ 

männlich oder geschlechtslos werden, die Granne kürzer w^rd, 



n , blofö 
ja \yohl 



gänzlich scliwindet. 
chum als eine Abart 



Wenn daher Jemand geneigt wäre, JFfo? 




des 



eine Abart des If. t;uZgare, so wie iJ. Zeocriton als eine ähnliche 

hexastichon zn betrachten, an welcher die seitlichen Blüthen un- 

- 

fruchtbar und grannenlos' geworden seyen , so würde ich ihm nicht w^ider- 

I — ■ 

sprechen , sondern blofs zu überlegen geben. 



distichum und Zeocrilo 



ob nicht vielmehr IL vulmre 

O 



mehrst en 



ö 



wild 



unfruchtbare 



seitliche Blüthen besitzen, ^ und dergleichen unfruchtbare Blüthen auch in 



I 



fruchtbare Zwitterblüthen , besonders durch Cultur, verwandelt werden 



können. 



r 



ganz 



Erscheinung b 



gen von Kelchscheiden und Hüllscheiden. Merkw 



mus Hystrix, wel 



in Nordamerika 



ien 



ömrat , während sie 



em 



orientalischen abgehen. Wenn dies nun auf 
der einen Seite dafür spricht," dafs es unschicklich sey, auf E. Uyslrioc eine 
tx^GiiQ. Gattung zu gründen , so scheint es auf der andern doch zu voreilio-, 
den nordamerikanischen für eine eigene Art zu nehmen, da auch manches 
iiordamerikanische Exemplar keine Hüllscheiden besitzt, und diese Überhaupt 
bald mehr bald weniger ausgebildet sind. Es wird sich in der That nicht 



eher über das richtige Verhältnifs, 



welchem diese Pflanzen zu einander 



stehen, tirtheilen lassen , als bis sie längere Zeit in Gärten neben einander 

cultivirt worden sind. ' 

r , 

- 

Gräser können auch dahin ausarten, dafs bei ihnen ein Theil der Aehr- 
gänzlich fehl schlägt. Ein ausgezeichnetes Beispiel davon giebt imium 







/ 



L. * 



I 

( 






,\ 




n^n- ~^ n- 



\ 



y\ 



^ 




, ^*rN-: 



. ""^ f 



z 



r 




/ 




) 



«ff ■ 



-- 



i 



\ 



K 



35 



- . 



v 



multißoTum C 



( 



welches in zAvei 



mmt 



B 



au- 



1 ' ■ 

der einen endigt jeder Ast der Rispe in ein Aehrclien, "während bei der 
deren die unteren Halbquirle der Rispe, so wie bei Atra involucrata, 

» ■ 

keine, oder docli nach oben zu nur wenig Aelirchen tragen. Einige schei- 

- 

ncn diesen Unterscliied für so unbedeutend zu halten, dafs sie darin nicht 



gar 



einmal Spielarten, sondern nur eine und dieselbe Pflanze erblicken, während 
Andere darauf verschiedene Arten gründen. Die Ansicht der letztern stützt 



Zwe 



dafs sich dieser Unterschied bei wiederholter 



■ 
J 



Aussaat beständig erhält; indessen, da sich die Pflanzen aufserdem einander 

V 

völlig gleichen, so scheint es rathsamer, darin blofs zwei Abarten als ei<^ene 
Arten zu erkennen , indem eine solche Veränderune;, da sie sich schon dem 

I 

Monströsen nähert, leicht Folge der Ausartung seyn I^ann. Eben deshalb 

ich glauben, dafs sich zn Air a znvolucrata auch noch eine Stamm- 

liehe Aeste der Rispe ^Aehrchen tragen. 



m 



r 



^WO sämm 



pRanze finden dürfte , 

Agrostis oseroensis Seenus^ gehört übrigens nach einem von dem Find^er selbst 



erhaltenen Exemplar zu der Abart 



mit 



intern Quirlen. 

Miüum frutescens 



Auch 



sendete Saame. Waä er aber in seinem 

äinaceum Sm. (oäex frutescens) gab, ist 2 



creticiim 



JMüiam 



arun- 



Nach dem verschiedenen Standorte ändert dieselbe Grasart nicht selten 
1 ab, dafs die Rispe oder Aehre mehr oder weniger Aehrchen trägt, sich 



\, 



mehr 



und dafs in 



m 



niger Blüthchen befinden. Dies hat nicht 
solche Veränderungen eio;ene Arten zu srrün 



V 



i 



TKC- 



g gegeben, auf 



wenn 

1 



wie 



auch einigermafseii zu entschuldigen. Ich selbst glaubte vor mehren 



die Form 



JDactylis glomerata^ "wo 



samm 



sich oben in em 



Knaid zusammen drängen, nicht blofs für Spielart, sondern für Abart (D. 

-n zu dürfen, da sie sich bei der z-\veiten Aussaat in ihren 



nehm 



i*i_ . '- 



Charakteren erhielt, ungeachtet sie auf demselben Boden mit JD 



cL^ 




H 



^- 



■A/- 



^ r 



'--^ 



i^- 



/ 



»- 



/ 



\ 



< 



1 



■ 



I 

r 



, » 



^ 



/ 



\ 




i 



i 



•i 

i 



i 



i 



1 



\ 





i 






\ ■ 



^1 
*i4 < 



r 







* 



/ 



/ 




/ 



ir 



/ 



t 

r 








A 



^" 



■- - ri x^ 




i 



\ 



II 



1 



I - 



/ 



/ 






*r 



Cx < 






^ 




■f" 





•Ä 



"* 



36 



ctiltivirt wurde; allem das folgende Jahr gieiig "sie in die gewöhnliche Form 



üb er. 



"V 



"X 



^ 

> 



Abweichungen in der Gröfse der Theile komriien bei Gräsern ebenfalls 
iilclit selten vor. So kann Derjenige, welcher Plantago altissima Jacq. int 
feine ^röfsere P. lancedlata^ Spergula maxima Weih, für eine gröfsere Sp, ar- 



'b 



Anthoxanthum amarum für die ffröfsere Forni 



ratiim erklären. Eine ähnliche von Hordeum murinum 



■ - L ■ 

kommen. * Häufig wird blofs das Aehrchen mit seinen Blutlachen und den 
darin sich bildenden Karyopsen gröfser oder kleiner, länger oder kürzer 5 wo- 

von die cultivirten Gräser zahlreiche Beispiele liefern ; auch haben wir bereits 
ein ähnliches Verhältnifs der A. pulcJiella TT. zu^. caryophyUca kennen ge- 

-- . ' '■ - 

lernt. Auf dieselbe Weise verhält es sich mit dem Bromus, dessen Saamen 
ich unter dem Namen J3r. sterilis australis in die Gärten versendete. Ich sam- 



v 



rtielte nämlich im Jahre 1805 bei Fiume Saamen von einem Grase , welchen 
ich im folgenden Jahre in den hiesigen botanischen Garten aussäete: er lie- 
ferte ein Gras, welches sich von dem gewöhnlichen Br. sterilis blofs durch die 
längern Kelchscheiden /GZama corollina) unterscheiden liefs. Will den aw 



meiner Meinung kann 



dies Gras blofs für eine Abart des Br. sterilis gelten. Zwar hat man einen 



legte ihm den Namen Br. "lona^ißorus bei ; allein nach 




\ 



■Unterschied in der Behaarung finden wollen, nach meinen Untersuchungen 

: ' . r ' 

liegt darin aber durchaus nichts ; sowohl Br. longißoriis als Br. sterilis sind in 

diesem Stücke sehr veränderlich. Das Nämliche kann man auch auf Bromus 
arverisis und Br. hrachystacJiys Hornß. anwenden. 

Die Verdickungen an der Wurzel und an der Basis des Halms, welche 
bei verschiedenen Gräsern vorkommen, und wodurch schon Linne eiu 

Phlewn nodosum von PhL pratense unterscheiden zu können glaubte, sind für 



s 



sich ^ebenfalls nicht hinreichend, Arten zu trennen. 

L 
J^ - -' 

naceum Beaiiv. scheinen 



atherurri 



zwar 



einigem Verhältnifs mit 



die rosenkranzartigen Verdickungen der Wur- 



zü stehen; da die- 



ses indessen nichts Beständiges ist, und da die Verdickungen von allen Graden 



/ ^ 



jT 



V 



y 



\ 



s 




:<s:: 



















^ 



t. - -- 




'■ _ 






37 



voviiommen, 



hulbosum füglich als eig 



e 



^m 

Art wegfallen eu 



t: 



Können. 



Man dürfte deshalb auch zweifeln , ob Poa bulbosa durch aie 
7AvIebelartige Verdickung ^es unteren Theils ihres Halms hinreichend ver- 
chieden sey; allein sie hat dabei das Ausgezeichnete , dafs dieser zwiebel- 



6 



arti-e Theil im Sommer schläft, und ihr Kraut in dieser Jahreszeit 



gäm- 



um 



kommen ve^etirt, und schon deshalb scheint sie nicht für 



gehalten werden zu können. 



man 



;her Gräser gehört auch, dafs 
die Karyoi3se zuweilen Neigung zeigt, aus der Kelchscheide herauszutreten, 
während beim Typus der Art die Kelchscheide erhärtet und die Raryopse 
fest umcriebt. Diese :Ausartung ist besonders von H. vülßare und H. distidion 
bekannt, während bei H. hexastichon und Zeocriton hiervon noch nichts vor- 

crelxommen ist. Bei Avena chinensis, -welche man für eine Abart der Avena 

nehmen pflegt, findet man oft, dafs die unterste Blüthe in den 



nuda zu 

F 

Aehrclien verhärtet und 

trennen* . - " 



op 



einschliefst, 



end die obem sich 



^ 



Wir übergehen hier verschiedene 



"-V 



g 



der Gräser, wie 



* — 

die hinsichtlich der Dauer, der verschiedenen Blüthezeit etc. , von welchen 
«^chon oben die Rede war, und führen blofs noch ein Beispiel an, wie leicht 



■ 

verwandte Formen Zweifel 



erregen 



können, ob man sie für eigene Arten, 



oder blofs für Abarten, ja für ein und dasselbe erkennen solle 

r r 

gen einige Arten Sesleria^ 



r 

Hierzu niö- 



lü 



D 



S. elongata Host, und S, nitida Ten., dienen, welche 



Bertoloni in eine Art vereinigen zu müssen glaubt. Es sind mir zwar 
allen diesen angeblichen Arten sowohl Saamen als getrocknete Exemplare 



nt 



U- 



aamen 



i;diOmmen,» allem 
nichts als' S. elongata geliefert. 



von S. cylindrica und S. nitida haben weiter 

4- 



wei 



ob die Saamen 



davon acht waren, und einige getrocknete Exemplare über Einerleiheit oder 



Verschiedenheit nicht mit völliger Sicherheit urtheilen lassen 



so will ich 



/ 



■^ 



f ■ 



■". 



N 



X 



y 



l 





r 



/ 



\ 




f 



\ 



^ 



\ 



\< 




\ 



■4ä 



1 



-i 



t 



X 



X ' i 



V 



ll 





; t 



A 4 






^^ ■- -tCL . -fir 7 











,- 



T 



■ 1 



X 



#t* 



( 



■v 



s 



y 



y 



/ 



\ 




■ •■ ^^*c- ■ 




- ^ " i 



-^^.TWH 




.^%- 






•y* 




< 



■-- 



— ■ 



f / 



y 



/ 



/ 



38 



v. 



\ 



»ucht beliaupten, dafs unter diesen Pflanzen zuverlässig keine Verschiedenheit 

Im Garten unterscheiden sich dagegen 5. coeruUa, tenuifolia und elon^ 



^ata leicht. 

■ 

Tracht. 



'-^ 



man 



an der verschiedenen 



em 



sie grofsere Rasen mit schief stehenden Ha] 



über die langen Blätter sich erhehenden verlängercen Aehren bildet. 



men und weit 



V 



vom Juli bis zum Octoher hervortreiben, 



w^elchcj 



i 

Ken fast 



so wie auch an der äufserst kur- 



gänzlich fehlenden Ligula. Alle diese Unterschiede sind auch 



ihrem Standorte zu bemerken 



an 



in dessen Wahl sie auch 



abw 



indem sie zum Theil schon 



von den übrigen 



dem' immer 



t 



rulea and 



meis 



r 

tenuifolia-^ sind einander 

einere Rasen, haben me] 



in die Ebene herabsteigt, während 

2 aufsuchen. Diese, nämlich S. coß- 
in der Tracht ähnlicher; sie bilden 



mi 



ren, die sich wenig, oder gar nicht über die untern Blätter erheben, tlabei 



ist das oberste Blatt des Halms sehr kurz, 

r 

sen, doch weit ansehnlicheren Ligula versehen als bei ,S. 

lassen sie sich dadurch, dafs sie 



mit einer, wenn auch kur- 

elongata. Auch 



im 



leicht erkennen. Un- 



ter einander unterscheiden sie sich sogleich dadurch, dafs S. caerulea 

tere Blätter und unveränderte Blattscheiden hat, während 5. 
schmale Blätter treibt und an der Basis des Halms mit einem Fi<^e 



brei- 



if^ 



fast 



wi 



da* man bisher gänzlich übersehen 

von der mit schmalen Blättern versehenen 5. 

F 

werden.^ B e r t o I o n i , welch« 
ten seiner S. coerulea aufstellt, 
than habe, weil der F( 



Durch dieses sehr charakteristische Netz, 
zu haben scheint, kanii sie auch leicht 

rigidä Heu f fei unterschieden 



/ 



wähn 



emer 



rmen 



eine in die andere übergehe, 
sc4be Art betrachtet hätte. 



1 

it dabei, dafs er dies sehr ungern ge- 
S. coerulea so viele seyen, dafs sicher 



sä mm 



Um 



Meinung; beizustimmen 



aber die Pflanzen lebend in der freien Natur beobachten: 



müsse man 



* 



einsehen, dafs 



man werde dann 



We 



wed 
Kürz 



aus dem 



noch aus dem dürftio-en Wüchse, 



'■ o 



au$ der Dicke im 



\ 



^ \ 



/ 



/ 
' 






{ 



/ 



#1 



^^« 



( 



^ 









■^L— . 






<:■ 




\ 



39 




-, 

äer Aeliren, auch nicht aus den zahkeicheni oder sparsamem Bhithen/ aus 
der Zahl und der Länge der Zähne und Grannen auf der äufsern Kelchklappej 
noch aus der Form imd deiii .Mangel der Deckblätter ein Unterschied herge- 
leitet werden könne. Allein, ob wir gleich der Gefälligkeit des Hrn. Bertö- 
loni einige dieser Formen verdanken, so haben wir doch kein Bedenken 

4 

Die schmalen 
i Halms, haben 



getragen, sie zu einer der erwähnten drei Arten zu legen 
Blätter, verbunden mit der netzförmig bestrickten Basis de 



immer 



^ß 



das breite 



im 



an- 



sehnlichen gewimj)erten Ligula die S. coerulea,^ und die langen obern Blätter 

fast ohne Ligula die S. elonßata sogleich zu erkennen gegeben» Da nun 



Bertoloni 



b 



enommen 

_ X 



so halten 



ihm angeblich beobachteten Uebergänge für sehr zweifel- 



haft. 



Sollten indessen in der freien Natur sich wirklich Pflanzen 



:len 



welche , nach den oben angegebenen Kennzeichen , weder zu der einen 



noch der andern Art gezählt werden könnten, 
beobachten müssen, welches oben für Prenmif 



. \ 



man das 



1 \ 



iß 



gegeben wurde, um auszumittelri , ob 



man es mit 



9 



Bastarden oder 



Abarten zu thun habe» 



Von Bastarden hat man in der Familie der 

\ ■ ■ 

denn dafs diejenigen Arten, welchen man den 



raser noch wenig 

— r 

ein amen hyhrida 



eben 



hat, nicht dahin gehören, ist bekannt/ Ein wahres Bastardgras habe ich in 



w 



dessen 1805 m dem botanischen Garten des Theresianums zu Wien durch äen 

t". / 

damaligen Vorsteher desselben , Fr. Schmidt, kennen gelernt. Es war 



durch die Befruchtung 



also 



Melica 



r 

der Melica ciliata von M. altisMma entstanden, und 
10' ciliata. In der Höhe des Halms und der Gröfsc 
der Aehrchen hält dieser Bastard, wovon ich noch ein Paar Exemplare auf-- 
bewahre, das Mittel zwischen seinen Aelteirn. In Hinsicht der Bildung; <i^|- 
Hüllscheiden, so wie in der Zahl der davon eingeschlossenen Blütlichen und 
in ihrer Ausbildung nähert er sich mehr der M. altissima' allein M. ciliata 



Char 



dafs die äufsci 



de5 ei'Qten 



\ 



I 



■s. 



* 



I 



\ 



\ 



\ 



/ 



\ 



o 





■- r 




>W.-' 



I 



^, 



/ 



\ 



f 



X 



) 









\ 



\ 



h 



I ' jj 



./.'»- 



1^ I- 



f t i 






'm 



.*4 



*• 




/ 




i- I ^H- ■ J - - 







\ 




*, 



J 



r^ 



I 



1 . 



/ 



( 



i 



\ 



> 



re 




.>w." 




'-»» '■ 






y 



y 




f 



Vj 



Bliiilicliens zu beulen Seiten lang gewinipert ist, nur sind der Wimpern etwas 



•weni^ex. 



Saamen hat dies Bastardgras nicht getragen 



-T. 



-1.1 



Wie leicht sich übrigens verwandte Gräser bestäuben können , wenn die 
Blütlien getrennten Geschlechts sind, daron giebt J^ßa JVIay^ ein Beispiel, 

w 

indem die in der Karyopse verschieden gefärbten Varietäten die Farbe der- 



selben %\\ ändern pflegen, wenn sie von einer andern Varietät bestäubt ^ver- 
den: Besonders geschieht dies leicht bei der Varietät mit schw^^rzen Früch- 



ten 



wenn sie von der mit gelben befruchtet wird. 



• f 



A l l i u m* 



. Unter den übrigen Monoliotyledonen giebt es viele Gattun 

■ ' * 

ten und Abarten schwer festzusetzen sind , und zwar zum 



jen , deren Ar- 

Theil deshalb, 

weil 8ie nicht leicht wiederholt ans Saamen zu ziehen sind. Man erinnere 
sich hierbei nur der Orchideen. Bei den Arten der Gattung Allinm ist dies 



im 



amen ansetzen 



doch machen diejenigen davon einigermafsen 

+ 

r _ ' 

ahme, welche in der Dolde Zwiebelbrut tragen, dafür aber selten 

Gleichwohl scheint es nicht, als wenn die zwiebekra- 

" r 

■ 

^enden epecifisch verschieden 



'< 



.1 

genden Formen jederzeit von den saamentra 



&e.yiin , obgleich 



auf diesen Unterschied Hauptabtheilung-en 



dieser ansehnlichen Gattung gründete. 



Man mufs vielmehr nach mehren 



.' 



Beobachtungen anzunehmen geneigt werden , dafs manche saamentragende 

T - , 

Art eine zwiebeltragende Abart besitze. So läfst sich .z. V». A. carmatwn 

(7. unterscheiden, als durch die Brut- 



iiitermedium D 



um 



zwiebeln in der Dolde, wodurch es sich allein zu vermehren pflegt, Jli 
fiavum liann dagegen nicht mit A* intermedium als eine gelbblühende Abart 
vereinigt werden, denn diese Art unterscheidet sich unter andern Kennzei- 
eben schon durch das tiefgrubige Netz auf der Kapsel hinreichend. 



Wie vorsiclitig man seyn müsse 



9 



wenn man in dieser Gattung die Ar- 



ten Tichtis unterscheiden will, davon kann Mwrn suhhirsutum im Vergleich 




V- 



V 



/ ' 



/ 



c. 




^ 




/ 



/ 



K 



/ 



. \ 








Tü^ 




2h. 






■\ 



^ 



7 



/ 



V 



41 



^ 



4 

«( 






/ 



^ 



mit A. ciliare Red. ein Beispiel liefern. Ich habe über die wesentliche Ver- 



schiedenheit dieser Arten, welche Einige für Varietäten oder gar iür 'eines 



und dasselbe zu halten geneigt sind, schon an einem andern Orte einige Be- 
^«^..'jr^iyTo-ATi rYAi^ni-Tih* rln icli mich iiidessen dort der Kürze befleifsi^en mufste. 



ill ich hier meind Beobachtungen 
Wer die Arten der Gattuno; Allium 



em 



mählige Ausbildung ihrer Zw 



ebehi und die dabei er- 
folf^enden Veränderungen zu beobachten: es finden sich darunter sehr ansge- 
zeichnete Verschiedenheiten, wovon die des ^ZZmm glandulosum Lh et O-, 
das gleich einer Carex' vollkommene , mit Schuppen besetzte Ausläufer bildet, 
eine der merkwürdigsten seyn dürfte. Um sich indessen gehörig zu überzeu- 






aen , 



dafs zwischen vervv' 



r 

vorhanden sey, thut man wohl 



Lrten in dieser Hinsicht kein Unterschied 
dieselben vom ersten Jahre der Aussaat an 



SU beobachten, da er 



sich 



früher zuweilen am deutlichsten zeigt. Dies ist 



namentlich bei den oben erwähnten Arten der Fall. Wenn die Pflanzen, 



V 



welche aus dem im rruhjahr ausgesaeten öaamen au 

_ — -■ ' 

desselben Jahres vert^^lichen w^erden, so wird man finden, dafs bei ^. ciliarä 

die zuerst ausgebildete Zwiebel bereits abgestorben ist, und dafs sich^ jedes 




■i 



■G 



■ 

hält. Die Zwiebeln des A- suhhirsutum sind hingegen um diese Zeit sehr voll- 



kommen 



und zeigen nicht die 



geringste Neigung zur Ftückwärtsbildung. 
Dabei haben die Zwiebeln der einen imd der andern Art eine verschiedene 

I X 

Gestalt; die des A. suhhirsutum sind mehr eirund, die des A. ciliare mehr 



l^ugelig 



Auch durch die Blätter lassen sie sich vom ersten Keimen an bis 

I \ ' 

A. subhirsutum lange rück- 



ins späte Alter leicht unterscheiden, indem bei 



am 



ter entspringen, -während bei J. ciliare hloh der Blattrand 

H ■ 

überdies bleiben bei A' sw 



imp 



ist; 



hirsutum die Blätter sänim 



ziemlich gleich 



breit, während bei A. ciliare ein bedeutender Unterschied darin wahrgenom- 

Jahre wird man bemerken, 

6 . 



men \v 



ard. 



In dem auf die Aussaat folgenden 



[' 



I 



I . 



-^ 



% 



M\ 



t ■ 



l 



i 



} 



t»4 



\_ 



L 



■v 



-- 




\ 



(•■■--. 



\ 



h f 



■ ^ 




y 






'V^. 



■v^ --^ --■ 



I 



{ 



¥ 



-> 



-' 



t 



> 



s 

I 



J 

l] 






1 



c 



-"^-T- -_. *-^ H-^ 







\ 



42 



/ 



^ 



/■ 



* 

dafs ^. dUare, \renn es nur' einige Pflege genossen hat, schon Blüthenschaftc^ 

treibt, während A. siihhirsutiim im zweiten Jahre nie zur Blüthe "-elanf^t. 
Und 80 ist kein Zeitpunkt in der ganzen Lebensgeschichte dieser Pflanzen 
m welchem sie sich nicht hinreichend, und zum Theil auf eine sehr auffal- 

I T 

lende Weise unterscheiden. Um nicht zu weitläufig zu werden, setze rcb 
die wichtigern Unterschiede dieser Pflanzen vergleichend hierher. 



V 



m suhhirsut.um. 



A llium ciliare. 



Biilhi ovati, sationis anno non proU- Bulhi suhglohosi, sadoiiis anno proli^ 

feri persistentes. ficatione fatiscentes. 

Folia canaliculata , hast vaginantia, Folia canaliculata , hasi vadnantia, 

aequalia, Tnargine et fade inß 

carinata pilis longis 

instructa, Vagina ii 
purea. 




> refracti 
hasi pur 



latiora angustioribus mixta, piUs fe- 



trorsis ciliata, 



carina glaberrima, 



ifima hasi albida. 



Scapus leres* 



Tmhella fasti 
Jissa erinnpe 

cdunculißoTh 
recti patuli. 



8 



ex spatha latere 

r 

16 racllata. 



Scapus teres. 

Vinhella suhfi 
^ ßssa erump 



8 



16 radiata. 



ßorihus qiiadruplo lon^iores 



glahri, inß 
gentes. 



OS 



Sepala patula lanceolata carinata acuta, Sepala patentia ovata carinata ohtu- 



basi extus aibha alba. 



siuscula alba. 



Filamenta subulata, sepalis sublongiora. Filamenta subulata, sepalis breviora. 

Antherae oblongae nigricantes* 

Ovariilm subtrigonwm Stylus cvarig 
sescjuilongior. 



Antherae ohlongae luteae. 
Ovariurn suhtrmonum. 



a 



las Ovaria 



duplo longior. 



Fructus trigonö - suhglohosus in pedun- 
culis ter quaterve longioribus fasti- 
giatis. 

Senüna majora. 



Fr 



in peduncu' 



Hs 



\ 



Semina minora. 



_■ ' 



n ■ 

Jllium ciJiars hat auch vor A. suhhirsutum die Eigenschaft voraus , dafs 



es 



unsere Winter weit besser verträgt, 

D 



*> 



\ 




1 1 



/ . 






.■■■-?^:^-' 






■ ß 











-- 



1* 



V 



/ 



43 



P l y g o n u m* 

In der Gattung Polygonum haben besonders die ähnlichen Formen, lyelche 

r 

gieh unter den Persjcarien zusammendrängen, verschiedene Meinungen über 
die Zahl der davon in Deutschland vv'ild wachsenden Arten veranlafst* Viele 
scheinen geneigt, deren sechs anzunehmen, nämlich P. amphibium, lapatJn* 

J 

^runx PT^eihe ixnd jninus II. li. 




Manche fügen 

r 

P. noäosum hi 



Persicariay Hydropiper, lojcißorum 

aber noch andere Arten und insbesondere mit 



em 



ten fich in der freien Natur unter einander vermischten und Bastarde erzeug- 

_ j 

ten. Was indessen die letztern betrifft, so konnte ich verschiedene dieser 

_ ^ - r 

4 

ftii Bastarde genommenen 

jjlaren 

erblicken, welche sich scheinbar in diesem oder 



I ■ 

Pflanzen , die mir zum Theii in Original - Exem- 
zugekommen sind, nicht dafür erkennen, sondern nur Pflanzen darin 



enem 



einer andern 




X 



N 



\ 






' 




I 

r 



P 



ommt 



minus 



y 



31 



s_f 



ö 



y-f 



mit 



€$ finden sich zwischen diesen Formen nicht nur verschiedene Abstufungen,. 

' _ r 

_ -r 

«ondern ich habe auch aus dem Saainen , welcher von der gewöhnlichen 

• - 

Form gesammelt war, und keine Bestäubung von P* Fersicaria erlitten haben 
konnte, im Garten Pflanzen erzogen, welche vollkommen den für Bastarde 
gehaltenen glichen; auch zweifele ich nicht, dafs sich leicht die Kunst er-^ 



\ 



f 



tf 



1 





aamen 



iin 



Was den Unterschied 



ifoliiim 



j 

sum (zu wel 



em 



letztern nach di^n erhaltenen getrockneten Exemplaren P. Britthxgeri 
Opiz und P. parvißoTum Guss. als Synonyme gehören) betrifft, so scheint er 

■ - \ 

r 

noch fortgesetzter Untersuchungen zu bedürfen. Im hiesigen Garten haben 
sich bei der Au.ssaat diese Pflanzen zwar etvras verschieden gezeio:t, indes- 

ind die Versuche noch nicht hinlänglich abgeändert worden, luu dar- 



sen s 



über 



zn 



enl^cheiden 



Die Blüthen bleiben bei P, nodomm^ >q wie die 

6 * 



\ 



\ 



"■ 



>■ I 



/ 



\ 



.") 



■ 





••£ 




'>. '.^* 



■^. -*,.*^ 



V 



^ 



V 



1 



u 



" A 



.^' 



} 




n, 



«4 



f* 



y 



m 



i 



f ^ 



N 



r 



r 



a« 




M 



I I 






^^* 



# 




\ 



y 



/ 



\ 



■ 1 



I^ 



/ 






^ t 



\ 



44 



r' 



X 



^ 



Nüsse, in der Regel Meiner; die deshalb dünnern Blüth entrauben sind meist 
zahlreicher und an der äufsersten Spitze des Stängels gewöhnlich weni-^er 
von Blättern begleitet. Was die Knpten am Stangel betrifft, so ist es zwar 



X 



allerdings wahr, dafs manche Exemplare von 



•/•< 



r 

dem des P. 



nodo5«m hinsichtlich der Verdickung der Knoten gleichen, allein im All "-e- 
meinen ist doch die Verdickung der Knoten bei P. nodosum weit auffallen- 



der, und die 



thif oleum erreichen niemals 



Ma 



Umfang 



n hemerkt übrigens, dafs auch die Abänderung des P. minus mit ge- 

mlich weniger dickere Knoten hat, und in 

'"erhältnifö zwischen P. lapatklfolium und P. 



ewü 



der That scheint 



nodosum Statt zu find^en, als 



ZAVIS 



minus persicarioides und P. minu4 



vulaare. 



^^^_ 1* 

Das P. incanum Schm. kann kaum für 



Spielart gelten 



• da 



man 



^ - ■ - . r 

nicht sehen Pflanzen findet, an welchen die untern Blätter auf der Ftück- 
Seite filzig grau, die obern auf beiden Seiten glatt sind» 



/ 






/ 



I 




f 




V, 



^ ^ 



^T 



*- 



/ 



i/ -.■■ 



^' 



^ 



^ 



/ 



. ^1 






\ 



^:i#i- 



X' 



I 



C r u c if e r a e» 



/ 



Die Gewächse mit Kreuzblüthen liefern, besonders In d.en darunter be- 
findlichen cultivirten Arten, mannichfaltige Beispiele, wie dieselbe Art in 
Farbe, Geschmack, Gröfse, Gestalt, Dauer und andern Charakteren sich 
verändern, und diese Veränderungen mehr oder weniger beständig auf die 
Nachkommen fortpflanzen kann. Diese Veränderlichkeit scheint auch man- 



chen wildwachsenden 



Cruciferen eigen thümlich zu seyn 



und Veranlassung 



y- 



zur unnöthigen Vervielfältigung der Arten gegeben zu haben. So kann man 



z. B. MatÜnola incana und annua RBr, füg-lich für Abarten erkennen 



theil 



s 



■we 



die verschiedene Dauer allein nicht hinreicht. 



um einen specihschen 
Unterschied zu bedingen, theils weil durch Kölreuter's Versuche erwie^ 

sen ist, dafs sie bei ihrer Vermischung vollkommen fruchtbare Bastarde er- 



zeugen 



man M. alabra DC^ xind M. 



für glatte Abarten 



jener 



ß 



für eine krause nehxnen. 



I 



ii 



\ 



/ 



/ 



9 . 



1 — 







:s^^;^s>.■.: 



J 



n 




I 



/ 







,_ J«__ 



■* 



) 



\ 



45 



-\ 



Iji einem neuem Werke habe ich gelesen, dafs, wenn man Saaraen gefüll- 

ter Levkoien aussäete, selir viele einfache zur Art zurüclikehrencle unter den 

' doppelt blülienden erscheinen "VYiirden. Allein keine Levkoie mit gefüllten 



Blüthen hat jemals Saamen 



sondern 



aame , welcl 



^ - _ ^ 

chen Pflanzen hervorbringt , wird von einfach blühenden gewonnen , 

erzeupren. der mehr 



und 



aamen 



nur vom Boden hängt es ab, ob sie einen l 
■w^eni^er Pflanzen mit gefüllten Blüthen liefert. 



^ f 



Vorzüglicher Saame (im 



i der Gärtner) giebt nur sehr wenig Pflanzen mit einfachen Blüthen. 
Unter den in Deutschland einheimischen Gevrächsen dieser Familie 



scheint besonders 



Di 



4 

einer bedeutenden Revision zu bedür- 



/ 



fen, indem ihre Arten schwerlich so zahlreich sind, als man sie anzuneh- 

In andern Gattungen lassen wenigstens einzelne Arten manchen 

hier nur des Erysimum hieracifolium ( E. strictum 



men 



Zweifel zu, worunter ich 

r 

fi: Weit.) wid des E. virs, 
Jemand mehr Zeit und Mü 




/ 



als 



ö 



ewen 



1 B 

t 

kann wohl kaun 
um die verschie 



* ■ 

d'enen Formen dieser Pflanzen kennen zu lernen, und die Unterschiede zwi- 

' ' '' . ■ ■ 

sehen ihnen festzusetzen. Fast von allen ihren Abweichungen, welche man 



^ 'i 






als eigene Arten mit besondern iNamen belegt hat, habe ich mir Original- 



emr 



und 



sie zugleich aus Saamen 



erzogen ; allein als Pic- 



n ■ 

$ultat aller Untersuchungen kann ich blofs aufstellen , dafs sich 

J L 

denn wahre Arten darunter unterscheiden 



aum 



gute 

\ 

lassen, und 



J L 

Abarten, geschweige denn 

r 

dafs 'man am besten thue, sie in eine Art zusammen zu fassen, welcher 



o 



amen E. hieracifolium 



Sollten sich ja gute 



Abarten unter den verschiedenen Formen finden, so können diese nur durch 

■ 

^ine mit der möglichsten Vorsicht fortgesetzte Aussaat und die dabei ange- 
Stellte soro-fältigste Beobachtung ausgemittelt werden.. Spielarten finden sich 

r 

h 

aber allerdings mehre darunter, denn E. lojigisilii 



uum 



zwei 



Schh, aUissimwn L €]., 
drei Jahre In ihrer Form ziemlich 



-V 



gut erhalten, 



1 ' 

und vielleicht ist dies selbst bei 



einer längern Reihe von Jah 



ren- der Falk Wenn sie indessen sich auch als Abarten bewährten, so iniä 



\ 



^ 



/-■■ 



y 



\ 



} 



-■ 



' i 




\ 



'^ 



<^ 



\_ 



i 



t 



i 



■<• 



/ 



# 



); 



i 



*> ** 



/ 






.'• 



* 



■V - 



- 1 



N 




I 

! 





V ■ 



1^ ^ 




11 



f 



« 



%i 



i» 



* 



i ^ 



^jß 



4 -^ 



I 



% 



j 



\ 




* 



( 



¥ 




1/ 



-■\ 



IT 






JA 





- .- ■ ^, 



^ 





a w4 JS ^^ 



m 




j 



/ 



/ 



- 1 



E 







X 



46 



L 

die Kennzeiclien , %r eiche man 



ZU ihrer Unterscheidmig aufstellen könnte, 



theils «u unerheblich/ tlieils finden Bich dazwischen so viele mittlere For 



f dem 




f 



/ 



■ö 



ame 



>. 



% eil XXX 



gröfsern und kleinern Blumen , ja mit gezähnten und ungezähnten 



Blattern. Der Unterschied 



JE. hieracifi 



und JE, virmtum wird aber 



um öo 



verdäclitio;er , da iq der Synonymie derselben die grofsten Wider- 

Auch E. Marschallianum Andrz. läfst fiirli mVlit da^-..^ 



Sprüche Statt finden. Auch E. Marschallh 
unterscheiden; denn in der zwei- oder dreilappigen Drüse unter den län^eva 
Staubfäden kann kein Kennzeichen gesucht werden, da schon Schkuhr von 
seinem E. hkradfolium sagt: ,, aufaerhalb der langen Staubfäden sitzt eine 



zwe 



Ein wild gewachsenes Exemplar 



die- 

ser Pöanze, welches ich der Gefälligkeit de3 Hrn. Prof. Besser verdanke 

besitzt ziemlich schmale und auf den ersten Blick ganzrandig erscheinende 



ehmen 



wenn nicht an den obern Blättern hi 



cn 



* - - 

und da -ein kaum merklicher Zahn 



Blätter 



^ ■ 

herrorständ. Die Aussaat des Saamens lieferte aber Pflanzen , deren 

F 

■zum Theil ganzrandig waren, zum Theil aber, besonders nach oben, hin 

- 

und wieder deutlich ausgebildete spitze Zähne bemerken liefsen ; sie hatten 
sich dabei ansehnlich verbreitert, ohne in eben dem Verhältnisse an Län-^e au- 
genoiume« zu haben, so dafs sie denen des E. strictum ähnlicher waren. 

Wie aehr übrigens Pflanzen dieser Familie einander ähnlich werden , und 

wesentlich verschieden seyn können, davon mögen Malcolmia 
africana RBr. und M. stenopetala (so nenne ich nämlich die M. africana der 
ßora Altaica) einen Beweis liefern. Sie unterscheiden sich nämlich haupt^ 



gleichwohl 



dächlich nur dadurch , dafs bei der 
menblätter 



^ß 



länglich - keilförmig 



die Platte der Bin- 



r 

und roth, bei M. stenopetala 'dagegen gleich- 
breit, etwas wellig und weifslich ist. Jedoch ist man irn Stande, jedes Saa- 



nienkorn der einen Art von dem der andern zu unterscheiden. 



^ß 



cana reicht nämlich der dunkele Streif, welcher auf der einen Seite der Sii- 



y 



y 










^^ 





' 



3 I 



1 



X 





'' 



47 



\ 



inen 



der Länge nach in 



Mitte 



und da3 Schnäbelchen^ von äcn 



Kotyledonen trennt, bis zn dem einen Ende des Saamens und ist gröfsten-, 
theils griinschwärzlich, am Ende aber braun gefärbt, während bei M. steno- 
petaZa dieser dunkele Streif sich nicht bis an das eine Ende des Saamens fort- 
$etzt, indem die braune Stelle fehlt* Dagegen lassen sich die Saamen der M. 

r 

rundnata DC* von den Saamen der JM. africana durchaus nicht unterscheiden; 



j 



■ ■ , ^ 

auch kann man dieselbe nicht wohl für etwas Anderes als für eine flattere 
Abart der M. africana annehmen, während M. stenopetäla wenigstens für 

Unterart gelten kann. 

Metamorphosen sind unter den Cruciferen nicht selten : 

-F - — 

kömmt die der Geschlechtstheile, besonders der Staubfäden in Blumenblätter 

" - ^ - . ■ ■ 

v^or, seltener ist die vorwärtsschreitende der Blumenblätter in Staubfäde:Ji, 



am häufigsten 



wodurch die Zahl der letzteren auf 



zehn gesteigert wird 



t5 



(wie bei Capsella 



Bursa pastoris); auch will man bei Chciranthus C/iefri die. An theren in Ovarien 



verwandelt ges 



eben haben. 



Indessen haben alle diese Metamorphosen wenig 



Erbliches, und können uns daher hier kaum intex-essiren. 

Merkwürdiger als dieselben ist die Umbildung der gewöhnlichen Frucht, 

d. h. der zweiklappigen , durch eine Scheidewand in zwei Fächer getheilten 
Schote in eine vierldappige Kapsel ohne Scheidewand. Unter den Begriff 

4 

von Metamorphosen gehört jedoch diese Umwandluncr kaum, sondern sie ist 



v 



eher für die Cruciferen dasjenige, was die Pelorien für die Blüthe der Li- 

- 

narien sind, nämlich eine Verwandlung der unregelmäfsigen Frucht in dx^ 

Ich habe diese Bilduno^, -welche für die Theorie der Kreuzblü- 



rcgelmäfsige. 



then so wichtig ist, blöfs bei Ricotia^aegyptiaca öfter bemerkt, und darüber 



der Naturge 



5chon im Jahre 1827 emige Bemerkungen mi Wörterbuche 

schichte (Artikel Cruciferae) mitgetheilt. Da ich mich indessen dort der 



Kürze befleifsiaen mufste^ so 
merken, "wenn es auch nicht 



^- r 

will ich hier hoch etwas Näheres darüber be- 

■ 

in sehr nahem Bezug auf unsern Gegenstand 



steht. Nicht jeder Saame der Ricotia aegyptiaca ist geneigt Pflanzen hervor- 



* 



xubringen, ^^^ Welchen mehre Biüthen (meist nur sehr wenige) drei- und 



;. 



r 



V 



i 



r 



!■ 



l\ 



i 






\ 



, b 






a 



' 



^ 1 



Im 



ti 



i 




; ' 



t^ 



1 



' t 



>«4 



r- ^ 
I 




/ 



I 



4 

r 



\ 



M. 






-:^ 



T 



._ 4. . . \, 




■r. >^ - —. 






> 







^ 



\ 



\ 



r 




;/ 



i 



wP 



\ 



I 






/ 



\ 



\ 



i- 



x' 



vierklappige Früclite ansetzen, sondern nur eine gewisse Mo difi c a ti o n des- 

'i^elbeii, welche wir leider! seit mehren Jahren im hiesigen botanischen Gar- 



man 



näherer Untersuchung, clafs sich die Hälfte der vScheidewand in eine Klappe 

M ' 

verwandelt hat; bei ditw vierklappigen ist die Umwandlung auch mit der 

■ 

Da die vier Klappen, indem 



' r 



andern Hälfte der Scheidewand vorgegangen. 
»ie sich längs ihrer Mitte einwärts biegen, in der Axe der Frucht in Be- 
rührung treten, so entsteht dadurch gewissermafsen eine vierfächerige Frucht, 
doch darf man sie, streng genommen, wegen Mangel der Scheidewand auch 

füglich für einfächerig erklären. Es ist merkwürdig, dafs Kunth's Scharf- 

W J 

ßiun die Möglichkeit einer solchen Frucht bei den Cruciferen aus der Bil- 

>- r 

A^xi\^ der Schötchen einer Art IhßvU darsuthun suchte, ohne dafs ihm von 
dem wirklichen Vorkommen derselben bei Jlfco/ia etwas bekannt geworden 
%\x ttjxi scheint. Ich wünschte nun auch mit Zuverlässi^-keit anflehen zu 



to 



können, wie es sich mit der Zahl und der Einfügung der Staubfäden in 
den Blüthen der Vdcolia mit drei* und vierseitigein Ovarium verhielt; allein 
da ich schon seit längerer Zeit diese Blüthen nicht frisch beobachten konnte, 
und früher nur ein Paar verwelkte Blüthen darauf etwas genauer zu un- 

weifelhaft sprechen; 



<. 



tersuchen im Stande war, so kann ich hierüber nur z 

Ich habe in denselben sieben und acht Staubfäden gefunden, und hieraus 

1 "v . ' ' 

am angeführten Orte geschlossen, dafs der ursprüngliche Bau der Kreuzblü- 

- 

dien auf vier Kelchblätter, vier damit abwechselnde Blumenblätter, vier 
aufsere küraerc, den Kelchblättern gegenüberstehende Staubfäden, vier län- 
gcre immer damit abwechselnde und ein vierseitiges %d erklapp iges Ovcarium 
ijiit vier Placenten an den Kanten berechnet sey. Allein -wenn ich bedenke, 

r ■ 

dafs bei 60 vielen Kreuzblüthen neben den kür: 



em 



^ach innen 



swei Drüsen stehen 



die 



sich bei manchen Arten Alyssum fast zn Fila- 
ruenten verlängern , bei andern Cruciferen (z.B. bei Diplotcixis tenuifolia ) 



in eme 



einrage ansehnliche ländiche Drüse zwischen jedem kürzern Staub- 



o 



fciden und dem Ovarium verwachsen , so möchte ich ehex 



glauben 



9 



dar§ die 



\ 



■v 



-' 



/ 



/ 



c 



- L 







:--v^'^ 




k 



vS 



1 ■ 







-- ^ L ^ 





%.. 



•! 



j 



/ 



\ 



# 



f 

IT 



V 



49 



\ . 



V 



ursprüngliclie Zahl der Staubfäden der Kreuzblütlien 12 (nämlich 8 innere 
und 4 änfsere) sey, so ^lafs zwischen je zwei innern längern Staubfäden 

^ " '7 

■ j 

immer ein äufserer kürzerer steht, wovon die beiden beim gewöhnlichen 
Baue fehlenden nicht selten ebenfalls durch Drüsen angedeutet sind, welche 
bei manchen Arten, z- B. bei der erwähnten DiplotaxiSf sehr ansehnlich 

r -■■ - 

^Verden. Da bei der zunächst mit den Cruciferen verwandten Gattung Hy- 

- 

pecoiim die äufseren Staubfäden genau hinter den innern stehen, so darf man 
auch diesen Bau fast eher bei ihnen vermuthen, als dafs vier äufserfe Staub- 

r 

faden mit vier innern abwechseln sollten. 



^ 



-^ 



^ 



k 



5 



I 



1' 



■ / 






' I - 



Um h e l l ij e r a e. 






\ 



-\ 



V 



Uno-eachtet die Doldengewächse 



b 



mit den Ranimculaceen in naher Ver- 



L- 



ivandtschaft stehen, so sind doch die mehrsten Arten der erstem leichter zä 



begränzen 



als die der letztern. . Nur bei einigen, z.B. bei Idhaiiotis vulgaris 



und ihren Verwandten, WO sich so 



viel ähnliche Formen zusammen drän- 



gen hält dies schwerer^. Auch die Sippschaft des Laserpiümn gänicum l^ann 
hierher 2:ezählt vrerden, denn noch immer fährt man fort, in deren Gliedern 
ncne Arten zii sehen. Es ist auch nicht zu leugnen, dafs sich wenigstens 
mehre der hieher gehörigen Formen bei w^iederholter Aussaat erhalten; in- 

r" ■ 

dessen scheint es doch rathsamer, sie mit Sprengel 



und de C and olle 



ammen 



eben so "v 



/'iel Arten aufzustellen. 



y 



r 

und darin Abarten zu unterscheiden, als 
Bei de Candolle reichen übrigens die 

Sprengel, indem jener JL. angustifolium 



f 



damit verbindet , 

mag: auch de C 



welches dieser kaum gekannt zu haben scheint. Indessen 



-^ 



nach der Stelle zu urtheilen, welche er die- 



■ g ■ 

sex Pflanze anweiset, keinen richtigen Begriff davon gehabt haben; äenn 



wer L' angustifolium j 
nach meiner Meinung, 
jenes als die Stammpf] 



älUcum zu einer Art vereinigen will, mufs 
SintKin diese Zusammenstellung kommen soll; 

am "vrenigsten zusam 

7 



^ 



befrachten, weil sie 



die 



■-" 



^" 



) 




i 



r 




4 



H 



r \ 








4ti 



.^, 



m 



j- . 



■h^ 



\ 



4 




y 



I 



X 



i*' 



/ 



f I 




JL 



^ 



r 



i-tri :. 



^^-. 



u 






/ 



\ 



r 



f 



\ - 



V-j 



50 



^ 



/ 



mengesetzteii Blätter besitzt, und die übrigen xVbarten für varietates laciniatae 

r 

erliläreii. Die BläLtchen derselben sind bald mehr, bald weniger zersöhlitzt, 
die Abschnitte, bald kürzer bald länger, bald schmäler bald breiter, bald fla- 



\ 



ii 



M 



eher bald tiefer, bald .mehr bald weniger abstehend; auch geht die Farbe 
der Blätter von dem vollkommen Graugriinen bis zum Grasgrünen» Wie viel 



\ 



\ 



/ 



j 






Ui^^ 




hierunter Abarten zu unterscheiden sind, darüber können Wir nur durch 

. . I 

fortgesetzte Gultur belehrt, werden. Deii Typus der Art, wenn man X,. an- 



■■. 



« 



\ » 



\ 



\ 



^ 



% 




hjm.^ r^ ^ustifolii im dafür nehmen ■will, habe ich wenigstens schon durch sechs Ge- 



ner;^tionen verfolgt, ohne eine Ausartung zu bemerken , auch zeichnet sich 
derselbe durch höhern Wuchs und durch die vollkommen graugrüne Farbe 



««4 



/ 



A-.--I ' --z^^* 



/ 




% *'* 






»^ ' 



\ 



sehr aus 



Aufserdem haben sich noch zvv^ei andere Formen im hiesigen Gar- 



ten bei wiederholter Aussaat erhalten» 



f 



tM> 



-^--^ 



f 



j- 



Auf ähnliche Weise j, wie mit diesen Pflanzen, verhält es sich fast mit 

r m 

L 

"unsern einheimischen krtenPimpinella, namentlich mit P. magna und saxi- 
frciga^ nur scheinen sich die Formen derselben bei der Aussaat nicht treu zu 



f 



- '* 



.^• 



r\ 



yu 



bleiben, w^enigstens habe ich P. laciniata Thore schon einige Mal ausgesäet, 

aber jedes Mal aufser gleichgestalteten Pflanzen auch solche erhalten, welche 



"> 



' * 



■-■< 



i^-- 

T 



•7*" 



fx 



i-'. 



i 



in dct Form gan^ mit P. magna übereinstimmten» 



X*. 



/ 



-_» 



.^. 



V 



'. J 



^ 



:.^ 



tt. 



-X 



>^ 



1^ 



►. 




> 



t'^ 



V- 



Solanum* 



.^. 



* 



o 



7 




V 



t 



13 



Noch immer sind die Botaniker getheilter Meinung , ob die mit Solanum 

/ 

nfgrum verwandten Pflanzen für eigene Arten oder blofs für Abarten ^ und 
iaum Theil für Spielarten zu halten seyen. Von denen, welche der letztem 
Meinung sind, \volIen Einige sogar Ausartungen der gemeinen schwarzbeert- 
gen Pflanze in eine roth- oder gelbbeerige, und Andere selbst verschieden- 
Yarbige Beere auf einer und derselben Pflanze gesehen haben. Ich hofi'e, dafä 



"' ' 



\ 



der verständige Leser hieran nicht eher glauben ay erde, als bis 




gesehen 



hat^ dafs ein Zwetschgenkern einen Baum lieferte, der gelbe Pflaumen , oder 



\- 



'diese und Zwetschgen zug 




trug 



Jch habe nun seit 1806, "WO mich 



f 



) 



■^ 



t 



^ ; 



r' 



C 



» 



^.v; 



l 






c 






K. 





S-Sc 






^ 



) 



-■j 



m- 




/ 



r 



^ 



-■ 



■- 



-. 



■^ 



-, 



"\ 



' 



\ 



51 




"^ 



dieser Gegenstand zuerst interessirte, also seit 28 Jahren , jedes Jalir mehre 
lueher gehörige Versdiiedenheiten , welche ich einstweilen Arten nennen 
will aussäen lassen, nnd 5ie genauer beohachtet, aber weder einen Ueber- 

* ■ — . 

<^ane noch eine Verwandlung eii:^^:^ Fotm In die andere bemerltt; auch habe 

ich immer bei denjenigen Verschiedenheiten, die ßich durch die Farbe der 
' Ir'rucht auszeichneten, noch andere Kennzeichen aufgefunden, so dafs niei* 

lies W^issens keine der Gruppe des Solanum nigrum ahgehörige Art existirt, 
' bei welcher man die gefärbte Frucht durchaus nöthig hätte , um sie zu un- 

terscheiden, wiewohl ich hierbei gern zugebe, dafs dieselbe oft die Bestim- 



inung 



« 4 ' » 

erleichtert. Man hat übrigens der Arten ohne Zweifel zu viele aufge- 



■< -' 



stellt, und dies mag wohl dazu beigetragen haben, überhaiipt an den Unter- 

^ - 

schieden derselben zu zA\^eifeln. Ich habe mir so viel "vrie möglich Mühe ge- 
ff eben ' sie sämmtlich im Gartet aus Saamen Äu ziehen, habe aber deren bis 
jetzt nicht mehr als 11 erhalten, von welchen ich mich überzeugt halte, dafs 
sie si<:h in ihren Charaliteren bei der Aussaat treu bleiben. Von diesen soll 
in dem Folgenden näher die Rede seyn; auch werde ich noch eine zwölfte 

Art hinzufügen welche ich nach einem getrockneten Exemplar hinlänglich 



unterscheiden zu können glaube. 



r^ . 



1. Solanum nodijloTura Jacq. ic. rar. i. 316.. S. scahrum Mill. Dict. 



n. 6? 5* Dillenii Schult S. strictum Zucc» '"':Si patulum Fers. n. 54:. 0. 
B. niarum patulum L/ Solanum Dillenii Schult kann nach Allem, was dar- 
über gesagt wird, keine besondere Art ausmachen, 
wenn die Fruchtstiele sich länger aufrecht erhalten. Auch dürfte dann Dill 



denn es ist nur zufällige 



^ 



Elth 367. t. 275 f^ 355. nicht citirt werden, da diese Abbildung keine sol- 
chen Trauben vorstellt, sondern eher würde sich auf die Figur des 5. nodi- 



■\ 



florum a. a. O. verweisen lassen, wo dies am untern Trauben deutlich zu 
bemerken ist. Nach Jacquin ist das Vaterland dieser Art Guyana; sie soll 
aber auch auf Isle de France und Bourbon, 



und nach Kitaibl in Ungarn 



\ 



y 



vorkommen. Die Ja cquin' sehe Angabe , dafs diese Art strauchartig sey, 
Ist unrichtig, sie ist blofs jährig, 



auch wird die Dauer derselben . in JRÖ- 



i 



7 * 



N 



y 



t 



/ 



r . 



N 



--. 



/ 



"■ 



^^ 



X 



o. 




\ 



^J^ 



■--. .- 





_ m ' •u' 



'• 



V 





1 



( 



"\ 



/ 



V. 






f^ 



I 



\ 






y 



\'. 



m 



I 



\ 



/• 



r 

1 ■ 



W 



/ 



i' 



4. 



»4 




*^ 




^ 



"^ 



■-. 



■-, 



L.' 





:^ 



r 




J 



\\ 



^^-' 



V 



P 



1 

\ 



I 



^% , 



*t > 



( 



.1 



t '- 



«t 



i 



- I 
J 



-' 



\ 



■J!fc« 



/ - 




« 



■^ 






ft* 



y 



k 



■^ 






o; 




c 



/ 



52 



y' 



"■^ 



/- 



mß'r et Schult syst. IV, 586 sowohl für 5. nodißorum als S.DilleTin durch, das 
Zeichen der Sonne richtig angedeutet, allein in der Differenz des erstem ist 



von 



einem caulis suffi 



c 



wodurch ein Widerspruch entsteht. 



Wegen des hierher fragweise gezogenen S. scdbrum ISlül* vergleiche die B^- 



ö 



/ 



^ 

anerkung 'unter S. pterocaule. 

2- S. americanum MilL D 



^ ' 



/ 



5 



■' 



serotinum H. Prag 



S 



L 

S. oleraceum Rich^ Reichb. ie. 
nmram virginicum et S. virgini- 



Cent. X. f. 1324. S. 

n ■ 

cum fll boreali am er. Diese Art ist der vorigen ungemein ähnlich: sie 
hat ehen so lUeine Blüthen und so kleine Früchte, und erreicht eine eben 

w- * 

I 

SO bedeutendb Höhe, wodurch sie sich vor den mehrsten der folgenden Ar- 
ten schon hinreichend kenntlich macht; von der vorhergehenden untcrschci- 



det sie sich aber durch 



g^ 



und einen mit mehr kleinen 



Erhabenheiten an dem herablaufenden Blattstielrändern besetzten Stängel. Sie 

r ' * ■-- t 

scheint in Amerika unter den zahlreichen Arten, -welche es aus dieser Gat- 
tung nährt, die gerneinste, und deshalb die Mill er' sehe Eenennuns nicht 

- 

unpassend "zu seyn. Sie 1 



omm 



nur in Nordamerika, sondern auch 



in Südamerika, namentlich in Brasilien vor, und scheint g.ewi3sermarseii 

. - / 

daselbst die Stelle des S. nigrum zu vertreten. Es ist auch ohne Zweifel 
diejenio*e Art, 'welche 'man am schicklichsten S. virßinicum nennen könnte. 



welcl 



hen. 



Von Deiajenigen, "vvelche' Nordamerika bereiset haben; erhält man 
keine andere Pflanze dafür, als diese, und ein Exemplar meiner Sammlung 

r 

hat Nuttall vorgelegen, welcher es für sein S. mi 



rum virwiicum 



L - 



hat. Das 



D 



vv^eiter 



■welches Dillenius nach Virginien versetzt, 

citirt , kömmt schwer- 

den wird. In Deutsch- 



em o. virainicum 



f- 



lieh daselbst vor, wie 

land findet es sich nach Reichenbach verwildert. 

3. S. nisram Mill. Di ct. n. 1. 5. melanocerasum Willd, S. atnplici' 
folium Desp. S. pterocaule Reichenh. ic. X. f. 1284. 5. Judaicum Hess, 
partim. S, nigrum vul^atum L, Nach meiner Meinung hmn S. melamce- 



- I 



. I 



.1 



I \ 



/ 



i 

V 



i . 



y 



\ - 



■-, 



\ 



*v 






. / 



^fc-'d-. 



\ 



V 




V 



J 



33 



■-Ti 



V 



rasum W. nicht einmal als S^iielart, geschweige als eigene Art von 5. mgnim 
IVIiZZ. getrennt werden. Der Grund dieser Treiinung mag vielleicht blol's 
darauf beruhen, dafs diese Pflanze, so wie ihre Verwandte, ein anderes 

l , indem dann gewöhnlich mehre 



Ansehen erhält, -wenn sie cultivirt 

- h 
\ 

Pflanzen sich an einander drängen, 



Wird 
und 



x' 



Wuch 



Kichtung geben. 



Was in Gärten unter 



em 



geht, ge- 



r 

hört ebenfalls hierher. Auch sendete B es s er früher unter dem 



'") 



s. 



cum 



die Saamen dieser Pflanze, so wie auch die anfangs davon gege- 
bene Beschreibung darauf ijafst; später hat er indessen erklärt, dafs S. mi- 
niatum darunter zu verstehen sey. \ 



4. 



ß' 



■' 



5. 72od//7i 



Dieser NachtschattenWerhält sich zu S. nigrum 



americanum JM 



er zeichnet sich nämlich 



durch die ganzrandigen Blätter und . die weniger mit Tuberkeln besetzten 



herablaufenden Blattstielränder aus. Auf 



dem 



ich diese 



> 



w 
j r " I 

r ■ 

Art auch dem* S.^^guineense Mill., ist aber davon durch herabgebogene Mei- 
nere Früchte und durch die gelben Antheren .leicht zu unterscheiden. Der 

-- ^ 

Stängel ist nur an manchen Stellen röhrig, 

> r . 

gefüllt. 



immer 



Das Vaterland ist nach Richard die Insel Mauritius. 



5. S. guijieense MilL 



mamo instar, cerasi 



Dill Elth. 360 



/ 



X/. 



fructu 

S. nigrum guineense Linn. 



Dil 



(excl. syn.) Diese Art unterscheidet 



sich von allen übrigen hier erwähnten diiixh die aufgerichtet bleibenden oder 

r ^ 

dp ch nicht herabgebogenen Fruchtsti eichen, die gröfseren Früchte und die 



bräunlich gefärbten Antheren. Die Blüthen pflegen auch im All 



ememen 



zahlreicher in den Trauben zu seyn, 
Das Vaterland bezeichnet der Name. 



gabeli 



^ 



0. S. pterocaule Du nah S. nigrum vulgari simile Cßülibus 



e^ asper citis 



D 



/. 



um virgintcum 



N 



cx 



D 



i 



S. 



nigrum Thunb. fl, cap. 183.? Es zeichnet sich diese Art sehr durch die in 



/ - 



. ^ 



deutlich gez 



Flügel erweiterten herablaufenden Blattstiele 



aus; 



über 



'^ 



c 



■^-L 



^ 




t 






1 






j 



/ 



1 * 

^ 



i 



■v. 



ry- 



'<- 



i 

1 . 

V 

r 

I h 

r 



\ 



_ ■ 







% 



> »-* 



i 



t 



k « 



1 - 



N 




1-1 



'I 



«' 




.;*- -■- 









*.t 





v> 



y 




^ 



-^ 






-- 




E' 



i 



i 



I 



- ' 



f 



/ 



t 



\ 




X 



\ 



c 






-' 



vJ 



5'i 



■:■.. 



/r- 



i. 



nn 



mehr Raubigkerteii bes-etzt, 

r 

^ die Blätter sIncV ^iiin Theil nach dem Grunde zu fast gefiedert gespal- 



Hes ist dey Stängel auf seiner Oberfläche mit 



ten. 



Als Vaterland dieser Art giebt Dillenius Virginien an; allein diese 
Aiio-abe beruht aller Wahrscheinlichkeit nach auf einem Irrthüm, da hein 

:riltanischer Botaniker und kein Reisender dieselbe dort be- 



neuerer 



am 



merkt hat. (VetgL^ S. amcricanwm) Ich besitze dagegen^ ein auf dem Vo 



; 



Exem 



man 



mag 



wohl eher das Vaterland derselben suchen, auch 

■ 

nexßora capensis darunter verstehen. Sollte das wahre S. n. judi 

Abänderung derselben mit gekrümmten Stacheln . seyn , wie Willdenow 



cum 



behauptet, ao dürfte man sie 



aucK im 



Dillenius d 



liach 



\ t 



'g 



Asien suchen. Warum 

/ 

zum Theil 



Tiiag wohl 



cUvin seinen Grund haben, d'afs man eine Zeit lang überhaupt geneigt war, 

^ I 

rn. Dies gieng so weit , dafs 



Am 



verweis 



Miller sogar anzunehmen geneigt ist, das gemeine S. nigriim wachse nicht 
ursprünglich in England Avild, sondern sey vermutblich ei-st aus Amerika 



dahui sekomm 



3f6nch.\ welches Einige 



■ 

wo es bis jetzt kaum Jeman 



emer 



S. alatum 



nym 



ausgegeben haben ^ 



:kann schon wegen der ihm zugeschriebenen rothen Früchte nicht dafür gel- 

n 

ten; auch gehört Miller's -S. yca6r«m schwerlich hierher, ungeachtet er 
Sich auf das oben angeführte DillenVßche Synonym bezieht, ^enn was er 
darüber sagt, stimmt durchaus nicht mit der von Dillenius gegebenen Ee- 
Schreibung und Abbildung überein. Nach Miller werden nämlich die Stän- 
gel seiner Pflanze drei Fufs hoch, und haben nur einige wenige kurze Sta- 

r 

cheln; die Blätter sollen vollkomtnen ganzrandig, und Blüthen und Früchte 

r 

ein seyn. Man darf dalier nach diesen Angaben eher vemiuthen, dafs 

Iller S. nodißorum vor ^ich hatte. Das wahre S. plerocaule sc\iemt seit 




/ 




kaum wieder in die Gärten gekommen 



7. 



iffruticosum Schousb, S. chilense IL Par. Eine bekannte 



Pflanze, welche eich schon als wahrer Halbstrauch, von allen vorher er- 



/ 



. r 



/"X.J 



' 



I 



/ 



■.^ 



n 



4 




\, 






v_.' 




■a 
i 



\ 




^= ' .i.. - - u - 1 ■^r? ^ü" 



-ai 



■* 1 



^*=f 



' ' 



""..'*. 





--■-1 





w ^ I 



\ 



/ 



I 



I 



v^ 



DO ~ 



*. 



l 



wähnten Arten unterscheidet. Es zeichnet sich anfserdem auch Juvch die be- 
deiitendere Grofse seiner Blumen und durch die oft gabeh'g geth eilten Trau- 
ben aus* Das Vaterland desselben ist das nördliche x\frika, vielleicht auch 

F 

4 r 

das südliche Spanien* 5* chitense H, Par. weifs ich nicht davon zxi unter- 



ijfruäcosum 



Chili 



kommen. 

r 

8, 






g^ 



I 



*-■ 



V > 



S. lüteo ' viresceiis G m e l. ft 



177 



Meh r er« 



ältere Schriftsteller gedenüen dieser Pflanze j 'Miller führt sie als eine nie- 

drigere Varietät des .S. nigrüm mit grünlich -gelben Beeren an, bemerkt in- 
dessen doch, dafs sie bei der-Äussaat ihren Charakteren treu geblieben sey. 
Die Früchte, welche von 'den raehrsten Schriftstellern grünlich-gelb genannt 



werden, erlangen doch in ivarmen Sommern 
AuFser ihreni niedrigeren Wuchs läfst sie sich 

unterscheiden^ dafs sie glatter un« 

den Blattstielrändern versehen ist 

4 

rhombisch -eirund, bei S. 



nigrwn auch dadurch 



wem 




V- 



sind ihre Blätter im .Allgemeinen 



.^' 



marum daueren m 



eirund. Der Ab- 



bildung, welche Reichehbach ic. X. F. 1325 von S. humite glicht ^. kann 

diese Pflanze nicht zu Gründe gelegen haben, da ihre Blätter Weder- die da- 

selbst angegebene Gestalt besitzen, .noch mit so viel abstehenden Haaren be- 
deckt» auch kaum so kur-s gestielt sind. Sie scheint übrigens überall iii 
Deutschland, den Niederlanden^ Frankreich , England, Italien weit spar- 
samer als S. nigrum vorzukommen. ' - ' ' 



o^ 



\ 



N 



/ 



* ^ 



V 




i 



% 




■ 

I 

i 

I 



\ 



H 



t 



\ 




^■■■ 



-__ _^ 



c 



"X 



\ 



als S. viUoswn 



I 



9. 5. miniatum B. - S. villosum Milt Diöf. n. 2. Häyne Abbild. 11. 
41. S. alatum Mönch. S. punkeum Gmel. fLBa'd. IV, \^^^ S. iudai- 
cum Befs. partim. S\ aegyptiacum oc Forsk? WasMillet 

lind Mönch als S. alatum beschreibt, darf man Wohl ohne Zweifel für S. 

minicitum halten. Dasselbe läfst sich aufser den rothen Beeren von allen vor- 

■ f 

hergehenden Arten durch die stärkere Behaarung unterscheiden, wobei die 
Haare abstehen. 



c 



-. ! ■ - 

und die herablaufenden Blattstielränder stark hervortrelej 



1 Tv ' ' ' ' 

auch mit mehr oder weniger kleinen Erhabenheiten besetzt sind. Von 



lej 



1 



^ 



w 



/ 



*. 6 



\ 







/ 



1? 



*4 



r 



^. 



V 



«> 



/ 



V 



- 1 



i ' 



^ 



\ 



.< 



y ■ 



\ 



X 



-- 




'M 






-- 



'/ 



-\ 



/ 



■^ 




-, - - 1 






l 



I 



^'\ 



; 1 






t 



y 



r\ 



/ 



r 



--^ 



'-A 




7. 



V. 



~i 



56 



^ 



folgenden S, villosum unterscheidet es sich aufs er 



der Farbe der Frucht durch 



die ßcliwächere Behaarung, und die deutlich herablaufenden Blatts tiehänder. 
Aus dens'elben Saamcn laufen übrigens mehr odter minder behaarte Pflanzen 



/■ 



auf. Diese Art scheint nächst S. nigrum am -vveltesten durch ganz Europa 

j 

mit Ausnahme seines nördlichsten Theils verbreitet zu seyn; auch fehlt sie 

L 

dem benachbarten Asien und Afrika nicht. Miller will den Saamen davon 
aus Barbadoes erhalten haben, doch ist er nicht ge^ifs, dafs dies ihr Vater- 



land 



j 



10. S. villosum Lam. S. luteum Mill Dict. n. 3. S. nißrum villosum 



--w^ 



L. Dill Elth. L 274. /. 353. Es unterscheidet sich durch die starke Behaa- 



rung 



^ 

bei welcher die Baubigkeiten' am Stängel undeutlich vTcrden , und 



diuxli die gelben Früchte, welche sich später bräunen, leicht von S. minia- 
tum. Die Pflanze scheint mehr im südlichen , als im nördlichen Europa ver- 

breitet zu seyn.,, Miller will sie übrigens auch aus Amerika erhalten haben, 

H. S. gracile JI. Bej. Eine leicht kenntliche stark behaarte Art mit 

kleinen etwas länglichen Blättern und kleinen schwarzen Früchten. Ihr Va- 



'' 



- /^ 



'terland Ist mir unbekannt. 

L 

12. 5. Bessert TV ein in. 



Art , welch 



«chon durch die feinfilzige Behaarung des Stängels und der unteren Seite der 

Stängel und Blätter erreichen eine bedeutende 

t 

bleiben klein. Ihr Va- 



aamen 



/ 



Blätter kenntlich macht. 

Orofse, aber die schwarzen Früchte und die 
tertand ist clas wärmere Amerika. 

Zu den mir zu wenig bekannten und 
Kahle ich, aufser den bereits erwähnten, noch folgende: 



zum 



zweifelhaften Arten 



/ 



1. 



[)rum Blill. D 



M 




/ 



N 



/ 



aitierlkanische Pflanze, welche längere und glattere Stängel besitzt, als S. 

sind dunkelgrün, glatt, eirund, zugespitzt, eckig ge- 



nigrum^ Die Blätter 



3iähait, die Blütheu stehen in nickenden Dolden, auP welche glatte rothe 



BüGve folgen 



e 



5. miniatum kann demnach schwerlich. 



vrie Einige gemeint 



r 

haben, hierunter z\x verstehen geyn, da auch die glatteste Abänderung des* 



/" ■ 



N 



/ 



\ 



t. 



\ 



A 



\ 



/ 



y 



• 



^? 



^-t 



-i 
1 



/ 



q j 



? 



} 



-■k 



* \ 




-. - 



>C<. 



/ 



=i; 




i 



/ 



* 




\ 



I , 



■' 



1,^ ' Iri 



57 



\ 



selben behaarter ist,, als S. nigrurru Wollte man es indessen gleichwolil mit 

■ ^ 

Reichenbach in Deutschland suchen, so müfste man es umgekehrt neh- 
men, die glatte Abänderung des S. miniatum für S. ruhrum 



Mal und die 



villosum 



rubrum L. Linne führte diese Art im 5r5^ natur. ed. XIL 



- V 



p, 173. an, m 

ben sie jedoch ganz i 



cht 



IMürray 



Von M 



/ 



Pflanze, ist sie, da sie ausdauernd seyn und ganzraridige Blätter besitzen söH, 



ohne Zweifel v 



raeum 



thrt>carpum Meyer Esseq* ist, wie der Benenner 



emer 



ver- 



Unter diesein Namen zo«: 



niuthlich dieselbe Art. 

V S. S- Tnemphiticum Schreher et Martins. 

- 

Schreher eine Pflanze im botanischen Garten zu Erlangen , AYelche von 

' J 

*._ ■ I . , I 

4er gleichnamigen Gm elin'sclicn sehr verschieden , aber verniiithlich die- 

«elbe war, >velche Martins in der Enumeratio pL h. Erh unter diesem 



om 



\ 



/. 



Namen aufführt. Die fufshohen Stängel derselben sollen perennirend, dun» 

Jkel violett und an den dar^n herablaufenden Blattstielrändern rnit stumpfen 

\ 

Stacheln besetzt seyn. Die kaum behaarten eirunden Blätter zeigen unten 

Yiolette Adern und sitzen auf eben so gefärbten Stielen ^ 

der Biattlänge. Die Blumen sind so grofs, wie bei 5. nigrum, die Antheren 

r 

braun, die Beeren schwarz. Die braunen Antheren scheinen auf S. guiiieense 

hinzuweisen, -wofür es auch Einige nehmen, da wiegen der Dauer, vvelche 
dieser Annahme widerspricht, sich leicht ein Irrthum eingeschlichen haben 



\ 



könnte. 



wenn 



dafs die Fruchts deichen sich 



zurückschlagen, so kann S. guineense nicht darunter begriffen seyn. 



4. 



sutuin D 



S. memphidcum Gm 



[iacum ß 



£5 soll sich besonders durch behaarte ganzrandige Blätter auszeichnen; Da 



^ 



indessen Forskai die Blätter für glatt und. etwas 



gewinipert erklärt, so 



Wäre es wohl mö 

acgyptiacum a Fo 



dafs er eine andere Art vor sich gehabt hätte. S, 



g 



8 



t 



■ - 



e 

r 



I 



. \ 



■ ■ 





/" 



J 



1 
t 



I 



\ 



V 



i 



»« 



^ 



1 



•»* 




-I 



^ 




^ 



1 



\ 



^ 



i 



i 



\i 



v 



m 




\ 



J 



V 




I 



V 



V 



% 



i. i E- - 





i^« 



'' 



h^ 




r 



n 



f- 



' 1 



1 



^ 



x' 



/ 



/ 



i 



'\ 



1 




'-- -L 



\ 



58 



/ 



/' 



\rircl von Vahl für S. villosum erklärt, worunter man aber wohl S. villosum 

JMilL d. h. S. miniatum zu verstehen hat. - „ 

5. S. microspermum Dun. Die Differenz , welche Dunal für diese 

r 

W 
_ r 

Art besthiamt, läfdt bezweifeln, ob sie von S. nodißorum hinreichend ver^ 

Schieden sey. 

6. S. furcatum Foir. dürfte mit 5. suffruHcosum näher zu vergleichen 

- * 

7. S. chenopodioides Lam. 

8^^ S. Rumphii Du nah v 

■r I 

9, S. trianguläre Lam. scheinen hinlänglich ausgezeichnete, wiewohl 

r 

mit S. nigrum verwandte Arten. Ob dies auch für das strauchartige S. qua- 

'drangulare ThunK gilt, welches Poiret als 5. iriangutare ß aufführt; ist 

nach welcher 



em 



Linne gegebenen Beschreibung, 



es oft ani Stängel herablaufende Blätter besitzen soll, und nach den endstän* 

- 

r ' 

^ 

digen rispigen Blüthen, welche ihm Thünberg zuschreibt, sehr zu be* 

zweifeln. 



/' 



10. S. incertum Dunal. Zu den Verwandten des 5. nigrum darf diese 

J 

Pflanze nach der Abbildung und Beschreibung im hört. IVLalab. X. t 75 

m 

allerdings gezählt werden , aber ohne Zweifel wird ihr Stängel sehr unschick- 

I 

lieh caulis cirrhosus genannt, denn was man in der angegebenen Figur 
für cirrhi genommen hat, sind ohne Zweifel Blüthenstiele, von welchen 
die Früchte abgefallen sind. Loureiro's 5. nigrum kann nicht wohl für 



ni 



incertum 



da letzteres 



dem 



licht 



ponieranzengelbe Beere besitzen soll, während Loureird von schwarzen 

\ _ 

spricht. 

r 

11. S, ßavum Kitaihl^ -wozu man S. ockröteucum Dun. als Synonym 

r 

%n setzen pflegt, wiewohl die Beschreibungen hinsichtlich der Farbe der 
Früchte nicht übereinstimmen. Beide haben indefs die schmälern länglichen 
Blätter mit einander gemein, wodurch sie sich von den verwandten aus* 

% 

zeichnen sollen. Mir ist noch Keine der Beschreibung angemessene PflaxiÄC 



y 



r-' 



y 



/ 



> '. 



j 



* 



' 



p- 



^ I-- 





1 - 



n^ 





-4-_k- 



^K . . fc,. LI 









59 



\ 



i'' 



janter obigem Namen zugekömn 

\ _ 

_ j 

S- mirdatumt theils <S. villosum» 



dem was 



war theib 



\ 



\ 



12, 



Kitaibel 



incanum K 



Ein getrocknetes mi 



Nam 



das aus Ungarn kam p 



villösnm 



Allein die mit dieser Ueberschrift bezeichneten Saamen gaben eine Pflanze, 



erwähnten sichern 



■1 9 



Da ich sie indessen nicht hinreichend beobachtet habe, so zähle ich S. Ki- 
taibelii noch zu den mir zweifelhaften Arten. 

L ■ 

■- - 4 " 

Es ergiebt sich hieraus, dafs wir wohl gegen zwanzig und mehr ver- 



\ 



ächiedene Solana annehmen können, welche zur Sippschaft des S- nigrum 

, ■ 4 

gehören* Sollen wir nun, fragt es sich jetzt, diese Verschiedenheiten wirklich 
für Arten erkennen, wofür wir sie bisher annahmen, oder lieber als Unter- 

■ 

arten, Bastarde und Abarten betrachten, oder sollen wir einen Mittelweg 

L 

einschlagen, manche für eigne Arten oder Unterarten, andere blofs für Ab- 




arten erkennen» 

, w 

Die Meinung, dafs diese Verschiedenheiten durch Bastardzeugung ent- 
atanden seyn könnten, hat Lmne geäufsert. Er unterschied nämlich in der 
z^veiten Ausgabe der Spec. plant, unter S. 7iigrum sechs Verschiedenheiten: 

f — 

•i 

a. S. vuloatum, ß. patulum, y. vülosum, i. guineense, e. virginicum, t. judai- 
cum , und glauBte seine bekannte Hypothese von Bastardzeugung auf die 



ftmf letztern anwenden zu können. Diese hat indessen durchaus keinen Bei- 
fall gefunden, und verdient denselben auch nicht, da sich nichts für ihre 

r 
W 

Gültigkeit anführen läfst. Allein so viel wird doch klar, dafs schon Linne 



fühlte, es könne 



nigrum zusammen gestellten Verschieden- 



Au 



welcher, wie bereits oben bemerkt wurde, ein 5. 



'yrum 



noch 



als besondere Art von 5. nigrum trennte, ist die Anzahl der mit S. 



/ 



nigriim verwandten Pflanzen allmählig immer höher gestiegen, und alle diese 

Verschiedenheiten für blofse Abarten einer Art zu erklären, hat seitdem Nie- 

8* ^ 





' - 



/ 



m 

m 




ff 

r 



' / 




«F 



N 




^ 



4 

h 

ff 



m 



^ 



/ 




^ 



y 




ff 



fm 




\ 



t 



_. • 



y 



y 



/ 



t 



/ 



/ 



\ 



:»• 



y 



\ 



/ 



§ 



60 



mand versucht. Auch sieht man in 



Re^ 



gehl der Ausartung diese verschiedenen Formen entstanden seyn sollten. 



man den Weg betreten, manche dieser Verschiedenheiten 



für Arten, andere blofs für Varietäten zu erldären. Noch 




eman 



hat 



in- 



man 



dessen die Principien aufgestellt, nach welchen 



und eben so vrenig lassen sich dieselben in der Ausführung errathen. Auch 



welche man bisher hierzu gethan hat, 
''illdenoAv wählte tei Bearbeitunsr der 



N- 



niufs man in der That alle Schritte, 

\ 

für verunglüclit betrachten. - Schon \' 

species plantarum diese Methode; er behält die von Linne angegebenen 

■ 

ßechs Verschiedenheiten des S. iiigrum bei, und fügt im iSC riibrum JMiU. 

r 

andere hinzu. Aurserdem unterscheidet 



und S- Jiirsutum Forsh. noch zwei 



mit 



S. 



dißorum 



rennirende S. rubrum und das angeblich strauchartige 

■_ 

das indessen von S. n. patulum nicht verschieden ist. 



Er ist übrigens selbst der Meinung, dafs 



cum 



m 



sn, und hat sie auch später in der 

Eimm. pl. hört. Berol. dafür erklärt. Die Differenz , welche er von seinem 5. 
7i7gn/7n giebt, pafst nicht auf die darunter begriffenen Varietäten. 

Sprengelimterscheidet im Systema vegetabüium als eigene Arten: 1. S. 
sxijfrulicosum Schoush., 2. S. nigrum, wovon S. oleraceum Rieh., S. 



ß 



Dun.: S. ludaicum 



V 



ten seyn sollen; 
odiroleitcum Du 
Tjam. mit den . 



S. ßavum Ji i L 

S. ificertum D 



mit den Synonymen: iS. 

un. und S. rubrum MilL 4 
utum Dun.^ S. aearvtlacum 



Tniniatum 



s. 



und 



S. Ruinphii Dun. 5. S. chenopodioides Lam. 6. S. nodißorum Jäcq. ?• 5. gm- 

/necnsc Lam. 8. 5, erythrocarpum. ISleyer. und 9. S, trianguläre Lam. Wir 

wollen, um zu zeigen, "Svie wenig dies Verfahren -der Sache 



ano;emesseii 



ist, der Kürze wegen blofs über die angeblichen Varietäten des S. nigrum 

■ . I 

b ■ 

einige kritische Bemerkungen machen. Unter ihnen ist S. oleraceum Rieh, 
ohne Zweifel zunächst mit S. nodißorum Ja cq. verwandt, und wenn man einmal 
darauf hinausgeht, einige dieser Verschiedenheiten als Abarten zu betrachten. 



/ 



^ 



V 1 



# h 



N 



N , 



V ^ 




■»x ■■ 



r 



V 



% 



\ 



1 



*:■ 




.. 



■4 



1 • 



/ 



61 



V 



\ 



/ 



V 



" "^ - 1 

das <S. oleraceum für eine Varietät des S. 



difl. 



Tum mit gezähnten Blättern und etwas raulikantigem Stange! auszugeben. 



ücosum 



furcatum Foir. darf nach der Besclireibung desselben eher S. sujfru- 
als S. nisrum vermuthet werden, -vvie schon oben bemerkt -wurde. 



lue Dl 

inimte 



ist eine sehr ausgezeichnete Pflanze, und ohne Zweifel 

' 1 



besser 



Tum zu trennen , 



ßavurri 

Das S. iudaicumBess. mit schwarzer Frucht macht keine Varietät des S. nisrum 



aus 



' r - 

sondern ist dieses selbst; das mit 



den Art 2U zählen seyn. /Es bleibt daher blofs das S. humile übrig, welchem 



gew 



ifs mit 



dem 



mmiatum von §• niarum 



d ar f • 



r 



Die deutschen Floristen haben zum Theil auch diese Methode versucht. 



So findet man z* B. als Arten unterschieden: 1. S. nigrum mit der Abart S. 



/ 



humile. 2. S. melanocerasum W., mit der Abart S. miniatumf und 3. S. villo- 

- - i - ■ . 

sumLam. Es werden daher zwei kaum als Abänderungen zu betrachtende 
Verschiedenheiten, nämlich Srnigrum nntl S. TnclciTxocerctsum für Arten erklär^., 

K 

und zwei Pflanzen, welche weit mehr Ansprüche haben, für Arten zu ^rel- 
ten, zu Abarten dieser Abänderungen gemacht. Andere Floristen fassen alle 
in Deutschland einheimische Verwandte des S. nigrum in eine Art zusammen, 
in welcher sie nicht nur S. humile , S. miniatum und 5. villosum als Abarten 
unterscheiden, sondern auch dem S. melanocerasum einen gleichen Hang ein- 
räumen. Wie man mit den, zahlreichen ausländischen Formen verfahren solle* 
Q^gen sie uns nicht. 

Schon aus diesen mifslungenen Versuchen, jene Verschiedenheiten zum 
Theil als Abarten zu betrachten, mufs man Verdaqht schöpfen, dafa man da> 

t 

bei nicht auf dem rechten Wege gewesen sey. In der Tbat sprechen auch 
mehre Gründe hinreichend für das ursprüngliche Daseyn jener verwandtest 

r , 

Formen : Man 



' 1 



vermacr sie nämlich weder nach 



den Regehl der Ausartung, 



t!^ 



noch durch die Hypothese der Bastardzeugung zu erklären; von keinem kann 

nachgewi<2sen werden, dafs sie durch Cultur entstanden sey, vielmehr wis- 



/ 




( 



/ 



i 



> 



■v 



*» 



W^ 



•^ -. 



\ 




'^i 



>^ ( 




i 



t-a 



44 



\ 



*.' 



/ 



■ /' 



m 



\ 







f 



' \ 



L 



/ 



I '< 




% 



j}- 




LiU., -11-* 




; 'f 



y 



\ ■ 



62 



j 



1 ii 



I 



m 



1 ! 



I 



! 




m 



y 



f 



sen 



wir sie an ihren natürlichen Standorten aufzusuchen, welche 



m 



sehr 



N 



verschiedenen Himmelsstrichen Hegen; sie eind auch offenbar nach einem 

L ll 

Muster gebauet, nnd dennoch vermag man nicht, eine dieser Formen als Ty- 
pus aufzustellen, aus' welcher die andern eich ableiten liefsen, denn das Mil- 

r 

j 

L 

! er 'sehe S. nigriim dafür anzunehmen, hat keinen Grund für sich, da es 
weder allgemein verbreitet ist, noch sich aus ihm die übrigen Formen besser 



als 



aus 



jedem andern Gliede der Sippschaft ableiten lassen; will man abef 
blofs einige ihrer. Glieder für Arten und andere für Abarten erklären, so weifs 



man liicht , wo man 



und wo man 



soll : es haben zwar 



LT 

.Einige den Knoten zerhauen, aber noch Niemand hat ihn gelöst. Endlich 

läfst sich auch in der ganzen Gattung Solanum^ die so zahlreich an Arten ist, 

r 

keine derselben aufweisen, von welcher man sagen könnte, es ständen ge- 
wisse Andere in demselben Verhältnisse zu ihr, wie die i-erschiedenen Glie- 
der der Gruppe von S. rifgrum, so dafs man glauben könnte, es liege in den 

\ ^ _ 

dieser Gattung eigenthümlichen Gesetzen, auf diese Weise in viele For^iien 



EU spielen 



Diese weitläufige Gattung scheint vielm 

r 

wovon die Sippschaft des S. nigrum dieje 



y \ 



Liedene Gruppen 

in welcher sich 

M 

den Charakter 



die Arten am wenigsten von einander entfernen, so dafs sie den 
der Unterarten an sich tragen. 

Für die Gruppe, welche die mit S. 7\igrum verwandten Arten bilden, 
hat bereits Dunal den Namen JMaurella gewählt, und ihre Kennzeichen 



ssiemlich gut so angegeben: 



Caulis herbaceus L suhherbaceus; folia utrimque 



acamhiata; racemi breves, pedunculi infrafoliaceij pedicelli suhumbellaä aul pa- 



ß 



parvae 



bosae. 



emer 



auch allen Arten mit Recht kurze Trauben zuschreiben kann, die Arten 
doch nicht wohl durch pedicelli Sübumbetlati und paniculali unterschieden 
werden können. Denn eine wahre Kispe findet sich bei keiner Art; die 

- N 

1er Rispe, wenn sie sich gabelig 
'dagegen die Trauben, wenn die 



man 



theilt 



bekommen 



/ 



I 







^ 



; f 



/ 




/ 



'^ 



/ 






■^K - '- 




-' 



' 



63 



'- ■ 

Blüthenstielchen sich am Grunde dicht an einander drängen; da sie aber bei 

derselben Art bald naher , bald entfernter stehen , so läfst sich keine dadurch 
charakterisiren. Die Blüthenstielchen sind nicht immer nickend , sondern riui 

M — 

«ur Zeit der Knospe; in der Blüthe richten sie sich in die Höhe, und die 
mehrsten biegen sich zur Zeit der Frucht wieder abwärts» Auch sind die 



Blüthenstielchen bei allen an der Spitze verdickt, doch 



^dißoram 



egen 



daf« 



americanum sehr wenig, und daher mehr fadenförmig. Ein allgemeines 
Kennzeichen, welches Dunal nicht berührt hat, liegt 
die Ränder der Blattstiele, besonders 
Zweige , immer herablanfen , und d; 



am 



g 



herablaufen, und dafs diese Ränder bald mehr, bald weni- 

hervorstehen, seltner schmale Flügel bilden; auch sind dieselben bei 



f 



Arten (wenn 



mehren sehr sparsam und wrenig merklich) mit 



kleinen fast stachelartigen Erhöhungen besetzt, die sich 



manchen 



-f 



"f 



zu kleinen Stacheln ausbilden. 



Bemerkungen würde der allge- 



meine Charakter dieser Gruppe besser so festzusetzen 



\ ■ 



9 



' i 



r% 




I« 



JVJ 



Caütis herhaceus 



#' 



teres; petiöli decurrsntes alato- 



mar^nati, marginibus tuberculato - subaculeolatis ; folia ovata utrimque 



mhiata dentata inteaerrimave : racemi 



ifrafi 



sim 



tive. 



alahastroTum 



ß 



feris apice incrassatis 



pendulis , üoriferis erectis , ß 



V 



1- - 

Die Kennzeichen der Arten scheinen 



am besten von der Dauer, von 
, von der Beschaffenheit der her- 



'der Behaarung des Stängels und der Blätter, 

ablaufenden Ränder des Blattstiels, von der Gestalt der Blätter, vom Blü- 

thenstande, von der Verdickung der Blüthenstiele und der Richtung der 



Frucht 



enommen zu werden 



Sie unterscheiden sich 



em 



■ 

auch durch die verschiedene Gröfse der Theile, besonders des Stängels, de 



r 



Blätter 



l^^Xi 



ume 



im 



60 wie auch in 

denn die der Blumen 



Färb 



besonders 



Fmcht xmd der Anth 



weniger charakteristisch ^ da fast 



A 



■V 







/ 



^ 



-n 



J 



r 



^i 



1 



>•- 






\ 



j 



/ 




- ^ - ^4. 




'i 



m \ 



i 




ft 



m 



w 




t 




) 



t 






I 





'x 



^ 



/ 



m' 



gun 




haben, ihrer weifsen Blume etwas Violettes beizumischen. Für die 



oben erwähnten 12 Arten kann man die Charaktere so bestimmen: 



' 

' 



f 



/ 



I 



\ 



marginibiis ramorum suhohsoJetis sah^ 



i. S, nodiflorum Jacq. anmium^ 

tuherculatis f foliis ovatis suhcoj^datisve integerrimis cauleque suhglahris , racc^ 

■ j^ 

Ulis simplicihus^ pedicellis fructiferis suhßliformibiis deflexü {Baccae mgrae 

r 

minores i corolla minor ^ antherae luteae.) l 

4 - 

2. 5. americanum MilL annuum, mardnibiis ramorum suhohsoletis taher- 



I 



adatis, foliis ovatis subcordatisve sinuato - dentatis caüleque subglabris^ ra- 

j ■ 

cemis simplicibus y pedicellis fructiferis subßliformibus deßexis ( Baccae nigrae, 

: - - ' 

I 

minores^ corolla minor, antlierae luteae). 
S. S. niarum. Mill._ annuum , marginibus ramorum. distinctis tuberculatiSf 

■ \ g 

folüs ovatis subdeltoidcis ^ sinuato - dentalis caüleque pubescentibus , püis in- 

< 

ciirvato ' ereclis y racemis simplicibus, pedicellis fructiferis apice incrassatis 



exis. (Baccae nißvae majusculae; corolla majuscula^ antherae luteae.) 



i 




/- 



i 



,4* 5. fistulosum Rieh, annuum , marginibus ramorum distinctis subtuber^ 

crüatis, foliis ovatis mtegerrimis ' cäuleqüe subglabris , racemis simplicibus. 



pedicellis fructiferis apice incrassatis deßexis, 
corolla^ majuscula 9 antherae luteae.) 



(Baccae nigrae majusciäaey 



6. ^. guineense Mill. annuum, 'mar ginihus ramoTum distinctis tuberculatis, 
foliis ovatiß integer rimis caüleque subglabris, racemis subfurcatls, pedicellis 
jructiferis apice incrassatis arrectis. (Baccae nigrae majores, corolla tna- 



\ 



juscula, antherae sahfuscae.) 



6. S. pterocaule Dun. 
foliis ovatis hasi suhpinna 
pUcibus , pedicellis : fructif 
' jusculae^ corolla majuscul 



ajinuum 



marginibus ramorum 



alatis acuJeolatis^ 

r 

J r 

dentatis caüleque pubescentibus , racemis sim^ 



7. 



// 



h 



incrassatis deßexis, (Baccae 

le luteae.) 

iffrulicosum, marginibus ramorum. 



mgrae ma- 



ctis 



ß 



ovatis suhsinuato - dentatis caüleque 



bus, 



racemis subf ur cutis ^ pedicellis fructiferis apice incrassatis deßexis. (Baccae 
nigrae majusculae^ corolla major ^ antherae luteae.) 



i 









/ * 



»,- 



' - 



V. 



^ 



/ 



« 
^ 



r-^ 









y 



/■ 



y 




L 




t 

f 









^h.' 








y 



^ 



65 



■ 



8. 



j 

S. humile B. annmirrip margmibns ramoTum suhohsoletis siihtuherciilatis, 

- 

foliis ovatis suhrJiombeis repando-dentatis caulecjue suhglahris , racemh simplU 
cünis, pedicems frudifcris apice incrassads deßcxis. 
juscuUe , corolla majuscula , antherae luteae. ) 



( 



9. 5. m i n i a tum B. annuiim , 



ramorum distinctis tuherculatis , foliis 



ovatis siibdeltoidejs sinuato- dentatis , cauleque pateiiÜ-villosis, racemis sim- 

■ * 

plicibus, pedicellis frucliferis apice incrassatis deßexis. (Baccae rubrae, ma- 
juscalae, corolla majuscula^ antherae luteae.) 
10 S villosum ham. armuum, marginibus ramorum suhobsoletis suhtiibeixu- 

latiSy foliis ovatis sinuato - dentatis cauleque subtomentoso - vülosis , racemis 
simplicihiis, pedicellis frucliferis apice incrassatis deflexis, (Baccae luteae 



majusculae , -corolla majuscula , antherae luteae. ) 



f 



14 S aracile IIB er. annuum^ marginibus ramorum subobsoletis tuberculatis^ 

foliis ovato - oblongis repando - dentatis . cauleque villosiSj racemis simplicibus^ 

' ' ' ' ' ■ i 

pedicellis fructiferis apice incrassatis deßexis. (Baccae nigrae minores, co- 
rolla major , antherae luteae. ) 
12. S Bessert We i n m- annuum , marginibus fwnuruTn suhohsoletis suhtuher- 

culaiisr'fol"^ ovcäis integerrimis suhtus cum caule tomentoso-puhescentibuSf 
racemis suhfur cutis, pedicellis fructiferis suhfdiformihus deßexis. (Baccae 
' ni^rac minores , corolla major, antherae luteae.) ^ 



/ 



F 



(' 



\ 



Es ist 



schon oben ein Beispiel angeführt worden 



wie schwer es au- 



^ 



Aveileh hält, bei Aufstellung der Arten überall consequent zu bleiben. Dort 

\ - 

indessen mehr von Arten in verschiedenen, Gattungen die Eede; man 



war 



kann aber auch bei Arten derselben Gattung in den FeWer verfallen , die Ab- 
arten der einen für gute Arten und die der andern für Varietäten au erWären, 



obgleich die einen 

Gattung Veronica ei 



ni 



icht mehr 



eichen als die andern. Hierzu mag die 



umen 



9 



V 



\ 



/ \ 



\ 



1^ 



>' 



\ ' 





\ 



-^ •- _ 



/ 



n 



* 



\ 



/ 



--, 



/ 



f 



T 1 



« 







n 







*"« ' 



»^i^ 




4$ 



r 

I 
f 

i 

j 



> 



■f ,' 



i 








ä 



i 



L....^^:^._. 




% i 



iK. 



\ ■ '\ ' 



J 




. r 



m- 



^^ 



f 



I 



> 



i 



^ 



.-: 



-■1 



T - 






s 



■J>* 



\ 



I 



{^ . 



/ 




\ 



/ 



6Q 



y 



geliongen Arten gewahnlich entweder blau oder rothj, und zwar entweder 
gleichfarbig, oder so, dafs auf dem lichter blau oder roth gefärbten Grunde 

r 

dunkele Streifen, besonders, an den obern Blunienlappen, bemerkt ATcrden. 
Es kömmt zwar auch die voHkoanmen weifse Farbe vor> allein diese lassen 
wir hier unberücksichtigt. Viele Arten dieser' Gattung besitzen blofs blau 
gefärbte Blumen, eine geringere Anzahl blofs roth gefärbte; bei noch andern 
ist aber die Farbe veränderlich. So glaubt z. B. Lejeune unter äen Ehren- 
preisarten mit endständigen ährenförmigen Trauben eine V. laxißora und eine 
F. paludosa als. eigene Arten unterscheiden zu können ,, welche beständig 

r 

rosenrothe Blumen besäfsen;, allein in der Farbe der Blumen kann w^eni^stens 



dieser Unterschied nicht liegen, derin die Pflanze,, -welche Derselbe von V* 

laxißora lebend für den hiesigen Garten zu senden die Gefälligkeit hatte,- 



: - 

brachte^ ob sie gleich alle Kennzeichen 



lüora an sich trug, blofs 



blaue Blumen hervor, so. dafs es schien, als habe sich ihre Blumenfarbe 

; 

Schon durch das- Versetzen verändert. Die V. paludosa^ w^ovon ebenfalls ein 

, . -- 

Exemplar beigelegt w^ar, erhielt zwar ihre Farbe, aber aus dem Saamen der- 
selben liefen Pflanzen mit blauen Blumen auf. 



Weit beständiger er 




sich die rothe und blaue Farbe bei denjenigen 



r 

Blumen, v\ro inan auf einem lichten Grunde dunklere Streifen bemerkt, wie 

bei Veronrca agrestis^ AnagalUs und Beccalmnga. 



Von V. Beccahunga mit 



10^ 



/ 



then Blumen (V. limosa Lefeuiie) verdanke ich ebenfalls eine lebende Pflanze 



der Gütigkeic des Entdeckers.. Die 



von 



ihr 




x* 



esammelten Saamen lieferten 
die Pflanze unverändert wieder; indessen konnte ich dieselbe nur einn:tal 

• - 

aussäen, da sie später verloren gieng; dagegen habe ich von Fl JtnagaUis mit 
rothen Blumen (die ich V. aquatica nenne) ,^ so wie von der F". agrestis mit 
rolhen Blumen oder der Fl pülchella Bast, gegen 2ehn Generationen verfolgt, 
und nie eine Ausartung in eine Pflanze mit blauen Blumen bemerkt.' Gleich- 



/ 



ist ma;n weit geneigter, die F. pülchella (welche man jetzt für die 



ächte L i n n e ' sehe F, agrestis nimm t ) , für 



eigene 



Art zu halten , als die V. 



aquälka und F. limosa ^ obgleich letztere sich zu V. Anagallis und Beccahun^ci 






t^t 






* . IL 



.f 



*i 



l 



' 



% 



-j 



% 



\ 



^er 










\ 



/ 



67 



■ • 



genau so verhalten, -vyle F. pulchella zur F. polita Fries, d* li. zur F- 
agrestis mit blauen Blumen. Fries glaubt freilicli noch andere Unterschiede 
zwisclien Letztern walirgenommen zu haben: ,Dle V. pulchella soll eine blafs- 
grüne, aber nicht graugrüne Farbe, ein stärker behaartes Kraut , länglichere, 
häufiger, aber nicht eingeschnitten gesägte, zartere, flache Blätter,, länglichere. 
Stumpfe,, nervenlose, überblumenlange Kelchabschnitte,, oft am Grunde und 
am Rande bedrüset, besitzen; allein alle diese Kennzeichen,, wenn sie auch 






y 



4 

auf die Schwedischen Pflanzen passen , sind doch nicht auf alle Individuen 



anwendbar. 



•was erstlich die Behaarung betrifft, so kommen 



ö 



Geg 



V. 



als ich sie noch von F. 



^ 



■pulchella gesehen habe,*: eben so, AVenig bieten die Blätter einen Unterschied 

r ■ ' , _ 

dar; bei beiden sind die obern Blätter länglicher als die untern, und so- 

r ' 

%vohl bei der einen als bei der andern finden sich Individuen mit tiefern 

r 

■ L 

g ~ ^ 

und flachern,, mehr oder weniger Sägezähnen, wiewohl hierin der Unter- 
schied überhaupt unbedeutend ist. Auch die Kelchabschnitte habe ich bei bei- 

r 

den im Allgemeinen gleichgestaltet, bald sx^itzer,/ bald stumpfer gefunden, 

und zur Zeit der Frucht sind sie bei beiden mit verhältnifsmäfsig starken 
Nerven durchzogen, so wie denn auch die Besetzung mit Drüsen veränder- 

* 

lieh ist. Die übrigen angegebenen Unterschiede sind theils höchst unbedeu- 

_ _ + 

tend, theils sind sie den Kegeln angemessen, welche man überhaupt bei der 
Ausartung befolgt findet. So ist es bekannt,, dafs wenn die Farbe der Blumen 

- - ' . 

eich ändert, diese Veränderung auch sehr häufig in der Farbe des Krauts, ge- 
spürt wird;, eben so, lehrt die Erfahrung,, dafs Pflanzen,, wenn sie lichter 



mmen, oft kleiner, bleiben und auch 



-- 



bringen,.- wie diesj schon oben von Bulhocapnos. cavusi und D: 
b<nnerkt wurde.. Noch eines Unterschiedes zwischen diesen 
denkt Hegetschweiler (Beitr. zur Jufz. der Schweizer pfL />.. 



an 



) 



biumen 
s aldziS 

-r 

;en. ge- 

V. pnh 



ml 



im 



f. 



Allgemeinen kürzere Blüthenatiele als V. polita^, wenn auch der Standort 

V 

diesem Yerhältnifs bedeutende Abänderungen hervorbringt., 



in 



\ 












v^ 



i 



/ 



I 



\ 




^ 

( 



\ 



t \ 



"> 





i 



\ 



r 



V. 




\ 






J 




- - -PI- ■ -1 



L . .^» 





4 




i^i"" 



& 







- \ 





X \, 



t^ 



t 



*"-f 



> Mi' 



/ 



? 



»^ 



t. - 



** 



n 




L 



"T 



I 



/ 




N 



Feroniea AnagalUs und V. aqiiatica verglich , ist es nur anfäng 



fast nicht besser gegangen 



als Hrn. Fries mit , F. polita und pulchella; ich 

r 



glaubte auch eine bedeutende Anzahl von Unterschieden zu bemerken, allein, 
als ich die verschiedenen Generationen, welche bald diesen, bald jenen Bo- 
den und Standort hatten, mehrere Jahre hindurch beobachtete, sind die 
niehrsten verschwunden , und blofs folgende scheinen beständi 
1. V. aquatka erreicht im Allgemeinen nicht die Höhe der V. Anagallis, wie 
dies öchon ältere Botaniker bemerken, und \yie es au 



g zu seyn: 



ch den Regeln der 



Ausartung angemessen ist. 



kleiner. 3. Die Deckblätter erreichen im 



2. Die Blume der erstem bleibt ebenfalls etwas 

chen im Verhältnifs der Blüthenstielchen, 



worunter sie stehen, bei V. aqualica eine grofsere Lange; sie sind zuweilen 



säninitlich länger als diese, ~ während sie bei F. 



mtlicb 



zer 



I 



bleiben; zu^-eilen sind aber bei jener nur die untern länger, wahrend 
die ohern so lau«- als die Blüthensdele , oder doch nur Avenig kürzer sind. 

Auch bei V. Anaßallis findet man, dafs die untern Deckblätter . zuweilen et- 
was läno-er' als die Bliithenstiele sind, die obern sind aber beständig kürzer. 
Aehnliche Verhältnisse findet man aber auch zwischen V. Beccahunm und V. 



limosaf so 



dafs wir 



können, dafs 



V. 



o 



Anasjallis und -Bccca&rmga die Ab^jirtea mit rothen Blumen sich auf gleiche 



Weise' von den Stammarten ^iit 

Jemand die Veronica pulchella al 
müssen," so kann er 



ntfernt haben. Glaubt daher 

eigene Art von der F'. polita treimen zu 
nicht ohne bedeutende Inconsequenz V. aqualica und 



3 



Jimosa blofs für Abänderungen oder Abarten des V. Anagallis und Bccaihunm 



ausgeben. 



Schliefslich bemerke ich noch. 



/ 



dafs 65 eigentlich meine Absicht 'war, 
der oben erwähnten V. cnstata den passenderen Namen V. cnspata zu enhei,- 
len. Allein 'da durch einen Druckfehler der erstere Name sich in das 1805 
eedvuckte Verzeichnifs der geirockneten Pflanzen eingesclilichen hatte, so 
habe ich ihn beibehalten. Dafs Crantz übrigens diese Pflanze nicht allein 
unter seiner V. orchidea begriff, sondern V. spicata davon nicht lunreichend 
unterschied, und dafs daher seine ohnehin aus einer falschen Vorstellung vom 

Baue der B 
könne , 



umen 



entstandene Benennung uicht wohl beibehalten werden 




laube ich in meiner Abhandlung über einige Ehrenpr^^ifsarten 



hiji' 



länglich gezeigt zu haben 



Kriurt. , gedruckt bei 



j, ijr. C r am c r 



f j 



y 



'^ 



\ 




y 



atiit^^j^^^'f*^ 



/ 







/ 







<s: 






-_ "1 



.^k 



^ 



-L 






\ 
i 



f 

■4 



'. 



\ 



1 



\ 



■> 
■ 




r u 



c k f e 




i e r . 



/ 



/ 



/ 



\ 



\ 



-* 



/ 



< - 



t 



Seite 7. Zeile 5. von 



12. 
19. 

25. 



^ 



S7. 
47. 



6. 

3. 

4. 

7. 
11. 



unten statt eben lies aber. 

■ häufiger lies häufig. 



I 



im 



voUkommnen lies in demselben 



-L 



\ 



48. 

61. 




7. 



eine lies einer. 
De. lies DG. 

Metamorphosen lies Metamorphose im 

r 

engern Sinne* 

■ 

immer lies innere. 

r ^ ' ' 

Keinem lies keyier. 



4 



V 



\ 



' \ 



\ 



\ 



y 






' ^1^ 



■y 






\ 



* 



f 



'■< 



•4 



■v- 



\ 



■n;-- ■ 



y 



i 




f- 



/ 



/ 



* 



J,^ 



f 




'-, 



» 



/' 



I 



N 




X 



I 

i 




«I 



I 



f* 



/ 




y 



;■ 




•^ 



^« 



1 




r 




. -^.^- 










J 



\ 



V 



hk. 



■, 



' I 



"■ 



I 



_ y 



: 






r 



^ 



j 



/ 









\ 



\ 



\ 



i / 



\ 



\ 



1